Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 3

26 | POLITIK zm116 Nr. 03, 01.02.2026, (120) BUNDESINITIATIVE BARRIEREFREIHEIT Wie lässt sich die zahnmedizinische Versorgung von Menschen mit Beeinträchtigungen barrierefreier gestalten? Alice Arndt-Fink, Sebastian Ziller, Christian Nobmann, Peter Schmidt, Diana Wolff, Ilka Gottstein Wie kann man die Barrieren in Gesundheitseinrichtungen – vor allem in Arzt- und Zahnarztpraxen – reduzieren? Am 11. November 2025 hatte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Bundesinitiative Barrierefreiheit zahnmedizinische Sachverständige aus Universitäten und Wissenschaft, der zahnärztlichen Selbstverwaltung und dem öffentlichen Gesundheitsdienst eingeladen, um diese Frage zu beantworten. In der Beiratssitzung ging es insbesondere um die zahnmedizinische Versorgung und Mundgesundheit von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen. Nach der Begrüßung durch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas stellte Andreas Brandhorst, Referatsleiter im Bundesgesundheitsministerium (BMG), die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur zahnmedizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischem Unterstützungsbedarf vor: die 2018 eingeführten Präventionsleistungen nach § 22a SGB V, die Zuschlagspositionen für die aufsuchende Behandlung nach §87 Abs. 2i und j SGB V und die Kooperationsverträge nach § 119b SGB V. Das sind die Probleme PD Dr. Peter Schmidt vom Universitätsklinikum Ulm als Vertreter der Deutschen Gesellschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf (DGZMB) machte allerdings klar, dass die Mundgesundheit von Menschen mit geistiger Behinderung beziehungsweise intellektueller Beeinträchtigung laut Datenlage nach wie vor stark verbesserungswürdig ist. Im Vergleich zu Erwachsenen ohne Handicap hätten Erwachsene mit intellektueller Beeinträchtigung mehr Zahnextraktionen, teils eine höhere Karieserfahrung und häufiger Zahnfleischentzündungen. Schmidt verwies auf die in Deutschland begrenzten oralepidemiologischen Daten und die bestehenden großen Herausforderungen in der Versorgung dieser Patientengruppe wie strukturelle und organisatorische Hürden bei der Behandlung, eine unzureichende Vergütung des therapeutischen Mehraufwands und die teilweise Leistungsbudgetierung. Dabei hob er die Engpässe bei Behandlungen in AllgemeinTeilnehmerinnen und Teilnehmer der Beiratssitzung der Bundesinitiative Barrierefreiheit des BMAS am 11. November 2025 in Berlin Foto: BMAS_Ben Böhm 2025

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