46 | PRAXIS zm116 Nr. 03, 01.02.2026, (140) zen müsse man Tacheles reden: Welche Perspektiven gibt es für die Praxis, wie ist sie aufgestellt? Wie viele Abgeber hinterließ auch Nowak zahlreiche ältere Patienten, die froh sind, bei „ihrer“ Praxis bleiben zu können (auch weil der Senior nicht ganz verschwunden ist). Dennoch mussten die Brüder den Betrieb ein Stück weit umkrempeln. So nutzten sie die schrittweise Übernahme, um die Technik sukzessive auf den neuesten Stand zu bringen, und investierten in neue Geräte und eine neue IT-Hardware. Dabei setzen sie verstärkt auf Konnektivität, ein Ansatz, der Systeme miteinander vernetzt und dabei hilft, Prozesse zu automatisieren, also im Ergebnis die Behandlungen, den Materialverbrauch und die Wartungen optimieren kann. Man muss sich trauen, die Effizienz-Frage zu stellen Eine der größten Umwälzungen fand in der Personalbesetzung statt. Denn nicht alle Mitarbeitenden sind voll mitgegangen bei dem GenerationenSwitch, sagt Kalvin Nowak. Einige haben die Praxis verlassen, anderen wurden gekündigt. „Ich habe bald gemerkt, mit wem ich mir vorstellen kann, weiter zusammenzuarbeiten, und mit wem weniger. An der einen oder anderen Stelle habe ich daraufhin die bestehenden Strukturen hinterfragt: Es gab Mitarbeitende, die schon lange und allein für Aufgabenbereiche eingeteilt waren und die über die Zeit, als mein Vater noch alleiniger Chef der großen Praxis war, ein wenig unter dem Radar arbeiteten. Jetzt, zusammen mit meinem Bruder als Doppel, können wir genauer hinschauen: Was macht ihr an eurem Arbeitsplatz und wie effizient ist das? Und auch: Habt ihr Probleme und möchtet mit uns vielleicht darüber sprechen?“, sagt er. Im Ergebnis wurde beispielsweise eine Techniker-Stelle gestrichen und das eingesparte Gehalt auf vier weitere Mitarbeitende verteilt, die diese Aufgabe nun übernehmen und durch die Gehaltserhöhung wieder motivierter sind. Inzwischen hat sich die Personallage stabilisiert. Es sind genügend Leute da, die sich gegenseitig unterstützen und entlasten können. Das Duo setzt auf Fortbildungen und TeamEvents, so dass sich alle versorgt und wahrgenommen fühlen. „Wir haben festgestellt: Je mehr Zeit wir ins Team investieren, desto besser läuft der Tag“, berichten die Brüder. Gerade spielen sie mit dem Gedanken, selbst auszubilden. Fazit Die Zeiten haben sich geändert: „Wir müssen heute viel mehr mit den Patientinnen und Patienten, aber auch mit unserem Personal diskutieren als unser Vater früher“, bilanzieren Kalvin und Ole Nowak. „Die Arbeit, der Aufwand, die Entscheidungen und die Fürsorge für die Mitarbeitenden verteilen sich jetzt aber ja auf zwei Paar Schultern. Das hilft uns beim Hineinwachsen in sein großes Erbe.“ Ihr Agreement als Geschäftspartner: „70 Prozent der Woche sollten wir gut gelaunt sein, sonst müssen wir etwas verändern!“ LL Dr. Ole Nowak liebt digitale Technologien: Hier hat er ein Prophylaxe-Gerät mit „Konnektivitätsfunktion“ im Einsatz, das die Daten der Prophylaxe selbstständig und KI-basiert auswertet und zudem den Pulververbrauch misst. Foto: zm_LL Dr. Kalvin Nowak und sein Bruder absolvieren derzeit noch ihren Master of Science „Orale Chirurgie und Implantologie“. Sie spielen außerdem mit dem Gedanken, das Angebot um Konzepte zu „Longevity“ und ganzheitlicher Zahnmedizin zu erweitern. Foto: DentalFirst
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