GESELLSCHAFT | 57 zm116 Nr. 03, 01.02.2026, (151) NILS KUHLMANN AUS KASSEL Ist er der jüngste Zahnarzt Deutschlands? Im November 2025 hat Nils Kuhlmann sein Studium der Zahnmedizin mit Bestnote bestanden und kurz darauf die Approbation erhalten. Keine Frage: Der 22-Jährige aus Kassel ist einer der jüngsten Zahnärzte in Deutschland, möglicherweise gar der jüngste. Einen Hang zur Prokrastination kann man Kuhlmann nicht vorwerfen. Im Gegenteil. „Ich möchte gerne alles durchziehen“, sagt der junge Mann, der am 19. August des vergangenen Jahres 22 Jahre alt geworden ist. Und dieser Devise ist er bisher treu geblieben. Er will vorankommen, gönnt sich keine Pause. Geduld sei nicht seine Stärke, räumt er ein. Im Alter von fünf Jahren wurde er eingeschult. „Bei Mathe bin ich in der Grundschule eingeschlafen. Ich war schon immer ein bisschen vorne und immer der Jüngste“, erzählt er. Er übersprang die dritte Klasse und machte mit 16 Abitur. Am meisten interessierten ihn Mathe und Naturwissenschaften. Hingegen hätten ihm Fächer, in denen man Texte lesen und schreiben musste – wie Politik oder auch Sprachen – weniger gelegen. In der gesamten Schulzeit habe er wenig gelernt und sich erst vor der Abiturprüfung „richtig reingehängt“, betont er. Ein Bürojob wäre nichts für ihn Nach dem Abitur schrieb er sich mit 17 an der Universität Göttingen in den Studiengang Zahnmedizin ein. Nach zehn Semestern bestand er am 11. November seine letzte zahnmedizinische Prüfung. „Ich wollte schon immer Zahnmedizin studieren“, erzählt er. Sein Vater, der eine zahnärztliche Gemeinschaftspraxis in Kassel betreibt, sei sein Vorbild gewesen. Medizinische Berufe finde er „total cool“, ein Bürojob sei nichts für ihn. „Ich will mit Menschen zu tun haben und ihnen helfen. Auch der handwerkliche Aspekt hat mich gereizt." An der Arbeit in einer Zahnarztpraxis gefallen ihm außerdem die flexiblen Arbeitszeiten. In einer Klinik zu arbeiten, komme für ihn nicht infrage. Im Studium hätten ihm die praktischen Kurse mit den Patientenbehandlungen am meisten Spaß gemacht. Auch die Chirurgie interessiere ihn. Überhaupt mache ihm der Kontakt mit Patienten am meisten Spaß, und „dass man etwas Praktisches macht“. Und Kieferorthopädie habe er nicht gewählt, weil man da sehr viel mit Planung beschäftigt sei. Ist er ein Überflieger? Hm, das werde er häufig gefragt. Er sei schon ehrgeizig, aber „nicht der Typ, der nur lernt“. Ihm sei einfach vieles leicht gefallen. Aber er habe sich bemüht, das nicht so „raushängen zu lassen“. Er sei auch immer akzeptiert und nie als Streber aufgezogen worden. „Das Studium wollte ich schnell durchziehen“, sagt er. Die meiste Zeit habe er einen nur durchschnittlichen Lernaufwand betrieben, da hätten andere deutlich mehr gemacht. Er sei auch gerne mal am Wochenende nach Hause gefahren oder mit einer Gruppe von Kommilitonen in den Skiurlaub. Überhaupt treibe er viel Sport – er jogge, trainiere im Fitnessstudio und fahre gerne Ski und Motorrad. Außerdem gehe er gerne mit Freunden aus. Die „Bild“ machte ihn bekannt Das Examen sei dann allerdings sehr anstrengend gewesen, da habe er viel Zeit in der Bibliothek und mit Lernen verbracht. Von Mitte Juli bis Mitte November vergangenen Jahres stand fast jede Woche eine Prüfung an, 16 Prüfungen waren es insgesamt, einige mit Patientenbehandlung. „Ich wollte Ein Leben auf der Überholspur: Mit 16 Jahren machte Nils Kuhlmann Abitur, mit 22 behandelt er bereits Patienten.
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