Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 3

58 | GESELLSCHAFT es am Ende rumhaben“, erklärt er. Das hat er geschafft und das Studium nach zehn Semestern mit „sehr gut“ abgeschlossen. Nach dem Studienabschluss flog er einige Wochen nach Bali und Japan, um „mal rauszukommen“. Anschließend gönnte er sich keine weitere Auszeit, sondern begann direkt nach der Reise am 10. Dezember als Assistenzarzt in der Gemeinschaftspraxis seines Vaters in Kassel. Die Arbeit in der Praxis mache ihm viel Spaß, erzählt er, das Praxispersonal kenne er bereits seit Langem. Zurzeit behandele er vor allem Schmerzpatienten. Schon in den ersten Tagen in der Praxis habe er selbst Füllungen gelegt, nach einigen Wochen erste prothetische Arbeiten übernommen. Die Patienten seien bisher alle zufrieden gewesen. Wie reagieren diese darauf, dass er noch so jung ist? „Positiv“, meint er. Seit nicht nur die Regionalzeitung, sondern auch „Bild“ über ihn berichtet hat, werde er häufig angesprochen und beglückwünscht. Er werde sowieso meist älter geschätzt, als er ist. Bislang fehlten ihm noch Routine und Erfahrung. Wenn er unsicher ist, frage er seinen Vater. Er habe durchaus Respekt davor, etwas falsch zu machen. „Aber ich habe in der Uni viel gelernt“, sagt er selbstbewusst. Nun steht die Doktorarbeit an Parallel arbeitet er an seiner Doktorarbeit, mit der er im März 2024 begonnen hat. Da hakt es allerdings, die Ergebnisse seien bisher ernüchternd, die Betreuung nicht zufriedenstellend. „Ich habe mich entschieden, mir ein neues Thema zu suchen.“ Bis 2027 will er die Arbeit abgeben. Und wie geht es dann weiter? Zunächst will er die zweijährige Assistenzzeit abschließen. Sein Vater wünsche sich, dass er in einigen Jahren die Praxis übernimmt. Kann er sich vorstellen, die nächsten 45 Jahre als Zahnarzt zu arbeiten? „Ja, kann ich. Es werden aber wohl eher 50 Jahre werden“, meint er. Um vielleicht mal etwas ganz anderes zu machen, liebäugele er aber auch mit der Idee, nach der Assistenzzeit ein Jahr im Ausland zu verbringen, zum Beispiel in Spanien. Aber das wisse er noch nicht, das lasse er auf sich zukommen. „Ich plane nicht die nächsten zehn Jahre im Voraus“, sagt er. In jedem Fall will er dieses Jahr mit seinen Eltern und seiner Schwester, die ab April ebenfalls Zahnmedizin studieren will, nach Thailand reisen. Für ihn steht fest: „Zahnmedizin ist für mich genau der richtige Beruf“. Daran gibt es nichts zu rütteln. ao zm116 Nr. 03, 01.02.2026, (152) IST ER DER JÜNGSTE ODER NICHT? Ist Nils Kuhlmann nun mit 22 Jahren der jüngste Zahnarzt Deutschlands, wie die „Bild“ schreibt? Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) kann dies anhand der Statistik nicht zweifelsfrei bestätigen. Fest steht aber: „Nils Kuhlmann ist definitiv einer der jüngsten Zahnärzte, die es in Deutschland je gab“, sagte eine Sprecherin. Ganz vereinzelt habe es schon Zahnärzte in diesem Alter gegeben, beispielsweise 2022 in MecklenburgVorpommern und Baden-Württemberg sowie 2016 in Bremen. Nils Kuhlmann mit seinem Chef und Vater Fotos: Andreas Berthel

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