PRAXIS | 69 sults. Im Kern steht eine einfache Idee: Objectives beschreiben qualitativ, was erreicht werden soll. Sie motivieren und geben Orientierung. Key Results machen das Ziel messbar. In der Zahnarztpraxis könnte das zum Beispiel so aussehen: n Objective: Unsere Patientinnen und Patienten erleben Prophylaxe als selbstverständlichen Teil ihrer Behandlung. n Key Result: 90 Prozent der PZRTermine werden im ersten Anlauf wahrgenommen, es gibt weniger kurzfristige Absagen. Wichtig ist: OKR regeln nicht das Tagesgeschäft, sie sind kein Instrument zur individuellen Leistungskontrolle und sie ersetzen auch nicht das Qualitätsmanagement. OKR helfen jedoch, strategische oder organisatorische Schwerpunkte so zu formulieren, dass Teams sich daran ausrichten können und Fortschritte sichtbar werden. Das bedeutet, dass die Leitung für die Richtung und den Rahmen sorgt – die Teams sich aber innerhalb klarer Rollen und Abläufe selbst organisieren und dafür Sorge tragen, wie sie diese Ziele erreichen. Nein, das ist nicht kompliziert! Und nein: OKR müssen nicht kompliziert oder aufwendig sein. Für viele Praxen reicht ein schlanker Quartalsrhythmus, der sich weitgehend mit den bereits etablierten Meetings verbinden lässt. Ergänzend hinzu kommt nur die OKR-Quartalsplanung. Sie dauert einmalig 60 bis 90 Minuten und findet zu Beginn jedes Quartals mit den Praxisinhabern, angestellten Zahnärzten und Teamleitungen (Assistenz, Prophylaxe, Rezeption, Verwaltung) statt. Diese Quartalsplanung folgt einer einfachen Struktur: n Rückblick aufs vergangene Quartal (10 bis 20 Minuten) – Was hat gut funktioniert? – Wo gab es Probleme und Hindernisse? – Was wollen wir daraus lernen und im nächsten OKR-Zyklus beibehalten beziehungsweise besser machen? n Festlegung von Zielen fürs nächste Quartal (20 bis 30 Minuten) – Was wollen wir in den nächsten drei Monaten erreichen, um einen wesentlichen Fortschritt im Sinne unserer generellen Strategie zu erzielen? – Welchen Mehrwert schaffen wir mit diesem Objective für die Praxis? – Warum hat dieses Ziel gerade jetzt unsere höchste Priorität? n Festlegung von Key Results fürs nächste Quartal (20 bis 25 Minuten) – Welche spezifischen, quantifizierbaren Kennzahlen zeigen unseren Fortschritt an? – Sind die Key Results ambitioniert, aber realistisch? – Haben wir uns auf zwei bis fünf Key Results pro Objective beschränkt, um den Fokus zu wahren? n Rollen klären (10 bis 15 Minuten) – Wer ist für welches Ziel maßgeblich verantwortlich? – Welche Mitarbeitenden sind eingebunden? Das Ergebnis ist ein einseitiger Übersichtsplan, gut sichtbar im Aufenthaltsraum oder als digitales Board: Objectives oben, darunter die Key Results mit Ampelstatus (grün/gelb/rot). Natürlich ist es wichtig die Umsetzung der OKR auch während eines laufenden Quartals im Blick zu behalten. Statt neue Besprechungen dafür zu erfinden, werden die OKR aber in die laufenden Routinen integriert (Tabelle). So bleibt das System einfach – und ist gleichzeitig effektiv: Die Ziele sind sichtbar, werden regelmäßig angesprochen und lassen sich problemlos in die bereits etablierten Besprechungsformate integrieren (siehe Teil 2 der Serie: „Meetings, die den Unterschied machen“). Dr. Klassisch versus Dr. Klar Fall 1: Klassische Zielvorgaben ohne klare Steuerung In der Praxis von Dr. Konrad Klassisch werden zu Jahresbeginn die Hauptziele festgelegt: mehr Umsatz in der Prothetik, eine stärkere Auslastung der Prophylaxe, bessere Google-Bewertungen. Dr. Klassisch präsentiert die Ziele im Neujahrsmeeting. Dann geht der Alltag los. Zwischendurch erinnert er ans Prophylaxe-Angebot oder fordert mehr Aktivität bei Bewertungen. Die Teammitglieder bemühen sich, aber: zm116 Nr. 03, 01.02.2026, (163) INTEGRATION DER OKR IN DIE BESPRECHUNGSROUTINEN Morgengruß/Stand-up Wochenmeeting Monatsrückblick Dauer 5–10 Minuten 20–30 Minuten 30–35 Minuten Fokus Tagesablauf Operative Themen Strategische Entwicklung Rolle der OKR Nur, wenn sie den heutigen Tag konkret betreffen. Hier werden OKR lebendig: fester Agendapunkt „Fortschritt bei den OKR“, kurzer Blick auf die Key Results. Das Team hält inne, zieht Zwischenbilanz im Hinblick auf die Quartalsziele und leitet Anpassungen für den kommenden Monat ab. Leitfragen Was ist heute relevant aus dem OKR-Prozess? Was hat sich bewegt? Was hat uns gebremst? Was nehmen wir uns bis nächste Woche vor? Liegen wir im Plan oder driften wir ab? Wo wollen wir nachsteuern? Quelle: Handrock et al.
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