PERSÖNLICHES | 79 zm116 Nr. 03, 01.02.2026, (173) ABSCHIED VON HARALD KÜPPER Prof. Dr. Harald Küpper, langjähriger Inhaber des Lehrstuhls für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde an der Universität Jena, wurde am 7. Oktober 2025 völlig unerwartet aus dem Leben gerissen. Mit Küpper verlieren wir einen hochgeschätzten Hochschullehrer, einen beliebten Kollegen und einen besonderen Menschen. Geboren am 9. September 1959 in Bonn, studierte er als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes von 1978 bis 1983 Zahnmedizin an der Heinrich-HeineUniversität Düsseldorf. Entscheidend und prägend für seine berufliche und persönliche Entwicklung war die Begegnung mit seinem international renommierten akademischen Lehrer Prof. Dr. Dr. Hubertus Spiekermann, der ihn 1984 an die Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde der RWTH Aachen holte. 1988 promovierte Küpper dort über die Osseointegration von Implantaten und habilitierte sich 1994 über die werkstoffkundlichen und klinischen Eigenschaften von Restaurationen aus Titan. Beruflich prägend auf dem Gebiet zahnmedizinischer Ästhetik waren seine Mentoren Prof. Nasser Barghi (University of Texas, San Antonio) sowie Prof. Myron Nevins (Harvard School of Dental Medicine, Boston). Küpper erkannte deutlich früher als andere, dass Zahnersatz wesentlich mehr ist als die Wiederherstellung der Kaufunktion mit technischen Mitteln. Dies erforderte Mut in einer Zeit, in der Ästhetik noch mit Kosmetik verwechselt und hinter der allgegenwärtigen Zahntechnik von manchen Kollegen als unwissenschaftlich angesehen wurde. Unbeirrt und von der Bedeutung der Ästhetik in der Zahnmedizin überzeugt war Küpper 1992 Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin (DGÄZ). Er prägte die wissenschaftliche Ausrichtung der Gesellschaft, die ihn in den Jahren 1992 bis 2000 dreimal zum Präsidenten wählte. Heute ist die DGÄZ mit über 2.000 Mitgliedern eine große zahnmedizinische Fachgesellschaft mit hohem Impact. Küpper wird vielen Menschen in Erinnerung bleiben: seinen Mitarbeitenden durch sein berufliches Wirken und darüber hinaus durch gemeinsame Veranstaltungen wie die mit viel Herz zelebrierten Weihnachtsfeiern oder Wanderungen durch die schöne Landschaft rund um Jena. Mit seiner Begeisterung steckte er seine Mitarbeiter an, die es ihm mit Wertschätzung gegenüber ihrem „Chef“ dankten. Den Studierenden, denen er wissenschaftliche Inhalte mit unverwechselbarem rheinischem Humor so zu vermitteln wusste, dass sie für alle greifbar und verständlich wurden – gemäß seinem Leitsatz „Gemeinsam arbeiten, gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen". Seinen Patienten, die auf seine Fürsorge und Expertise vertrauten und denen er – unabhängig von Versicherungsstatus und Rahmenbedingungen – stets mit der Hingabe und Menschlichkeit begegnete, die ihn auszeichneten. Neben der Faszination für die Zahnmedizin hatte Küpper vielseitige private Interessen. Mit Leidenschaft stöberte er in Antiquariaten nach historischen Schätzen, und als Experte auf dem Gebiet der Vulkanologie zog es ihn an Orte, an denen die Erde nicht zur Ruhe kommt. Er liebte Länder mit großer Geschichte und tiefer Kultur – besonders Frankreich und seine Provence und Italien mit seinen einzigartigen spirituellen und historischen Orten, allen voran dem Vatikan. Wir sind tieftraurig über seinen Tod – und gleichzeitig dankbar für das, was er weitergegeben und hinterlassen hat: seine fachlichen Leistungen, seine Geduld, seine guten Ratschläge, seine freundliche Offenheit und seinen festen, positiven Glauben an die Menschen um ihn herum. Harald Küpper wird uns weiter begleiten – in kollegialer Wertschätzung, fachlicher und freundschaftlicher Verbundenheit, persönlicher Dankbarkeit und liebevoller Erinnerung. Prof. Dr. Dr. Bernd W. Sigusch, Jena Prof. Dr. Manfred Wichmann, Erlangen Prof. Dr. Eike Glockmann, Jena Prof. Dr. Dr. Dieter Schumann, Bamberg Prof. Dr. Stefan Kopp, Frankfurt am Main Harald Küpper arbeitete intensiv, mit positiver Energie, Disziplin, Leidenschaft, verbunden mit stets freundlicher Gelassenheit. Ein Lächeln, ein gutes Wort oder die spürbare menschliche Wärme, die sein rheinländisches Wesen auszeichnete, bleiben allen, die ihn kennenlernen durften, in besonderer Erinnerung. Foto: Christine Küpper
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