80 | GESELLSCHAFT ALS ZFA MIT „ZAHNÄRZTE OHNE GRENZEN” AUF DEN KAPVERDEN „Das war ganz sicher nicht mein letzter Einsatz!“ Adelina Haksteter Viele Jahre geisterte die Idee durch meinen Kopf, bis ich schließlich an dem Punkt angelangt war, an dem ich mir sagte: Wenn nicht jetzt, wann dann? Inzwischen war ich bereits zweimal als „Active Dentist Helper” für die Organisation „Zahnärzte ohne Grenzen” auf den Kapverden. Eine ehemalige Kollegin hatte mir von den humanitären Einsätzen der Organisation „Dentists without Limits Federation“ (DWLF), auch bekannt als „Zahnärzte ohne Grenzen“, erzählt. Zu dieser Zeit arbeitete ich als Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) in einer Praxis in Krefeld. Sie schlug mir vor: „Lass uns doch mal zusammen einen Einsatz machen!“ Zuerst blieb es bei der Idee. Doch die Vorstellung, Menschen in strukturschwachen Regionen unentgeltlich zahnmedizinisch zu versorgen, ließ mich auch Jahre später nicht los. Immer wieder schob ich die Teilnahme aus den unterschiedlichsten Gründen auf, bis ich schließlich an dem Punkt angelangt war, als ich mir sagte: Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich informierte mich intensiv über die Arbeit der Organisation und las Erfahrungsberichte von Einsatzhelfern. Kurz darauf rief ich die Geschäftsstelle an. Das Gespräch verlief anders als geplant: Spontan ließ ich mich für einen Einsatzzeitraum eintragen. Nach dem Telefonat schwankten meine Gefühle zwischen Vorfreude und Nervosität, begleitet von der Unsicherheit, was mich tatsächlich erwarten würde. Der erste Schritt war getan, nun gab es für mich kein Zurück mehr. Es folgten die Beantragung eines Führungszeugnisses sowie die Übersetzung und Beglaubigung des Helferinnenbriefs. Um das Einsatzteam bereits im Vorfeld kennenzulernen, richteten wir eine WhatsApp-Gruppe ein, in der wir uns austauschten und die Abläufe besprachen. Es tat gut zu wissen, dass auch die anderen ähnliche Fragen oder Unsicherheiten hatten wie ich. Schließlich machte ich mich 2024 zum ersten Mal als zahnmedizinische Assistenz, die vor Ort „Active Dentist Helpers“ genannt werden, auf den Weg nach Santiago, der größten kapverdischen Insel. Die rund eine halbe Million Einwohner des kleinen Staates verteilen sich auf einer vulkanischen Inselgruppe vor der Küste Nordwestafrikas. Sie sprechen Kreol oder Portugiesisch. Zahnmedizinisch sind sie unterversorgt, da nur Zahnärztin Dr. Katharina Riemer (r.) und ich bei einer Behandlung zm116 Nr. 03, 01.02.2026, (174) Auf den ersten Blick sind die Kapverden ein Paradies mit herrlichen Stränden und freundlichen Menschen. Doch die Gesundheitsversorgung ist nicht ausreichend. Fotos: Adelina Haksteter
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