Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 4

14 | POLITIK zm116 Nr. 04, 16.02.2026, (204) NEUJAHRSEMPFANG DER BUNDESZAHNÄRZTEKAMMER „Nehmen Sie die Zahnmedizin gerne als Vorbild!“ Zum Neujahrsempfang der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) trafen sich Ende Januar Vertreter aus Politik und dem Gesundheitswesen im Tipi am Kanzleramt in Berlin. Angesichts der finanziellen Schieflage der sozialen Sicherungssysteme müsse der Fokus auch künftig auf der Prävention liegen, betonte BZÄK-Präsidentin Dr. Romy Ermler. Das spare viel Geld und erhöhe die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Ermler begrüßte in ihrer Rede den Reformeifer, „den die neue Bundesregierung an den Tag legt“. Insbesondere der angekündigte Bürokratieabbau sei im Sinne der Zahnärzteschaft. Veränderungen seien auch dringend nötig, um die Sozialsysteme zukunftsfest aufzustellen. Allerdings müsse das duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung erhalten bleiben, denn es ergänze sich im Zusammenspiel („ein System kommunizierender Röhren“) sehr gut. Was die vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzte Expertenkommission zur Reform der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angeht, forderte Ermler „ausgewogene, mehrheitsfähige Lösungen“, die die unnötigen Kosten der GKV minimieren, ohne dabei die Erfolge der Prävention zu gefährden. „Die Ausgliederung zahnmedizinischer Leistungen aus der GKV stellt dabei sicherlich kein probates Mittel dar“, stellte Ermler fest. Für die Zahnärztinnen und Zahnärzte sei klar, dass der Fokus der Gesundheitsausgaben auf der Prävention liegen muss. Denn wenn die Menschen länger gesunde Zähne hätten, entfielen Füllungen, Kronen und Implantate. Dies spare nicht nur der Krankenversicherung Geld, sondern erhöhe auch die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Dies hätten zuletzt die Ergebnisse der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) verdeutlicht. So habe man seit Einführung der Gruppen- und Individualprophylaxe Ende der 1990er-Jahre Karies bei Kindern um 90 Prozent senken können, Zahnverluste kämen bis ins Erwachsenenalter praktisch nicht mehr vor – und der Anteil zahnloser jüngerer Seniorinnen und Senioren sei um 80 Prozent zurückgegangen. Heute seien nur noch fünf Prozent der 65- bis 74-Jährigen zahnlos. „Nehmen Sie die Zahnmedizin gerne als Vorbild“, appellierte Ermler an die Politik. Klatschen alleine hilft nicht Klatschen alleine helfe jedoch nicht, nötig seien – endlich – greifbare Entlastungen in den Praxen. „Unsere großartigen Präventionserfolge stehen auf der Kippe, wenn die Zahnärztinnen und Zahnärzte nicht mehr richtig arbeiten können. Denn sie ächzen unter dem Gewicht steigender Melde- und Dokumentationspflichten, die Gut gelaunt beim Neujahrsempfang der BZÄK (v.l.): Dr. Ralf Hausweiler, Dr. Romy Ermler und Dr. Doris Seiz vom geschäftsführenden Vorstand der BZÄK mit Martin Hendges, Vorsitzender des Vorstands der KZBV (2.v.r) Foto: BZÄK/Marius Schwarz „Für uns Zahnärztinnen und Zahnärzte ist schon lange klar, wo der Fokus der Gesundheitsausgaben künftig liegen muss: auf der Prävention! Denn Geld wird am besten gespart, wenn der Grund für die Ausgabe wegfällt.“ BZÄK-Präsidentin Dr. Romy Ermler

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