Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 4

36 | TITEL zm116 Nr. 04, 16.02.2026, (226) UMGANG MIT DEM SMARTPHONE IM PRAXISALLTAG Hände weg vom Handy! Ohne Smartphone gehen wir nicht mehr aus dem Haus. Und mit dem Weglegen wird es immer schwieriger – auch während der Arbeit. Wie Praxis-Teams mit der Handynutzung im Berufsalltag umgehen können, beleuchten ein Fachanwalt für Arbeitsrecht, eine Ärztin und eine Expertin für Team-Führung. Für die einen ist klar: Das private Handy bleibt während des Arbeitstags im Spind und darf nur in den Pausen genutzt werden. Die anderen halten es lockerer, erlauben es in der Kitteltasche und vertrauen auf einen maßvollen Umgang. „Letztendlich muss jeder Betrieb und damit auch jede Praxis eine Regelung zur Handynutzung am Arbeitsplatz finden”, erklärt Bernhard Kinold, Fachanwalt für Arbeitsrecht. „Es ist zulässig, die private Handynutzung während der Arbeitszeit generell zu untersagen, denn der Arbeitnehmer schuldet während der Arbeitszeit seine volle Arbeitskraft, für die der Arbeitgeber ja auch die Vergütung bezahlt. Ein generelles Verbot kann auf die Beschäftigten allerdings kleinlich und streng wirken.“ „Jede Praxis sollte ihre eigene Handy-Policy formulieren“ Bei einem Notfall, also bei einem Anruf der Kita, einem Unfall naher Angehöriger oder auch bei einem Wasserschaden, sollte ein Verbot seiner Meinung nach daher immer Ausnahmen vorsehen. „Diese Notfall-Telefonate wären dann aber auf ein Minimum zu beschränken.“ Sie dürften nicht überhandnehmen, da sich sonst leicht ein negativer Einfluss auf die Arbeit – in Form von Unkonzentriertheit und Effektivitätseinbußen durch Ablenkung – einstelle. „Im unmittelbaren Patientenkontakt sollte eine private Handynutzung generell unterbleiben. Der Kunde, also der Patient, ist König und will auch so behandelt werden“, stellt der Anwalt klar. Wichtig sei es, das Thema offenzukommunizieren, das heißt, der Vorgesetzte sollte etwaige Einschränkungen erklären und begründen. „Dazu besteht Wenn der Blick selbst während der Arbeit ständig zum Smartphone wandert, droht der Fokus wegzudriften. Foto: zm/sr

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