46 | NACHRICHTEN NEWS zm116 Nr. 04, 16.02.2026, (236) NEUES UNTERSTÜTZUNGSANGEBOT DER FDI Weltzahnärzteverband stellt Mental-Health-Projekt vor Mit einer neuen Initiative möchte der Weltzahnärzteverband FDI die psychische Gesundheit von Zahnärztinnen und Zahnärzten stärken: Mit dem „Psychische Gesundheit und Wohlbefinden in der Zahnmedizin“ benannten Projekt möchte die Organisation nach eigener Aussage dazu beitragen, „eine der drängendsten, aber bislang wenig beachteten Herausforderungen des Berufsstands“ zu bewältigen. Ziel sei es, mehr Offenheit, Prävention und systemische Unterstützung im Bereich Mental Health anzustoßen. Die FDI sieht großen Handlungsbedarf. Die im Rahmen des Projekts durchgeführten Untersuchungen hätten eine hohe Prävalenz von Stress, Burnout und psychischer Belastung unter Zahnärztinnen und Zahnärzten offenbart. Ursachen dafür seien unter anderem lange Arbeitszeiten, emotionale Anforderungen und Leistungsdruck. Die FDI betont deshalb, dass psychische Gesundheit nicht nur individuelle Verantwortung ist, sondern auch in der zahnmedizinischen Ausbildung und im Berufsalltag mitgedacht werden muss. Auf der Projekt-Website (https://fdiworlddental.org/mentalhealth-and-well-being-dentistry) stellt die FDI unter anderem ein digitales Toolkit für psychische Gesundheit und Wohlbefinden zur Verfügung, das Praxisteams, aber auch nationale Zahnärzteverbände kostenfrei nutzen können. Der E-Learning-Kurs „Managing mental health from dental school to dental practice” vermittelt Know-how zum Umgang mit psychischer Gesundheit von der zahnmedizinischen Fakultät bis zur Zahnarztpraxis. Für den Zugang zu diesem Webinar ist eine Registrierung auf der FDI-Website nötig. Darüber hinaus bietet der Weltzahnärzteverband im Rahmen der Initiative eine Reihe von Ressourcen für Studierende, darunter Leitfäden zur gegenseitigen Unterstützung, Achtsamkeitsübungen und Tools zur Stressbewältigung. Zum Hintergrund: Ein Drittel der Ärzte und Pflegekräfte in Europa hat psychische Probleme: Der neue Report Mental Health of Nurses and Doctors (MeND), den das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa zusammen mit der Europäischen Kommission im November 2025 vorgelegt hat, umfasst 90.171 Antworten aus 29 Ländern, darunter alle EUStaaten, Island und Norwegen. Die Ergebnisse weisen auf eine hohe Prävalenz psychischer Erkrankungen und unsicherer Arbeitsbedingungen – darunter Gewalt, lange Arbeitszeiten und Schichtarbeit – in allen untersuchten Ländern hin. So berichten ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte über Symptome einer Depression oder Angststörung. Mehr als zehn Prozent gaben an, in den vergangenen Wochen an Selbsttötung gedacht zu haben. nb/sth MUNDGESUNDHEIT IN DER HÄUSLICHEN PFLEGE Bundeszahnärztekammer gibt Tipps für pflegende Angehörige In der belastenden Situation der häuslichen Pflege wird die Mundhygiene oft aus dem Blick verloren, warnt die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) – und stellt umfangreiche Informationsmaterialien zur Verfügung, um pflegende Angehörige und Pflegepersonal besser zu unterstützen. Nach Einschätzung der BZÄK gibt es in Deutschland bislang kaum systematische Strukturen zur Schulung pflegender Angehöriger in Fragen der Mundhygiene. „Es gibt bislang so gut wie keine Infrastruktur, wie pflegende Angehörige für die Mund-hygiene geschult werden, und auch der Kontakt zu einer regelmäßigen zahnärztlichen Betreuung existiert oft nicht“, erklärt Dr. Romy Ermler, Präsidentin der BZÄK. Mit einem umfangreichen Informationsangebot wolle man Angehörige daher gezielt unterstützen und zur Inanspruchnahme zahnärztlicher Beratung ermutigen. So umfasst das „Handbuch der Mundhygiene“ zahlreiche Informationen und Tipps zur Zahn-, Mund- und Zahnersatzpflege für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf. Zusammen mit dem Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat die BZÄK außerdem zwölf Video-Tutorials erstellt, die anschaulich und gut erklärt Tipps für die Mundhygiene in der Pflege geben. „Mit unseren Informationsangeboten wollen wir Angehörige unterstützen“, betont Ermler abschließend. „Sie sollten sich auch unbedingt in ihrer Zahnarztpraxis melden, um sich beraten zu lassen und sich gegebenenfalls über eine aufsuchende zahnmedizinische Betreuung zu informieren.“ nb Zu den Informationsmaterialien der BZÄK: www.bzaek.de/praevention/altersund-behindertenzahnmedizin.html Weiterführende Informationen unter: https://mund-pflege.net/ Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich an – laut Statistischem Bundesamt liegt ihre Zahl aktuell bei rund 5,7 Millionen. Mehr als 80 Prozent von ihnen werden zu Hause versorgt. Foto: peopleimages.com - stock.adobe.com
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