54 | ZAHNMEDIZIN Denkbar waren grundsätzlich ein prothetischer Ansatz, aus konservierender Sicht der Lückenschluss mittels adhäsiver Zahnverbreiterung und der Lückenschluss mittels Ersatzzahn. Bei hochbetagten Patientinnen und Patienten mit gegebenenfalls weiteren gesundheitlichen Einschränkungen und einer geringeren Adhärenz kommt auch eine Therapia nulla in Betracht. Aufgrund der wegen der Lockerung der Unterkieferfront sinnvollen parodontalen Schienung entschieden sich die Patientin und der Behandler für den Kunststoff-Prothesenzahn zum Lückenschluss – mit dem Vorteil einer insgesamt relativ kurzen Behandlungsdauer, was der Patientin aufgrund der Wirbelsäulenarthritis entgegenkam. Ebenso ist diese Behandlungsvariante wenig invasiv und hätte auch substanzschonend wieder entfernt werden können. Als Vorbereitung wurde die Zahnoberfläche zunächst mittels Ultraschallscaler und Pulverwasserstrahlgerät (Airflow Prophylaxis Master, EMS) von Zahnstein und Belägen gereinigt, anschließend ein so gut wie möglich passender Kunststoff-Prothesenzahn (Vitapan, Vita Zahnfabrik) ausgewählt und mittels rotierender Instrumente am Behandlungsplatz der Lücke angepasst. Auf der später nach lingual zeigenden Fläche erhielt der Prothesenzahn dabei einen mit dem rotierenden Instrument präparierten Unterschnitt, um ein späteres adhäsives Versagen der parodontalen Schienung und das Ablösen des verwendeten Kunststoffzahns von der Schienung zu erschweren. Verhindert werden sollte dabei ein mögliches Verschlucken oder die Aspiration des Prothesenzahns. Zusätzlich wurde mittels Vorwall (Silaplast Futur, Detax) eine Schablone als Hilfestellung für die spätere Eingliederung hergestellt, um beim adhäsiven Befestigen eine möglichst exakte Positionierung bei rascher Arbeitsweise zu gewährleisten (Abbildungen 7 und 8). Im Anschluss erfolgte die Bearbeitung des Prothesenzahns im zahntechnischen Kliniklabor mittels KorundSandstrahlen (50 μm) und die Vorbereitung der gestrahlten Oberfläche mit einem Einkomponenten-Haftvermittzm116 Nr. 04, 16.02.2026, (244) Abb. 9: Zügig gelegter, rudimentärer Kofferdam zur Trockenlegung des Arbeitsfeldes, fixiert mit geschnittenen Kofferdam-Streifen Abb. 10: Adhäsive Befestigung des Kunststoffzahns am Polyethylenband, Schienung der UK-Front vor Abdeckung mit Komposit Abb. 7: Vorwall aus knetbarem Abformmaterial (Silaplast) Abb. 8: Kunststoff-Prothesenzahn: mit Komposit individualisierter Farbverlauf (a) und von lingual vorbereiteter Retentionsbereich (b) Fotos: Johannes Österreicher a b
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