ZAHNMEDIZIN | 55 ler (Monobond Plus, Ivoclar Vivadent) sowie Adhäsiv (Optibond FL, Kerr). Um bei der adhäsiven Befestigung des Kunststoff-Prothesenzahns das Risiko einer Speichelkontaminierung zu reduzieren, wurde Kofferdam verwendet. Die Interdentalräume wurden mit einer elastischen Befestigungsschnur (Wedjets, Coltene) blockiert, um ein späteres Ausfließen der Interdentalräume mit Komposit zu verhindern – einerseits um weiterhin eine gute häusliche Mundhygiene zu ermöglichen, andererseits um keine unnötig langwierige Nacharbeitung bei der Entfernung von überschüssigem Komposit zu verursachen (Abbildung 9). Anschließend wurde die unpräparierte Zahnoberfläche mittels 35-prozentiger Phosphorsäure (Ultra Etch, Ultradent) 60 Sekunden lang geätzt, mit einem Zwei-Komponenten-Adhäsivsystem (Optibond FL, Kerr) vorbereitet und das zur Schienung verwendete Polyethylenband (Ribbond THM Adhäsiv Verstärkungsband, Ribbond Inc.) mit Komposit (CeramX Spectra STHV & ST flow, Dentsply Sirona) fixiert. Die Polyethylenband-Oberfläche wurde großzügig mit Komposit überdeckt, ebenso wurden die Zähne mittels Komposit deutlich verblockt, um eine möglichst hohe Stabilität der Schienung zu erreichen. Gleichzeitig wurde weiterhin darauf geachtet, dass die Hygienefähigkeit der Interdentalräume erhalten bleibt (Abbildung 10). Die Ausarbeitung erfolgte mittels Skalpellen, diamantiert-rotierenden und oszillierenden Instrumenten, rotierenden Schleifscheiben (Sof-Lex XT, 3M Espe), Gummipolierern (Diacomp Plus, EVE) sowie Finierstreifen (Sof-Lex Finierstreifen, 3M Espe) (Abbildungen 11und12). Da die Patientin bereits seit längerer Zeit Interdentalbürstchen verwendete, war das Anwendungs-Training in diesem Fall weniger komplex. Die Verwendung von Interdentalbürstchen und die Teilnahme an der Nachsorge sind in solch einem Fall grundsätzlich jedoch unerlässlich zur Sicherung des Erfolgs. Empfohlen wurde der Patientin aufgrund multipler freiliegender Zahnhälse sowohl oral/vestibulär als auch approximal (Abbildungen 13 und 14) zusätzlich eine Zahnpaste mit einem höheren Fluoridgehalt (Medelmex Duraphat Fluorid 5 mg/g Zahnpasta, CPGaba). zm116 Nr. 04, 16.02.2026, (245) Abb. 11: Fertiggestellte, mit Komposit überdeckte Polyethylen-Schienung, ID-BürstchenAnpassung bei Mundhygiene-Training Abb. 12: Vergleich der klinischen Ausgangssituation mit der Situation am Ende der Behandlungssitzung Abb. 13: Klinische Situation nach Eingliederung des Ersatzzahns und parodontaler Schienung ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden. Fotos: Johannes Österreicher
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