Seit dem 1. Januar 2026 sind die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen (Z1 bis Z6) fester Bestandteil des Gelben Hefts. Das ist mehr als eine formale Änderung der Dokumentation – es ist die Anerkennung unserer standespolitischen Arbeit als unverzichtbarer Teil der kindlichen Gesamtentwicklung. Wir alle kennen die Situation: Pflichtbewusst gehen Eltern zu jeder ärztlichen U-Untersuchung zum Kinderarzt, doch der Weg in die zahnärztliche Praxis wird noch zu oft erst gesucht, wenn die Probleme schon da sind. Jahrelang haben wir als Berufsstand daran gearbeitet, dass die Mundgesundheit nicht isoliert betrachtet werden darf. Mit der Integration unserer zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen in das Gelbe Heft zum 1. Januar 2026 ist der Zahnärzteschaft auf dem Weg zu diesem Ziel eine weitere entscheidende Weichenstellung gelungen. Dass die Dokumentation unserer Untersuchungen nun gleichberechtigt neben den ärztlichen U1 bis U9 steht, ist ein starkes Signal und rückt die zahnmedizinische Prävention dorthin, wo sie hingehört: in das Zentrum der kindlichen Gesundheitsvorsorge. Wir als Zahnärztinnen und Zahnärzte wissen: Gesunde Milchzähne sind die Basis für eine lebenslange Mundgesundheit und für eine gute Gesundheit insgesamt. Zahn- und Allgemeinmedizin müssen gleichberechtigt und auf Augenhöhe nebeneinanderstehen. Indem wir nun die Untersuchungsergebnisse der Z1 bis Z6 im Gelben Heft dokumentieren können, wird unsere Expertise für die Eltern sicht- und greifbar. Die psychologische Wirkung des Gelben Hefts ist nicht zu unterschätzen: Was im Gelben Heft steht, wird wahrgenommen. Was dort unterschrieben wird, gilt als essenziell. Diese Neuerung ist vor allem ein Verdienst Ihrer täglichen Arbeit. Sie sind es, die in der Praxis die Aufklärungsarbeit leisten – von der Ernährungsberatung bis zur Fluoridanwendung. Damit beweisen Sie, dass es bei den Z1 bis Z6 um mehr geht als um Kontrolle. Sie sind die ersten und wichtigsten Ansprechpartner und -partnerinnen für Eltern, wenn es um die Mundgesundheit geht. Die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen sind wesentlicher Baustein zur Vertrauensbildung in eine Mundgesundheit durch Prävention von Beginn an. Die Zahlen der DMS • 6 belegen eindrucksvoll, was wir als Berufsstand im Bereich der Prävention können. Ihre Rückmeldungen an Ihre KZV und die KZBV in den letzten Wochen zeigen, dass Sie diese Rolle als Präventionsspezialisten auch im Gelben Heft ausleben wollen. Wir wissen, dass es mit der Verteilung der Ergänzungen für die Gelben Hefte Anlaufschwierigkeiten gab. Diese Probleme sollten nun überwunden sein und sollten uns nicht davon abhalten, jetzt bei den Z1 bis Z6 durchzustarten. Das Gelbe Heft zeigt, dass die Bedeutung der frühkindlichen Prävention endlich systemübergreifend anerkannt wird. Es liegt nun an uns, diesen Rückenwind weiter zu nutzen. Lassen Sie uns den Eltern zeigen, dass der Besuch in der Zahnarztpraxis genauso zum Aufwachsen dazugehört wie das Messen der Körpergröße in der kinderärztlichen Praxis. Wir gestalten die Gesundheit der nächsten Generation von der ersten Stunde an mit. Der Besuch in der Zahnarztpraxis für die Z1 bis Z6 muss für die Eltern genauso selbstverständlich werden wie der Besuch für die ärztlichen Untersuchungen U1 bisU9. Vielen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz für die Gesundheit unserer kleinsten Patientinnen und Patienten! Martin Hendges Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Z1 bis Z6: Das Gelbe Heft ist endlich komplett 6 | LEITARTIKEL Foto: Jan Knoff, Cologne
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