Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 4

68 | ZAHNMEDIZIN DIE BERK®-TECHNIK ZUR RESTAURATION ZERVIKALER LÄSIONEN Kompositapplikation mit extradünner Kanüle Thomas Attin Klasse-V-Restaurationen stellen eine oft unterschätzte Herausforderung dar. Das hat zur Folge, dass ihre Langzeitüberlebensraten hinter denen anderer direkter Adhäsivversorgungen zurückbleiben. Gezeigt wird hier eine neue Technik, bei der die Kompositmaterialien schrittweise appliziert werden, um Probleme beim Füllungsvorgang dieser Kavitäten zu umgehen. Im Vergleich zu anderen Kompositversorgungen weisen Klasse-V-Restaurationen kariöser und nichtkariöser Zahnhalskavitäten mit Komposit eine eingeschränkte Überlebensrate auf [Raedel et al., 2017, Ceruti et al., 2006]. Dies ist der Fall, obwohl es sich oft um die Versorgung gut zugänglicher, einflächiger Kavitäten im Frontzahn- oder Prämolarenbereich handelt. Als Gründe für die eingeschränkte Überlebensrate werden Probleme bei der Trockenlegung der Kavität oder das Auftreten von Gingivablutungen während des Füllungsvorgangs angegeben. Ferner liegen im Zahnhalsbereich Dentinstrukturen vor, die für einen adhäsiven Verbund nicht optimal geeignet sind. So weist die Oberfläche nichtkariöser Zahnhalsläsionen eine sklerosierte, hypermineralisierte Oberfläche auf, die von Adhäsivsystemen nur eingeschränkt infiltriert werden kann [Deari et al., 2017]. Außerdem zeigt das zervikale Dentin eine für einen adhäsiven Verbund nicht gut geeignete Dentinqualität mit geringer Dichte an Dentintubuli und ungünstiger, parallel zur Oberfläche ausgerichteter Tubuli [Garberoglio, 1994]. Zudem wird diskutiert, dass Stauchungsprozesse von Zähnen, wie sie bei parafunktionellen Fehlbelastungen auftreten können, ein Stressmoment im Zahnhalsbereich auslösen [Duzm116 Nr. 04, 16.02.2026, (258) Abb. 1: Unterkiefer-Frontzahnsituation des Patienten zu verschiedenen Behandlungszeitpunkten: a) Ausgangssituation mit multiplen zervikalen Defekten an den Unterkiefer-Frontzähne b) Situation nach Fertigstellung der Restaurationen an den Zähnen 31, 32, 41 und 42 c) Situation nach zwei Jahren sowie d) nach fünf Jahren Beobachtungszeit Foto: Thomas Attin a c d b

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