GESELLSCHAFT | 75 ges Gruppenprophylaxe-Programm zu etablieren – vorausgesetzt, geeignete lokale Strukturen wären vorhanden? Tatsächlich existierten diese Strukturen bereits: In der Region waren über viele Jahre zahlreiche Einrichtungen wie Kinderheime, Schulen, Kitas, Krankenhäuser sowie Schwesternschulen mit insgesamt 320 Schülerinnen aufgebaut worden. Darüber hinaus übernehmen viele Pastoren zahlreicher Kirchengemeinden im großen Einzugsbereich zusätzliche Aufgaben als Sozialarbeiter und Dorfhelfer. Dieses Netzwerk wird durch Gesundheitsstationen in den Dörfern ergänzt. Diese werden von Ärzten und ausgebildeten Krankenschwestern betreut. All diese Akteure bieten ein enormes Potenzial als Multiplikatoren und Motivatoren für präventive Maßnahmen. Ideale Partner also, um die zahnmedizinische Prävention insbesondere bei den Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren langfristig und wirksam zu verankern. Gemeinsam mit einer Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin reiste ich 2025 mit kultur- und altersgerechten Präsentationen und Videos, teilweise mit Untertiteln in der Sprache Telugu, wieder nach Indien. Im Gepäck hatten wir Zahnbürsten und -pasta, die vom Verein für Zahnhygiene bereitgestellt worden waren, sowie wertvolle Unterlagen und Materialien von der Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Baden-Württemberg und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) sowie vom Kollegen Dr. Joachim Kauffmann, Kernen. An dieser Stelle möchten wir uns im Namen des Vereins „Bausteine Zukunft“ für die Unterstützung bedanken! Auch dieses Mal wurden wir in Visakhapatnam und an allen anderen Einsatzorten mit großer Herzlichkeit und Wertschätzung empfangen. Besonders erfreulich war, dass wir an verschiedenen Orten auf Zahnärztinnen und Zahnärzte trafen. Sie unterstützten uns nicht nur, sondern zwei von ihnen waren sogar bereit, sich langfristig für das Programm zu engagieren. Sie erklärten, dass sie neben ihrer zahnärztlichen Tätigkeit Schulungen anbieten und in ihrem Umfeld Erfolgskontrollen sicherstellen möchten. Prophylaxe-Unterweisungen als erster Erfolg Im Rahmen der „Dental Awareness Camps“ konnten wir verschiedene Zielgruppen ansprechen. Dabei waren die Multiplikatoren eine zentrale Hilfe. So ist es uns beispielsweise gelungen, eine große Gruppe von Krankenschwesternschülerinnen in höheren Semestern zu motivieren, eigenständig ProphylaxeUnterweisungen durchzuführen. Mit großem Engagement und viel Spaß vermittelten sie Kindern und Jugendlichen die wichtigsten häuslichen Maßnahmen zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen auf altersgerechte Weise. Viele Familien können sich Zahnbürsten, fluoridierte Zahnpasta oder zahnärztliche Behandlungen nicht leisten. Zahngesundheit bleibt für große Teile der Bevölkerung daher ein rein theoretisches Konzept. In der Regel wird ein Zahndefekt so lange ignoriert, bis er unerträgliche Schmerzen verursacht oder Komplikationen nach sich zieht – häufig mit Zahnverlust als Folge. Gerade deshalb ist die Bereitstellung von Zahnpflegeartikeln sowie die praxisorientierte Schulung ihrer Anwendung ein zentraler Baustein für die nachhaltige Förderung der Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen. Dies zeigt, wie gezielte Präventionsmaßnahmen sofort Wirkung erzielen können. Um die Nachhaltigkeit des Programms zu sichern, muss zunächst auch eine regelmäßige Bereitstellung von Zahnbürsten und -pasta gewährleistet sein. Die Zahnärztinnen und Zahnärzte vor Ort können die benötigten Mengen deutlich günstiger beschaffen als Familien oder Kinderheime. Deshalb unsere Bitte: Unterstützen Sie uns dabei, die regelmäßige Versorgung mit Zahnpflegeartikeln im Rahmen unseres Prophylaxeprogramms sicherzustellen und die präventive Arbeit vor Ort kontinuierlich fortzuführen. Jede Hilfe trägt dazu bei, die Mundgesundheit der Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Die hohe Motivation und die Lernbereitschaft der Schülerinnen und Schüler stimmen uns wieder optimistisch für die Zukunft. n zm116 Nr. 04, 16.02.2026, (265) Wir zeigen Lehrern und Schülern die korrekte Zahnputztechnik am Modell, während eine Kollegin unsere Erläuterungen übersetzt. Fotos: Tilman Wagner Fröhliche Kinder, deren Zähne gesund bleiben sollen!
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