Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 5

14 | ZAHNMEDIZIN zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (296) AUS DER WISSENSCHAFT Die statische Bohrschablone bleibt der Goldstandard Florian Beuer Die präzise Umsetzung einer digital geplanten Implantatposition gilt als entscheidend für den prothetischen Langzeiterfolg und die periimplantäre Gesundheit. Neben der statischen Bohrschablone stehen heute mit der dynamischen Navigation und robotergestützten Systemen weitere computerassistierte Verfahren zur Verfügung. Eine randomisierte kontrollierte Studie aus Shanghai verglich erstmals alle drei Methoden direkt miteinander – mit Fokus auf Präzision, Aufwand und klinische Begleitparameter. Die digitale Implantatplanung anhand von dreidimensionalen Datensätzen hat die Implantologie auf ein neues qualitatives Niveau gehoben. Statische Bohrschablonen gelten seit Jahren als verlässlicher Standard zur Verbesserung der Übertragungsgenauigkeit aus der Planung in den Operationssitus. Ihr positiver Einfluss auf das Implantatüberleben und die periimplantäre Gesundheit wurde in klinischen Untersuchungen dokumentiert. Dynamische Navigationssysteme versprechen mehr intraoperative Flexibilität, erfordern jedoch ein hohes Maß an Hand-Auge-Koordination. robotergestützte Implantationssysteme wiederum sollen die digitale Planung nahezu vollständig automatisiert in die klinische Realität übertragen. Bisher fehlten jedoch randomisierte klinische Studien, die diese drei Ansätze unter identischen Bedingungen vergleichen – insbesondere im technisch anspruchsvollen Seitenzahnbereich. Material und Methode In die Studie wurden 45 Patientinnen und Patienten mit Einzelzahnlücken im Prämolaren- oder Molarenbereich eingeschlossen. Die Implantation erfolgte randomisiert mithilfe „ einer 3D-gedruckten statischen Bohrschablone, „ dynamischer Navigation oder „ eines teilautonomen robotergestützten Systems. Primärer Endpunkt war die dreidimensionale Abweichung zwischen der geplanten und der tatsächlichen Implantatposition. Zusätzlich erfassten die Autoren die Operationsdauer, frühe Wundheilungsparameter, von Patienten berichtete Ergebnisse sowie die subjektive Einschätzung des Operateurs. Die Implantatposition wurde drei Monate postoperativ anhand digitaler Scans analysiert. Ergebnisse Alle drei Verfahren erreichten klinisch akzeptable Genauigkeiten. Die robotergestützte Implantation zeigte dabei die geringste systematische Abweichung zwischen Planung und tatsächlicher Implantatposition. Während bei der Robotik nahezu kein richtungsabhängiger Fehler festzustellen war, zeigten die dynamische Navigation und die statische Bohrschablone eine leichte, überwiegend nach distal gerichtete Abweichung. Die absoluten Abweichungen lagen allerdings auch bei der Robotik im Bereich von etwa 1 bis 2 mm sowie rund 5 Grad. Damit fielen sie höher aus als in früheren Fallserien, was die Autoren auf das anspruchsvolle Studiendesign, die Fokussierung auf den SeitenzahnAbb. 1: Statische Bohrschablone zur Insertion der Sofortimplantate 12 und 22 in situ Foto: Charité Berlin

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=