zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (303) POLITIK | 21 Strukturen nicht. Sie brauchen Mentoren, die sie unterstützen und begleiten. Was raten Sie Frauen, die eine Führungsposition in der Standespolitik anstreben oder sich in einer solchen behaupten müssen? Sie sollten sich mit Standes- und Gesundheitspolitik beschäftigen. Viel lernen kann man auch in Seminaren der AS-Akademie. Netzwerke sind sehr wichtig. Es lohnt sich, klein anzufangen. Es gibt die Möglichkeit, sich in einem Ausschuss einzubringen, um die Strukturen und Prozesse kennenzulernen. Aber man sollte das nicht 20 Jahre machen. Es empfiehlt sich außerdem, ältere Kolleginnen oder Kollegen anzusprechen und ihre Erfahrung zu nutzen. Auch ein Mann kann ein guter Mentor sein. Die Spitzenfrauen Gesundheit und andere Initiativen setzen sich für mehr Frauen in Führungspositionen ein. Was wurde bisher erreicht? Wir haben schon einiges geschafft, es findet bereits ein Kulturwandel statt. Die Spitzenfrauen Gesundheit sprechen gezielt Frauen an und unterstützen sie auf dem Weg an die Spitze. Bei den Krankenkassen sieht man schon eine große Veränderung. In den Vorständen der zehn größten Kassen sitzen mittlerweile immerhin acht Frauen. Im neuen Vorstand der Bundeszahnärztekammer sind seit Ende letzten Jahres sogar zwei Frauen an der Spitze – sie haben es auch ohne Quote geschafft. Das hat eine große Signalwirkung, sie haben Vorbildfunktion. Alle drei neuen Vorstandsmitglieder sind qualifiziert und haben in ihren Ländern bereits viel bewegt. Mit Nina Warken ist eine Frau Gesundheitsministerin, sie hat eine andere Perspektive als ein Mann. Frauenspezifische Themen finden mittlerweile mehr Gehör. Im Medizinregistergesetz kann beispielsweise auch das Geschlecht angegeben werden, und es wird ein Budget geben für die Endometrioseforschung. Zudem ist der Gender-Data-Gap inzwischen wenigstens verringert worden. Sind Sie zufrieden mit dem Erreichten? Nein, es ist trotzdem nicht einfach. Unsere Themen werden oft abgetan. Dann heißt es, ihr schon wieder mit euren Themen wie Wechseljahre etc. … Die Kultur muss sich verändern. Es knirscht gerade gewaltig in der Gesundheitspolitik. Es ist notwendig, angesichts riesiger Probleme dicke Bretter zu bohren. Wir müssen dranbleiben, es ist ein langer Atem nötig. Das Gespräch führte Anne Orth. „Frauen sind nicht weniger ambitioniert, aber sie kennen die ungeschriebenen Strukturen nicht. Sie brauchen Mentoren, die sie unterstützen und begleiten.“ Medizinische Doku. Intuitiv und sicher. KI-gestützte Dokumentation in der Zahnarztpraxis. one.cgm.com LDM-910_DEN_0126_NME Jetzt Beratungstermin anfordern! Weitere Information finden Sie auf one.cgm.com/doku-assistent Jetzt 1 Monat kostenfrei testen
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