Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 5

32 | POLITIK APPELL AN DIE BUNDESREGIERUNG Bündnis fordert Präventionswende In der Präventionspolitik ist Deutschland weit abgeschlagen, kritisiert ein Bündnis von Gesundheitsorganisationen – darunter auch die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) – und fordert: Die Bundesregierung muss Prävention und Public Health endlich zur tragenden Säule der Gesundheitspolitik machen. Prävention sei keine freiwillige Aufgabe, sondern staatliche Pflicht. „Gesundheit muss in allen Politikbereichen mitgedacht und evidenzbasiert gestaltet werden“, heißt es in der „Politischen Handlungsaufforderung Prävention & Gesundheit“, die neben der BZÄK, der Bundesärztekammer, dem AOK-Bundesverband, dem BKK-Dachverband und der Bundesstiftung Prävention und Gesundheit über 30 Organisationen aus Medizin, Gesundheit, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft unterzeichnet haben. „Deutschland verwaltet Krankheit – statt Gesundheit zu ermöglichen“, heißt es in dem Forderungspapier. „Vermeidbare Risikofaktoren wie Rauchen, eine ungesunde Ernährung, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel verursachen einen Großteil der Krankheitslast und enorme volkswirtschaftliche Kosten. Dennoch setzt die Politik bislang überwiegend auf freiwillige Maßnahmen – mit begrenzter Wirkung.“ Dabei schützten Investitionen in Public Health und Prävention nicht nur Leben, sondern stärkten gleichzeitig Innovation, schafften Arbeitsplätze und förderten nachhaltiges Wachstum. Das Bündnis verweist als Beispiel auf Daten des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR. Demnach verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa eine soziale und wirtschaftliche Belastung von vier bis fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Könnte die Hälfte aller kardiovaskulären Ereignisse verhindert werden, würde der Wohlstand in Europa demnach um bis zu zwei Prozent steigen. Deutschland ist kein „Nanny State“ Die häufig vorgebrachte Kritik, staatliche Regulierung stelle eine unverhältnismäßige Bevormundung der Bürgerinnen und Bürger dar, lassen die unterzeichnenden Organisationen nicht gelten. Davon sei man in Deutschland weit entfernt, betonen sie und führen als Beleg den jüngsten „Public Health Index“ des AOK-Bundesverbands und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) an. Dieser misst, wie europäische Länder wissenschaftlich empfohlene Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebensweisen umsetzen. Die Analyse kommt zu dem Schluss: „Im Gesamtranking des Public Health Index (PHI) belegt Deutschland Rang 17 von 18 untersuchten Staaten in Nord- und Zentraleuropa. Insbesondere bei der Umsetzung empfohlener Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung sowie zur Eindämmung des Foto: ImPuls. Think Tank Herz-Kreislauf e.V. zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (314)

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=