Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 5

TITEL | 35 etwa 80 Gramm [BMEL-Statistik, Versorgungsbilanz: Zucker, Glukose, o. J.]. Hinzu kommt der vermehrte Konsum industriell verarbeiteter, ballaststoffarmer und mikronährstoffdefizitärer Lebensmittel – deren intensive Bewerbung zusätzlich zur Problematik beiträgt. Diese Diskrepanz zwischen Gesundheitsbewusstsein und Ernährungsverhalten unterstreicht nicht nur den Bedarf an fundierter Aufklärung, sondern auch die Notwendigkeit praxisnaher Beratungskonzepte. Genau hier setzt „Culinary Dentistry“ an: Die Veranstaltung soll die Studierenden befähigen, differenzierte, sachliche und individuelle Empfehlungen zu geben – jenseits von Trends, Mythen und Marketingversprechen. Dazu gehört die Fähigkeit, Unsicherheiten in der Bevölkerung wahrzunehmen und mit Empathie zu reagieren. Ernährung ist ein persönliches Thema, geprägt von Gewohnheiten, Emotionen und sozialen Faktoren – wer glaubwürdig beraten will, braucht nicht nur Wissen, sondern auch die Fähigkeit dieses zu vermitteln. Eine Lehrveranstaltung für mehr Beratungskompetentez Dabei ist es ein wesentliches Ziel, die künftigen Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner auch mit Verständnis für die Alltagsrealität ihrer Patientinnen und Patienten auszustatten. Die beste Ernährungsempfehlung bleibt wirkungslos, wenn sie an praktischen Hürden scheitert. In der täglichen Beratung innerhalb der klinischen Kurse und in der Literatur zeigt sich immer wieder, dass sich viele Menschen gesünder ernähren wollen – dabei stoßen sie aber auf immer wieder ähnliche Herausforderungen: vermeintlicher Zeitmangel, geringes finanzielles Budget, eingefahrene Gewohnheiten und Wissenslücken sind nur einige davon [Contento, 2008; Spronk et al., 2014]. Um die Studierenden zu einer qualitativ hochwertigen Beratung zu befähigen, wurde am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden 2024 die Lehrveranstaltung „Culinary Dentistry“ etabliert (gefördert durch eine Med Drive Finanzierung der Medizinischen Fakultät). Aufgrund der positiven Resonanz wurde das Lehrkonzept im Januar 2026 in einer zweiten Durchführungsrunde erneut angeboten und weiterentwickelt. Ziel dieser Veranstaltung ist es, durch die Verbindung zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (317) „CULINARY DENTISTRY“ ALS LEHRFORMAT Der Kurs startete im Wintersemester 2024/2025, wurde nach großer Resonanz im Januar 2026 erneut angeboten und soll künftig fest im Lehrangebot verankert werden. „ Format: Zusatzangebot im Curriculum „ Zielgruppe: Studierende im letzten Studienjahr, regelmäßig sehr hohe Nachfrage „ Turnus: einmal jährlich „ Gruppengröße: rund 20 Studierende pro Gruppe „ Aufbau: Kombination aus theoretischer Einführung und praktischem Anwendungsteil in Form eines Kochkurses „ Leistungsnachweis: nein „ Lehrende: interdisziplinär (zahnmedizinische Lehrende und gastronomische Expertise) „ Themenschwerpunkte: Ernährung im Kontext oraler Erkrankungen (Biofilm/Karies/ Erosion/Gingivitis/Parodontitis) sowie Bezüge zur Allgemeingesundheit Küchenchef Gerhard Böhl hatte rezeptmäßig den Hut auf. Fotos: zm/nl

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