Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 5

zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (320) 38 | TITEL Review zeigen, dass mit spezifischen Gesprächstechniken wie dem „Motivational Interviewing“ eine deutlich höhere Bereitschaft zur Verhaltensänderung und eine bessere Adhärenz erzielt werden können als mit klassischer Beratung [2005]. Die Studierenden sollen dazu befähigt werden, die Herausforderungen der Patientinnen und Patienten bei der Umsetzung von Ernährungsempfehlungen zu verstehen und realitätsnahe Alternativen aufzuzeigen: einfache, kostengünstige Rezepte, alltagstaugliche Planungshilfen und Motivationsstrategien. Ziel ist es, dass angehende Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner nicht nur wissen, was gesund ist, sondern vor allem vermitteln können, wie eine gesunde Ernährung im Alltag praktikabel umgesetzt werden kann. Diese Kompetenzen sind auch aus gesundheitspolitischer Sicht hochrelevant: Wie das Positionspapier der Bundeszahnärztekammer betont, ist die Ernährungslenkung hin zu einer (mund-)gesunden Ernährung ein zentraler Eckpfeiler moderner, präventionsorientierter (Zahn-)Medizin. Angesichts der Tatsache, dass zahnärztliche Kontrolluntersuchungen oft die einzige regelmäßige medizinische Kontaktstelle junger Erwachsener darstellen, ergibt sich für die Zahnmedizin ein besonderes Potenzial, über Ernährungsgespräche frühzeitig auf allgemeingesundheitliche Risiken aufmerksam zu machen. Fazit Die Lehrveranstaltung „Culinary Dentistry“ verdeutlicht das Potenzial praxisnaher Formate zur Vermittlung ernährungsmedizinischer Inhalte in der zahnärztlichen Ausbildung. Der Ansatz, theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung zu verknüpfen, fördert nicht nur die fachliche Kompetenz und das Verständnis für die Lebensrealität von Patientinnen und Patienten, sondern regt auch zur kritischen Reflexion der eigenen Ernährungsweise an. Diese wird im Rahmen der Lehre wissenschaftlich fundiert hinterfragt – und nicht selten optimiert. So kann ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Ernährung und deren Bedeutung für die Mund- und Allgemeingesundheit bereits im Studium gezielt gestärkt werden. „ ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden. Prof. Dr. med. dent. Christian Hannig, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung: „Neben der Vermittlung von praktischen Fertigkeiten und Kenntnissen zu gesunder Ernährung und Kochen bietet die Veranstaltung die Möglichkeit des Gedankenaustauschs mit unseren Studierenden in entspannter Atmosphäre. Gemeinsames Kochen und Genießen sind dafür der perfekte Rahmen.“ Die Skalpelle wurden ausnahmsweise gegen (auch sehr scharfe) Küchenmesser getauscht. Fotos: zm/nl

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