Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 5

ZAHNMEDIZIN | 53 eine Spülung des Gelenks (Lavage) zur Schmerzreduktion und zur Verbesserung der Beweglichkeit beitragen kann, wenn konservative Therapien ausgeschöpft sind [Neff et al., 2021]. Auch die DGFDT weist darauf hin, dass eine frühzeitige Anwendung minimalinvasiver Verfahren sinnvoll sein kann, falls konservative Maßnahmen nicht erfolgreich sind [DGFDT, 2022]. Neuere Metaanalysen empfehlen sogar, diese Verfahren bereits früh ins Behandlungskonzept zu integrieren [AlMoraissi et al., 2020b]. Experten weisen darauf hin, dass minimalinvasive Verfahren neben den frühen Stadien der CMD auch bei fortgeschrittener Arthrose eingesetzt werden können. Dadurch lässt sich in vielen Fällen eine Verbesserung der Mundöffnung sowie eine Schmerzreduktion erreichen. Aufwendige offene chirurgische Operationen können gegebenenfalls herausgezögert oder sogar verhindert werden [Monje Gil et al., 2024]. Arthroskopisch gestützte Interventionen Die Arthroskopie des Kiefergelenks ist ein minimalinvasives Verfahren zur Inspektion und Behandlung. Die erste Kiefergelenksarthroskopie wurde 1975 in Japan durch Onishi durchgeführt. In den 1980er-Jahren ist diese dann unter anderem durch McCain in den USA weiterentwickelt worden [McCain, 1988]. In vielen Ländern ist die arthroskopische Therapie des Kiefergelenks fest etabliert. In Deutschzm116 Nr. 05, 01.03.2026, (335) Abb. 2: Intraoperative Befunde im Rahmen einer Level-I-Arthroskopie des linken Kiefergelenks: Dargestellt wird der Übergang zwischen dem hinteren Aufhängungsband (dünner Pfeil) und der pars posterior des Discus articularis (dicker Pfeil). a: geringgradige entzündliche Veränderungen, b: ausgeprägte entzündlich-degenerative Veränderungen mit Gefäßinjektionen Fotos: Doll; MKG Charité Abb. 4: Intraoperative Darstellung des Level-II-Zugangs (a) mit eingeführter Trokarhülse und Kameraoptik (dicker Pfeil) sowie (zweitem) Arbeitskanal (dünner Pfeil): Hierdurch erfolgt die arthroskopische Entfernung von Verwachsungen mittels Coblation im Bereich des hinteren Aufhängungsbandes (b). Fotos: Tummings & Doll; MKG Charité Abb. 3: Anatomische Referenzpunkte des Kiefergelenks bei der Arthroskopie Foto: Neckel; MKG Charité, modifiziert nach [McCain, 1996] a a b b

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