Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 5

zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (350) 68 | ZAHNMEDIZIN mit der Schmerzstärke, da es dadurch zu einer Überdehnung der Gelenkkapsel und einer Reizung des Aufhängeapparats des Diskus kommt [Reich und Neff, 2022]. Durch die mechanische Behinderung im Funktionsablauf kann es zudem zu Einschränkungen der Kieferöffnung kommen. Wie in diesem Fall können außerdem, bedingt durch die zunehmende Distraktion des Gelenks, eine Bissöffnung im Seitenzahnbereich derbetroffenen Seite sowie eine präaurikuläre Schwellung ipsilateral auftreten [Reich und Neff,2022]. Die differenzialdiagnostische Abklärung erfolgt nach eingehender Anamnese und klinischer Untersuchung zunächst über die bildgebende Darstellung mittels Magnetresonanztomografie, da die nicht verkalkten Gelenkkörper in der Nativ-Computertomografie (und in der Digitalen Volumentomografie) nicht oder nur sehr spät nachweisbar sind. Die Panoramaschichtaufnahme ist gerade in frühen Phasen der Erkrankung häufig nicht zielführend. In späten Erkrankungsstadien können die Distraktion des Gelenkspalts oder die sekundäre Verkalkung auf das VorAbb. 3: Operativer Eingriff: In Abbildung A ist der präaurikuläre Zugang mit temporaler Extension dargestellt. In der Tiefe zu den sichtbaren Gefäßen und dem Fettgewebe befindet sich die superfizielle Faszie des M. temporalis, die im Rahmen des Eingriffs später eröffnet werden soll. In B zeigt sich der Zustand nach Eröffnung der Faszie und Präparation entlang des Jochbogens nach anterior. Direkt kaudal des Jochbogens ist die Kiefergelenkkapsel bereits eröffnet. In diesem Bereich finden sich die in C weiter dargestellten multiplen, knorpeligen Befunde. Das Ausmaß des raumfordernden Effekts dieser hyalinen Fragmente ist in D erkennbar. Hier zeigt sich der Gelenkspalt deutlich erweitert und, nach Ausräumung der Gelenkkörper, leer. Fotos: Universitätsklinikum Mainz A C D B

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