Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 5

zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (354) 72 | PRAXIS LÄNDERÜBERGREIFENDE KOOPERATION ZUR ZFA-AUSBILDUNG Kammern legen Prüfungsfragen zusammen Die Landeszahnärztekammern Thüringen, Hessen und Niedersachsen haben die Arbeitsgemeinschaft „Prüfungsfragen-Pool“ gegründet. Ziel ist, den aufwendigen Prüfungsprozess für ZFA effizienter und digitaler zu gestalten. Auch andere Länder können sich beteiligen. Der länderübergreifende, digital organisierte Fragen-Pool soll die Prüfungsausschüsse der Kammern entlasten. „Statt weiterhin zweimal jährlich in langen Ausschusssitzungen hunderte Fragen auf Papier zu notieren, nutzen wir künftig eine gemeinsame, professionell aufgebaute Datenbank mit Prüfungsfragen“, heißt es dazu aus den drei kooperierenden Kammern. „Die Fragen sind untereinander frei verwendbar, weil Rechte Dritter nicht berührt werden. Natürlich kann jedes Bundesland zusätzlich auch weiterhin eigene Fragen in seine Prüfungen einarbeiten.“ Zurzeit umfasst die Sammlung 1.400 Einzelfragen, bald sollen es 2.000 sein. So läuft die Zusammenarbeit ab: Ein Qualitätsgremium aus je zwei Abgesandten der beteiligten Berufsorganisationen prüft die vorgelegten Fragen auf die Einhaltung der notwendigen Standards, teilt sie in verschiedene Schwierigkeitsgrade ein und ordnet sie den einzelnen Prüfungsbereichen zu. „Durch die Kooperation und die klare Strukturierung arbeiten alle drei Kammern jetzt deutlich schneller und zielgerichteter“, lautet die Zwischenbilanz von Dr. Ralf Kulick, Präsident der LZK Thüringen. Das Projekt soll als Fundament für einen in Zukunft vollständig digitalisierten Prüfungsablauf dienen – angefangen bei der Erfassung der Fragen über die digitale Zusammenstellung der Prüfungsbögen bis hin zur Prüfung via Tablet und die unmittelbare Auswertung der Antworten. Perspektivisch soll eine Übungs-App hinzukommen, die ZFA-Azubis als digitales Lern- und Trainingswerkzeug dient. Die LZK Thüringen hat die digitale Plattform bereits fertig entwickelt und in einer zertifizierten europäischen Cloud-Infrastruktur hinterlegt. Noch nutzt die Kammer das System aber nicht in vollem Umfang. Das soll jedoch bis Ende 2027 der Fall sein. Einen weiteren Vorteil sehen die beteiligten Kammern darin, dass die digitale Plattform einheitliche Prüfungsstandards und eine vergleichbare Ausbildungsqualität ermöglicht. „Unsere Zusammenarbeit spart nicht nur Zeit, Aufwand und Mitgliedsbeiträge“, betont Dr. Doris Seiz, Präsidentin der LZK Hessen. „Wir schaffen gemeinsam auch eine Prüfungsqualität, die eine Kammer allein niemals auf diesem hohen Niveau entwickeln könnte.“ Der große und regelmäßig aktualisierte Fragen-Pool lässt sich nach Aussage der Kammern leicht an neue Entwicklungen beispielsweise in Hygiene, Abrechnung oder Strahlenschutz anpassen und bildet so die Anforderungen des Praxisalltags ab. Henner Bunke, Präsident der LZK Niedersachsen, unterstreicht: „Unser digitaler Fragen-Pool hält Schritt mit der modernen Zahnmedizin. Für uns Zahnärztinnen und Zahnärzte bedeuten verlässliche, gleich strukturierte Prüfungen letztlich besser vorbereitete ZFA in unseren Praxen, die nach gleichwertigen Standards geprüft werden.“ Andere Kammern sind eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen und können sich bei Interesse an die LZK Thüringen wenden. Die anfallenden Kosten werden jedes Jahr anhand eines transparenten Umlageschlüssels verteilt und abgerechnet. sth Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung für den bundesländerübergreifenden Prüfungsfragen-Pool: Dr. Ralf Kulick Präsident der LZK Thüringen, Dr. Doris Seiz, Präsidentin der LZK Hessen und BZÄK-Vizepräsidentin, sowie Henner Bunke, Präsident der LZK Niedersachsen (v.r.). Foto: BZÄK/Tobias Koch

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