Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 5

ZAHNÄRZTLICHE MITTEILUNGEN | WWW.ZM-ONLINE.DE „Es braucht weibliche Vorbilder!“ Warum ist es für Frauen – gerade im Gesundheitswesen – so schwierig, in Führungspositionen aufzusteigen? Zwei Zahnärztinnen berichten. SEITE 18 Vorbereitet für den Worst Case Durch Extremwetterlagen, Cyber-Attacken oder Angriffe auf die Infrastruktur geraten Betriebe in einen Ausnahmezustand. Machen Sie Ihre Praxis krisenfest! SEITE 44 Der besondere Fall mit CME Die synoviale Chondromatose ist eine seltene, benigne Gelenkerkrankung, die in nur wenigen Fällen das Kiefergelenk betrifft. Ein Zufallsbefund. SEITE 66 CULINARY DENTISTRY Warum Zahnis jetzt auch kochen sollen AUSGABE 05 | 2026

Wir leben Dental. Seit 1911. Die originale M1 von * je nach Alter und Zustand Thomas M1 Classic €37.062,- €24.900,- 33% gespart Jetzt anfragen! Februar 2026. Fotos: Thomas. Änderungen & Irrtümer vorbehalten. Alle Preise zzgl. MwSt. Biszu €5.000,- für Ihre alte Einheit* € 5.000,- Abwrackprämie Zusätzlich bis zu € 5.000,- für Ihre alte Behandlungseinheit* Egal welcher Hersteller! Alle Details auf gerl-dental.de/ThomasM1 gerl-dental.de Hotline: 0800 801090-6

EDITORIAL | 3 Ein Sieg der Vernunft – unwahrscheinlich Außerdem beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe mit der Frage, warum angestellte Zahnärztinnen immer noch weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Das kommt vor allem bei der Umsatzbeteiligung zum Tragen. Wir sprachen darüber mit Dr. Juliane von Hoyningen-Huene, angestellte Zahnärztin in Berlin und Vizepräsidentin von Dentista. Sie gibt Tipps, wie Zahnärztinnen ihren Wert richtig in Gehaltsverhandlungen einbringen. Der mehrtägige Stromausfall in Berlin Anfang Januar hat bundesweit für Aufsehen gesorgt und gezeigt, wie plötzlich und unvorhersehbar Zahnarztpraxen tagelang lahmgelegt werden können. Solche oder ähnliche Situationen sind ja durchaus denkbar – aus welchen Gründen auch immer. Praxisinhaberinnen und -inhaber sollten sich zusammen mit ihren Teams daher gegen mögliche Krisensituationen wappnen. Wir zeigen Ihnen, wie. Viel Spaß bei der Lektüre Sascha Rudat Chefredakteur Die Sachlage ist so eindeutig wie belegt: Zu viel Zucker schadet der Gesundheit. Diabetes, Adipositas, Karies etc. – alles mit hohem Zuckerkonsum assoziiert. Und Zucker ist allgegenwärtig. Kaum ein Fertiggericht kommt ohne Zucker aus. In der Liste der Inhaltsstoffe oft vernebelt hinter den verschiedenen Darreichungsformen wie Fructose oder Lactose. Völlig ungehemmt treten allerdings die wahren Zuckerbomben in Form von Softdrinks und Energydrinks auf. Hier wird der Körper binnen kürzester Zeit mit einer hohen Menge Zucker geflutet. Sage und schreibe 7,7 Milliarden Liter zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke wurden 2024 in Deutschland hergestellt. Das sind 93 Liter pro Kopf. Besonders beliebt sind diese Drinks bei Kindern und Jugendlichen, weshalb hier dringender Handlungsbedarf besteht. Als probates Mittel, den Zuckergehalt in diesen Drinks zu reduzieren, hat sich in anderen Ländern eine Herstellerabgabe, landläufig Zuckersteuer genannt, erwiesen. Nun könnte man von diesen Erfahrungen ja hierzulande profitieren. Mit 60 Prozent spricht sich inzwischen auch eine klare Mehrheit der Deutschen für eine solche Abgabe aus, wie eine aktuelle forsa-Umfrage zeigt. Spricht also alles für eine zügige politische Umsetzung, sollte man meinen. Mitnichten. Denn in der Union ist man sich alles andere als einig. Bezeichnenderweise ist ausgerechnet Ernährungsminister (!) Alois Rainer (CSU) ein strikter Gegner einer solchen Abgabe. Die freiwillige Selbstkontrolle der Hersteller soll’s richten. Warum jetzt etwas funktionieren sollte, was bisher nicht funktioniert hat, bleibt unbeantwortet. Dass Rainer die Position der Lebensmittelindustrie 1:1 übernimmt, hängt vermutlich schlicht damit zusammen, dass er auch Landwirtschaftsminister ist. Der Einfluss der entsprechenden Lobby (Zuckerrübenbauern) ist bekannt. Daher darf bezweifelt werden, dass der Antrag des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) und seines Landesverbands für eine Zuckersteuer auf dem CDU-Bundesparteitag am kommenden Wochenende (nach Redaktionsschluss) eine Mehrheit finden wird – zumal die Antragskommission bereits die Empfehlung gegeben hat, ihn abzulehnen. Wenn Sie diese Zeilen lesen, wissen Sie und ich mehr. Hoffnung, dass die Vernunft siegt, habe ich indes wenig. Dass Mundgesundheit und Ernährung eng zusammenhängen, ist inzwischen landläufig bekannt. Aber dass sich Zahnmedizinstudierende intensiv und auch ganz praxisnah mit diesem Thema beschäftigen, ist ziemlich neu. In unserer Titelgeschichte stellen wir die Lehrveranstaltung „Culinary Dentistry“ an der Poliklinik für Zahnerhaltung am Universitätsklinikum Dresden näher vor. Dabei geht es aber nicht nur um die schnöde Theorie einer zahngesunden Ernährung und den Verbindungen zu oralen Erkrankungen. Vielmehr setzen die Studierenden in Dresden das Gelernte in einem Kochkurs direkt praktisch um. Lassen Sie sich überraschen. Foto: Lopata/axentis

4 | INHALT 14 Aus der Wissenschaft Die statische Bohrschablone bleibt der Goldstandard bei einer digital geplanten Implantatposition. Eine Studie aus Shanghai verglich erstmals drei verschiedene Methoden direkt miteinander. 24 Künstliche Intelligenz in der Ausbildung KI hält zunehmend Einzug in den zahnmedizinischen Alltag – und das hat Folgen für die zahnmedizinische Lehre. Prüfungen, Curricula und Weiterbildungen müssen neu gedacht werden. MEINUNG 3 Editorial 8 Leitartikel 12 Leserforum POLITIK 18 Interview mit Dr. Rebecca Otto zu Zahnärztinnen in Führungspositionen „Es braucht weibliche Vorbilder!“ 22 Dr. Juliane von Hoyningen-Huene gibt Zahnärztinnen Tipps für die Gehaltsverhandlung „Wer den eigenen Umsatz kennt, kann den Wert seiner Arbeit besser beurteilen!“ 28 Dr. Torsten Tomppert zur Landtagswahl in Baden-Württemberg „Unsere Themen sind Budgetierung, Bürokratie, GOZ und Investoren!“ 32 Appell an die Bundesregierung Bündnis fordert Präventionswende 44 Kritik am Terminservice- und Versorgungsgesetz Mehrkosten von 2,9 Milliarden Euro und trotzdem lange Wartezeiten ZAHNMEDIZIN 14 Aus der Wissenschaft Die statische Bohrschablone bleibt der Goldstandard 24 KI in der Zahnmedizin – Teil 5 Künstliche Intelligenz in der Ausbildung 52 Einsatzmöglichkeiten bei typischen Erkrankungen des Kiefergelenks Arthroskopische Eingriffe zur CMD-Behandlung 66 Der besondere Fall mit CME Synoviale Chondromatose des Kiefergelenks als Ursache arthrogener Beschwerden TITELSTORY 34 Ernährung und Zahnmedizin Vom Hörsaal in die Küche – Culinary Dentistry 39 Culinary Dentistry in Dresden Im Koch-Kasack sind alle gleich Inhalt zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (286)

INHALT | 5 52 Arthroskopische Eingriffe zur CMD-Behandlung Wenn konservative Behandlungen an ihre Grenzen kommen, bietet die Kiefergelenksarthroskopie als minimalinvasives Verfahren ein breites Spektrum therapeutischer Optionen. TITELSTORY 34, 41 Vom Hörsaal in die Küche – Culinary Dentistry Mit der Lehrveranstaltung „Culinary Dentistry“ am Uniklinikum Dresden rücken Zahnmedizin und Ernährung erstmals in einem praxisnahen Format zusammen. 41 Interview mit Prof. Johan Wölber zur Ernährungszahnmedizin „Wer selbst kocht, begreift viel besser, was tatsächlich im Essen steckt!“ PRAXIS 30 Arbeiten im Rentenalter Was bringt die neue Aktivrente für Zahnärzte 62 Serie „Agilität in der zahnärztlichen Praxis“ – Teil 4 So wird das Praxisbild wieder stimmig 46 Praxisvorbereitung auf den Krisenfall Ruhe bewahren und den Notfallplan aktivieren 50 Interview mit Dr. Fabian Stehle zum Krisenmanagement-Training in der Zahnarztpraxis „Die Aha-Effekte sind umso größer, wenn der erste Durchlauf nicht gut ausfällt“ GESELLSCHAFT 70 Mit „Big Smile“ in einem südafrikanischen Fischerdorf Wir versuchen Mundpflege positiv zu besetzen MARKT 83 Neuheiten RUBRIKEN 10 Ein Bild und seine Geschichte 59 Formular 60 Termine 73 Persönliches 74 Bekanntmachungen 82 Impressum 98 Zu guter Letzt Titelfoto: zm / nl zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (287)

DIGITALE ZAHNMEDIZIN, DIE ÜBERZEUGT Kurzinterview mit DENTALTRADE-Geschäftsführer Hakan Gürer Digital gedacht. Praxisnah umgesetzt. Der DENTALTRADE Eagle Eye 2.0 bringt moderne Workflows in den Praxisalltag – von der präzisen Abformung bis hin zur Patientenkommunikation. Herr Gürer, was macht den Eagle Eye 2.0 für Zahnarztpraxen besonders attraktiv? Er vereint alles, was Praxen heute benötigen: hochauflösende digitale Scans, eine einfache Handhabung, eine mobile Scan-Einheit, KI-gestützte Befunddarstellung und die freie Wahl des Dentallabors. Welche Rolle spielt dabei das KI-Feature? Auf Basis der Scandaten erstellt die KI automatisch einen übersichtlichen Gesundheitsbericht, in dem Befunde direkt im 3D-Modell visuell dargestellt werden. Welchen konkreten Vorteil hat das für die Praxis? Zum einen verbessert es die Patientenkommunikation deutlich, da Befunde visuell erklärt werden können. Zum anderen unterstützt es die Diagnostik, indem Veränderungen frühzeitig sichtbar werden – häufig noch bevor sie klinisch relevant sind. Dadurch steigt das Verständnis auf Patientenseite und die Akzeptanz empfohlener Therapien. Viele Praxen zögern bei der Digitalisierung aufgrund der Kosten. Zu Recht? Wir senken bewusst die Einstiegshürde. Der Eagle Eye 2.0 inklusive mobiler Scan-Einheit ist zu einem klar kalkulierbaren Paketpreis erhältlich. Zudem fallen keine Lizenz- oder Updategebühren an. Lieferung, Aufbau und Einweisung sind ebenfalls im Preis enthalten. Wie können sich interessierte Praxen selbst ein Bild machen? Interessierte Praxen können den Eagle Eye 2.0 im Rahmen einer kostenlosen Live-Demo kennenlernen – online oder direkt in der Praxis. „Unser Anspruch ist es, digitale Zahnmedizin so zu gestalten, dass sie für jede Praxis wirtschaftlich sinnvoll, leicht integrierbar und im Alltag wirklich nutzbar ist.“ —Hakan Gürer, Geschäftsführer DENTALTRADE Durchdacht bis ins Detail. Der DENTALTRADE Eagle Eye 2.0kombiniert präzise digitale Abformung und KI-gestützte, visuelle Befunddarstellung. Eine wirtschaftliche Lösung mit überzeugendem Preis-Leistungs-Verhältnis und optionalen Leasingmodellen. Einfach. Effizient. Anders. Weitere Informationen und Terminvereinbarung für eine Online- oder Vor-Ort-Demo über den QR-Code. zise digitale Abformung und KI-gestützte, visuelle Befunddarstellung. Eine wirtschaftliche Lösung mit überzeugendem Preis-Leistungs-Verhältnis und optionalen Leasingmodellen. Weitere Informationen und Terminvereinbarung für eine Online- oder Vor-Ort-Demo über den QR-Code. Der DENTALTRADE Eagle Eye 2.0 erleichtert Praxen den Einstieg in die digitale Zahnmedizin. Hochauflösende Intraoralscans bilden die Basis für eine effiziente Behandlungsplanung und passgenauen Zahnersatz. Ergänzt wird das System durch eine integrierte KI, die auf Grundlage der Scandaten einen übersichtlichen Gesundheitsbericht mit visueller Befunddarstellung erstellt – zu einem wirtschaftlich attraktiven Paketpreis.

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Seit Anfang dieses Jahres spitzt sich die Reformdebatte um die deutschen Sozialsysteme zu, angetrieben durch die explodierenden Kosten in den Bereichen Rente, Gesundheit und Pflege. Angesichts des hohen Reformdrucks ringt die Bundesregierung um tiefgreifende Umbauten; fast täglich kommen Reformvorschläge von allen Seiten – von Politik, Gewerkschaften und Verbänden. Dass der Sozialstaat reformiert werden muss, bestreitet niemand. Jedoch: Die Kommunikation darüber muss zielgerichtet und vor allem fundiert geführt werden. Für den langfristigen Erfolg jeglicher Reformvorhaben unseres geschätzten Sozialsystems ist eine durchdachte und faktenbasierte Strategie unerlässlich. Diese Strategie aber scheint es bei all den eingebrachten Vorschlägen nicht zu geben – zumindest ist sie nicht ersichtlich. Wir brauchen eine ernsthafte Debatte und eben keine populistischen Ideen, wozu auch der erneute Vorschlag zählt, Zahnbehandlungen aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen und privat abzusichern. Die Urheber eines solchen Vorschlags, der im Übrigen bereits zuvor auch von einzelnen Krankenkassen kam, erreichen damit zwar, für einen kurzen Moment im Mittelpunkt der Debatte zu stehen. Doch letztendlich haben sie nur gezeigt, offenbar ein Verständnisproblem darüber zu haben, wie sich Kosten wirklich sparen lassen. Davon ganz zu schweigen, dass sie zudem die Patientinnen und Patienten, die auf ein solides Gesundheitssystem vertrauen dürfen, verunsichern. Und das, obwohl einer Umfrage zufolge eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger grundlegende und ehrliche Reformen für nötig hält – und auch für diese bereit ist. Solche vermeintlichen Lösungsmöglichkeiten sind also gerade nicht zielführend. Die Reaktionen aus allen Parteien darauf waren nicht nur absolut eindeutig; sie zeigten einmal mehr, dass wir als Berufsstand mit unserer Präventionsstrategie völlig richtig aufgestellt sind. Einen besseren Zuspruch für unsere damalige Entscheidung, von der kurativen Zahnmedizin abzukehren, hätten wir gar nicht bekommen können. Wir als Berufsstand werden in der Politik als Paradebeispiel für eine gelungene Strategie einer nachhaltigen Finanzpolitik im Gesundheitssystem gehandelt. Daher sind wir auch mit unserer Forderung, die zielgenaue Stärkung der Prävention zu einem Kernelement in der Gesundheitspolitik zu machen, um Krankheitslasten zu verringern beziehungsweise zu verhindern, und damit Kosten zu senken, völlig richtig aufgestellt. Und werden diesen Weg auch vehement weitergehen. Denn es ist die Kombination von Präventionsorientierung mit einem angemessenen Maß an Eigenverantwortung der GKV-Versicherten, die zu einer stetigen Verbesserung der Mundgesundheit und zu stabilen Ausgaben führt. Ende März legt die Finanzkommission Gesundheit ihren ersten Bericht vor. Bis dahin werden wir wohl weiterhin mit Reformvorschlägen der verschiedensten Couleurs rechnen müssen. Entscheidend ist aber, wie gesagt, dass Bundesgesundministerin Nina Warken hinter unserer Strategie steht und die Selbstverwaltung einbindet, um gemeinsam Lösungen zu finden. Denn nur so können Reformen wirklich gelingen und eben gerade nicht, wenn sie unreflektiert in die Welt getragen werden. Der Satz, Prävention ist der Schlüssel zum Erfolg, hat genauso viel Gültigkeit wie jener, dass Mundgesundheit und Allgemeingesundheit unzertrennlich sind. Und daher ist es unbestritten, dass die Zahnmedizin auch weiterhin Teil des GKV-Leistungskatalogs bleiben muss. Angesichts der Ergebnisse der GKVFinanzkommission, die nun ab Frühjahr zu diskutieren sind, können wir aus Sicht der vertragszahnärztlichen Versorgung sagen: Wir stehen für Diskussionen für notwendige Reformen im Gesundheitswesen – wie immer schon – bereit. Unausgegorenen Schnellschüssen und populistischen Forderungen, die den Berufsstand und unsere Patientinnen und Patienten verunsichern, werden wir weiterhin eine deutliche Absage erteilen. Martin Hendges Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Es geht ums Ganze Foto: Jan Knoff, Cologne 8 | LEITARTIKEL

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EIN BILD UND SEINE GESCHICHTE Foto: schlump, Dennis – stock.adobe.com 10 | GESELLSCHAFT zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (292) Wenn Marcus Puschner etwas anfasst, dann wird es hot! Der Dresdner Landschaftsarchitekt betreibt seit 14 Jahren die Manufaktur Schlump-Chili. Das Wort „Schlump“ ist Friesisch und bedeutet so viel wie „glücklicher Zufall“. So steht es zumindest im Wörterbuch der Gebrüder Grimm aus dem Jahr 1854. 157 Jahre später erntete Puschner auf einem Dresdner WG-Balkon seine ersten Chilischoten und verwandelte sie mit Honig und Ingwer in eine Paste (Produktname „Aua Aua“ – sic!). Die wurde in seiner Familie sowie im Freundes- und Bekanntenkreis schnell so beliebt, dass er sich dazu überreden ließ, eine Firma zu gründen. Deren Verkaufsschlager sind vorkonfektionierte Geschenkboxen. Die angesprochenen Adressaten reichen von „A“ wie dem schärfsten Anwalt bis „Z“ – der schärfsten Zahnärztin der Welt. Das sei keinesfalls anzüglich gemeint, beteuert der junge Mann. Sondern einfach nur nett – und eindeutig mit Bezug auf den Boxinhalt. Drin stecken jedenfalls Habanero-ChiliSamen samt Anzuchtanleitung sowie ein Gläschen Aua-Aua-Paste. Vom „hot und hotter“ der Scharfesser-Gemeinde distanziert sich Puschner. „Mit meiner Paste macht sich niemand kaputt“, verspricht er. Erstens sei diese so nicht konzipiert, zweitens lasse sie sich gut dosieren: „Man kommt gar nicht mit einem Löffel durch die Glasöffnung!“ Und drittens hat Puschner eine vertrauenswürdige Fürsprecherin: seine Zahnärztin. Die sei begeistert, sagt er. „Und bestellt regelmäßig.“ „

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zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (294) Leserforum Gummersbach ist vielleicht nicht Los Angeles – aber wer hätte gedacht, dass Prävention, Spitzensport und ein Hauch Glamour hier so stilvoll zusammenfinden könnten? Wir vertreten eine überregionale Mehrbehandler-Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Gummersbach, der einzigen MKG-Praxis in der Kreisstadt. Täglich versorgen wir hier Patientinnen und Patienten aus dem gesamten Oberbergischen Kreis – medizinisch hochspezialisiert, technisch modern und mit einem klaren Fokus auf präventive Diagnostik. Genau hier setzt unsere Idee an: Ein humorvoller, sympathischer Werbefilm zum Thema präventive Dental-MRT-Aufnahmen – modern, angstfrei, ohne Strahlenbelastung. Kurz gesagt: Hightech, die gut aussieht. Und hier kommt Paris Hilton ins Spiel. Paris Hilton steht wie kaum jemand anderes für Selbstbewusstsein, Stil und die Botschaft, sich um sich selbst zu kümmern – that’s hot, würden wir sagen. Prävention ist heute kein nüchternes Medizin-Thema mehr, sondern Ausdruck eines bewussten Lifestyles. Genau das möchten wir gemeinsam transportieren. Und der Standort? Gummersbach ist nicht nur Kreisstadt, sondern auch Synonym für Spitzensport: Der VfL Gummersbach, traditionsreicher Bundesligist und internationaler Name im Handball, zeigt seit Jahrzehnten, dass Höchstleistung nicht aus Metropolen kommen muss. Präzision, Ausdauer, Teamwork – Werte, die wir in der Medizin genauso leben. Unsere Botschaft wäre daher klar: Prävention auf ChampionsNiveau – aus Gummersbach. Dental-MRT: smart, sicher, stylish. Medizin darf High End sein – und dabei trotzdem Spaß machen. Wir würden uns sehr freuen, diese Idee gemeinsam weiterzudenken und aus dem Oberbergischen ein kleines, glänzendes Spotlight für moderne Präventionsmedizin zu machen. Mit freundlichen Grüßen und einem sportlichen Augenzwinkern aus Gummersbach Christoph Klemm und Matthias Gräwe MKG-Praxis, Gummersbach P.S.: Falls Paris Hilton schon immer wissen wollte, wo deutsche Handball-Legenden und medizinische Innovation zu Hause sind – wir hätten da einen Tipp. PRÄVENTION, SPITZENSPORT UND GLAMOUR Wir locken Paris Hilton nach Gummersbach! Zur Glosse „Werben Sie mit Paris Hilton für Ihr Dental-MRT!“, in zm 3/2026, S. 98. Die zm-Redaktion ist frei in der Annahme von Leserbriefen und behält sich sinnwahrende Kürzungen vor. Außerdem behalten wir uns vor, Leserbriefe auch in der digitalen Ausgabe der zm und bei www.zm-online.de zu veröffentlichen. Bitte geben Sie immer Ihren vollen Namen und Ihre Adresse an und senden Sie Ihren Leserbrief an leserbriefe@zm-online.de oder an die Redaktion: Zahnärztliche Mitteilungen, Chausseestr. 13, 10115 Berlin. Anonyme Leserbriefe werden nicht veröffentlicht. Foto: ©Federico Rostagno - stock.adobe.com

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14 | ZAHNMEDIZIN zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (296) AUS DER WISSENSCHAFT Die statische Bohrschablone bleibt der Goldstandard Florian Beuer Die präzise Umsetzung einer digital geplanten Implantatposition gilt als entscheidend für den prothetischen Langzeiterfolg und die periimplantäre Gesundheit. Neben der statischen Bohrschablone stehen heute mit der dynamischen Navigation und robotergestützten Systemen weitere computerassistierte Verfahren zur Verfügung. Eine randomisierte kontrollierte Studie aus Shanghai verglich erstmals alle drei Methoden direkt miteinander – mit Fokus auf Präzision, Aufwand und klinische Begleitparameter. Die digitale Implantatplanung anhand von dreidimensionalen Datensätzen hat die Implantologie auf ein neues qualitatives Niveau gehoben. Statische Bohrschablonen gelten seit Jahren als verlässlicher Standard zur Verbesserung der Übertragungsgenauigkeit aus der Planung in den Operationssitus. Ihr positiver Einfluss auf das Implantatüberleben und die periimplantäre Gesundheit wurde in klinischen Untersuchungen dokumentiert. Dynamische Navigationssysteme versprechen mehr intraoperative Flexibilität, erfordern jedoch ein hohes Maß an Hand-Auge-Koordination. robotergestützte Implantationssysteme wiederum sollen die digitale Planung nahezu vollständig automatisiert in die klinische Realität übertragen. Bisher fehlten jedoch randomisierte klinische Studien, die diese drei Ansätze unter identischen Bedingungen vergleichen – insbesondere im technisch anspruchsvollen Seitenzahnbereich. Material und Methode In die Studie wurden 45 Patientinnen und Patienten mit Einzelzahnlücken im Prämolaren- oder Molarenbereich eingeschlossen. Die Implantation erfolgte randomisiert mithilfe „ einer 3D-gedruckten statischen Bohrschablone, „ dynamischer Navigation oder „ eines teilautonomen robotergestützten Systems. Primärer Endpunkt war die dreidimensionale Abweichung zwischen der geplanten und der tatsächlichen Implantatposition. Zusätzlich erfassten die Autoren die Operationsdauer, frühe Wundheilungsparameter, von Patienten berichtete Ergebnisse sowie die subjektive Einschätzung des Operateurs. Die Implantatposition wurde drei Monate postoperativ anhand digitaler Scans analysiert. Ergebnisse Alle drei Verfahren erreichten klinisch akzeptable Genauigkeiten. Die robotergestützte Implantation zeigte dabei die geringste systematische Abweichung zwischen Planung und tatsächlicher Implantatposition. Während bei der Robotik nahezu kein richtungsabhängiger Fehler festzustellen war, zeigten die dynamische Navigation und die statische Bohrschablone eine leichte, überwiegend nach distal gerichtete Abweichung. Die absoluten Abweichungen lagen allerdings auch bei der Robotik im Bereich von etwa 1 bis 2 mm sowie rund 5 Grad. Damit fielen sie höher aus als in früheren Fallserien, was die Autoren auf das anspruchsvolle Studiendesign, die Fokussierung auf den SeitenzahnAbb. 1: Statische Bohrschablone zur Insertion der Sofortimplantate 12 und 22 in situ Foto: Charité Berlin

Wir leben Dental. Seit 1911. Jetzt einchecken €7.990,- Art. Nr. 296055 Januar 2026. Fotos: GERL., iStock, Änderungen & Irrtümer vorbehalten. Preis zzgl. MwSt. mit der ABC MACHINE Abheben in die neue Exklusiv bei GERL. inkl. Cart zumFrühbucher Preis First Class Prophylaxe Airshow-Termine online Live on Tour Airshow-Termine online MACHINE NEU Live on Tour

16 | ZAHNMEDIZIN bereich und eine strengere Auswertung zurückführen. Deutliche Unterschiede zeigten sich bei der Operationsdauer: Die Implantation mit statischer Bohrschablone war signifikant am schnellsten, gefolgt von der dynamischen Navigation. Die robotergestützte Implantation benötigte aufgrund von Kalibrierungs- und Registrierungsprozessen die meiste Zeit. Hinsichtlich Wundheilung, Weichgewebsdurchblutung und Sauerstoffsättigung ergaben sich keine relevanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Patienten der Bohrschablonengruppe berichteten am dritten postoperativen Tag über eine leicht bessere mundgesundheitsbezogene Lebensqualität, während das Schmerzempfinden und die generelle Akzeptanz vergleichbar waren. Diskussion Die Ergebnisse bestätigen, dass alle drei computerassistierten Verfahren eine hohe Präzision ermöglichen. Der Vorteil der Robotik liegt in der nahezu systemfehlerfreien Umsetzung der Planung, geht jedoch mit einem deutlich höheren zeitlichen und technischen Aufwand einher. Die dynamische Navigation bietet ergonomische Vorteile und einen besseren Zugang im Seitenzahnbereich, erfordert aber Erfahrung und Schulung. Die statische Bohrschablone überzeugt weiterhin durch Effizienz und kurze Behandlungszeiten und darf auch nach dieser Untersuchung weiterhin als Goldstandard angesehen werden. Aus klinischer Sicht muss kritisch festgestellt werden, dass die höhere Präzision der Robotik bislang nicht mit messbaren Vorteilen hinsichtlich der Heilung oder der Patientenzufriedenheit verbunden war. Des Weiteren ist die Fallzahl begrenzt und Langzeitergebnisse fehlen. Fazit für die Praxis „ Alle drei Verfahren ermöglichen eine klinisch zuverlässige Implantatpositionierung. „ Die statische Bohrschablone bleibt ein effizienter, praxistauglicher Standard. „ Die dynamische Navigation kann den Zugang im Seitenzahnbereich erleichtern, erfordert jedoch viel Erfahrung. „ Robotergestützte Systeme erreichen die höchste Planungsgenauigkeit, sind derzeit aber zeit- und kostenintensiv. „ Ein klarer klinischer Zusatznutzen der Robotik gegenüber den etablierten Verfahren ist bislang nicht belegt. Die Studie: Shi JY, Wu XY, Lv XL, Liu M, Fu XJ, Liu BL, Lai HC, Tonetti MS: Comparison of implant precision with robots, navigation, or static guides. J Dent Res 2025;104(1):37–44. doi:10.1177/00220345241285566. zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (298) Abb. 2: Vorbereitung der Operation mit Insertionsroboter (hinter dem Behandlungsstuhl, aufgenommen in Guangzhou Medical University, Guangzhou, China) Foto: Florian Beuer Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, MME CharitéCentrum 3 für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Abteilung für zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre Charité – Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin Aßmannshauser Str. 4-6, 14197 Berlin Foto: Privat AUS DER WISSENSCHAFT In dieser Rubrik berichten die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der zm regelmäßig über interessante wissenschaftliche Studien und aktuelle Fragestellungen aus der nationalen und internationalen Forschung. Die wissenschaftliche Beirat der zm besteht aus folgenden Mitgliedern: Univ.-Prof. (a.D.) Dr. Elmar Hellwig, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (bis 31.12.2023) Univ.-Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Universität Bonn Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, Charité – Universitätsmedizin Berlin Univ.-Prof. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, Universitätsmedizin Mainz GLOBALE ABWEICHUNGEN Assistenzsystem Plattformabweichung (mm) Apexabweichung (mm) Winkelabweichung (°) Robotergestützt (RS) 1,1±0,4 1,5± 0,6 4,7 ± 2,5 Dynamische Navigation (DN) 1,3±0,6 1,9± 0,9 5,5 ± 3,5 Statische Bohrschablone (SG) 1,1±0,6 2,0± 1,2 6,2 ± 4,0 Tab. 1: absolute Differenz zwischen geplanter und tatsächlich erreichter Implantatposition (N = 15 pro Gruppe) Quelle: Beuer

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18 | POLITIK INTERVIEW MIT DR. REBECCA OTTO ZU ZAHNÄRZTINNEN IN FÜHRUNGSPOSITIONEN „Es braucht weibliche Vorbilder!“ Dr. Rebecca Otto ist niedergelassene Kinderzahnärztin in Jena, Co-Vorsitzende der Spitzenfrauen Gesundheit und Präsidentin von Dentista, dem Verband der ZahnÄrztinnen. Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März erläutert sie, warum es für Frauen im Gesundheitswesen schwierig ist, in eine Führungsposition aufzusteigen und warum es wichtig ist, das zu ändern. Frau Dr. Otto, die Mehrheit der Beschäftigten im Gesundheitswesen ist weiblich. In Führungspositionen sind Frauen allerdings deutlich unterrepräsentiert, gerade in Spitzenpositionen. Woran liegt das? Dr. Rebecca Otto: An der Ausbildung und Motivation von Frauen jedenfalls nicht, diese ist in allen Bereichen gleichwertig. Allerdings ist das Gesundheitssystem in Deutschland sehr hierarchisch strukturiert; informelle Machtstrukturen spielen darin eine große Rolle. Zudem sind Führungspositionen häufig von langen Arbeitszeiten geprägt, verbunden mit Abendund Wochenendterminen. Für Frauen, die meist den Großteil der Arbeit in der Familie, in der Pflege und im Haushalt übernehmen, ist es aber schwierig bis unmöglich, jedes Wochenende an Sitzungen teilzunehmen. Wenn man Frauen in Führungspositionen haben möchte, muss man daher dafür sorgen, dass es entweder weniger Abend- und Wochenendtermine gibt oder aber Möglichkeiten schaffen, dass diese von Frauen wahrgenommen werden können. Liegt es in erster Linie an den Rahmenbedingungen oder trauen sich Frauen auch selbst zu wenig zu? Es mangelt nicht an Frauen, die Ambitionen haben und die das Gesundheitssystem mitgestalten wollen. Oft fehlen allerdings weibliche Vorbilder. Schon an den Universitäten gibt es nur wenige Professorinnen. In erster Linie sind jedoch verkrustete Strukturen und schwierige Rahmenbedingungen dafür verantwortlich, dass Frauen in Führungs- und Spitzenfunktionen bislang wenig vertreten sind. Familienarbeit hängt meist an den Frauen. Ist die Situation in der Zahnmedizin vergleichbar mit der in anderen Gesundheitsberufen oder gibt es Besonderheiten? In Zahnarztpraxen ist die Situation natürlich eine andere als beispielsweise an Unikliniken. An den medizinischen und zahnmedizinischen Fakultäten der Universitäten sind immer noch viele formelle Strukturen in der Historie begründet und Hierarchien sehr stark ausgeprägt. Lange Arbeitszeiten lassen sich dort nicht mit Teilzeit und Homeoffice vereinbaren. In den Praxen können die Inhaberinnen und Inhaber die Rahmenbedingungen dagegen weitestgehend selbst mitgestalten. Aber auch dort hängt die Familienarbeit oft an den Frauen. Es ist gesellschaftlich einfach akzeptiert, dass sich in erster Linie Frauen um Kinder und pflegebedürftige Angehörige kümmern. Das zeigt sich auch darin, dass Praxisinhaberinnen mit Kindern deren notwendige Betreuung nicht steuerlich absetzen können. Auch das Ehegattensplitting führt dazu, dass der Ehepartner mit dem geringeren Einkommen – und das ist oft die Frau – die Kinder betreut. Zudem fehlen Regelungen für niedergelassene Zahnärztinnen in Bezug auf Schwangerschaft, Mutterschutz und Stillzeit. Wie soll eine Zahnärztin mit einer Einzelpraxis auf dem Land, die gerade entbunden hat und alleinerziehend ist, nachts den zahnärztlichen Notdienst übernehmen? Es ist ja nicht immer möglich, eine Vertretung zu organisieren. Wie sieht es in der zahnärztlichen Standespolitik aus? In der zahnärztlichen Standespolitik finden viele Termine am Wochenende statt, und Vorstandssitzungen dauern bis zu acht Stunden. Das ist – im Übrigen nicht nur für Frauen – schwierig und wenig attraktiv. Dennoch sind die Zeiten, in denen in Gremien eine einzige Frau in einem Raum mit 100 Männern sitzt, zum Glück vorbei. Aber noch immer sind Frauen in den Kammern und Verbänden in der Minderheit. Themen, die für Frauen relevant sind, stehen zu wenig im Fokus. 2015 war ich Vorständin der Landeszahnärztekammer ThüringenundhabemeinenSohnbekommen.ZweiWochen Dr. Rebecca Otto leitet eine Kinderzahnarztpraxis in Jena. Als Präsidentin von Dentista und Co-Vorsitzende der Spitzenfrauen Gesundheit setzt sie sich für mehr Frauen in der Standespolitik und in Führungspositionen ein. Foto: Christian Schlüter zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (300) „In erster Linie sind verkrustete Strukturen und schwierige Rahmenbedingungen dafür verantwortlich, dass Frauen in Führungs- und Spitzenfunktionen bislang wenig vertreten sind.“

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zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (302) 20 | POLITIK nach der Geburt habe ich bereits wieder erste Termine wahrgenommen. Wie ich das mit Kind organisieren kann, hat keine Rolle gespielt. Und allein unter Männern scheut man sich auch, solche Themen überhaupt anzusprechen. Hat die 2023 eingeführte Frauenquote die Situation verbessert? Was halten Sie von der Quote? Aktuell brauchen wir die Frauenquote, um Frauen in Führung zu bringen. Ohne sie hätten wir nicht deutlich mehr Frauen in der Standespolitik, da ansonsten der Druck fehlen würde, etwas zu verändern. Die Quote sieht vor, dass in einem Vorstand mit drei Mitgliedern mindestens eine Frau vertreten sein muss. Durch die Quote werden Besetzungsverfahren transparent. Es wird transparent, welche Qualifikation Bewerber haben. Da es sehr viele hochqualifizierte Frauen gibt, ist die Quote – lassen Sie es mich einmal so sagen – zur Bedrohung für weniger qualifizierte Männer geworden. Vor Einführung der Quote wurden Wahlen noch vorgezogen, um Frauen in den Vorständen zu verhindern. Genügen die Regelungen zur Frauenquote? Die Quote gilt nur für die KZVen, nicht für die Kammern. Wir brauchen sie aber für alle Körperschaften, auch die Kammern. Ziel muss die Parität sein; Frauen müssen an Entscheidungen paritätisch beteiligt sein. In einem sechsköpfigen Vorstand sollten drei Frauen vertreten sein. Warum ist es wichtig, dass sich mehr Frauen in der Standespolitik und in Führungspositionen engagieren? Damit frauenspezifische Themen und Probleme Gehör finden. Damit Frauen auch ihre Perspektive einbringen können – das schließt die männliche Perspektive aber nicht aus. Um die Rahmenbedingungen zu verbessern und zu erreichen, dass Frauen mehr an der Versorgung teilnehmen. Nur dann können wir auf alle Patientengruppen gleichermaßen eingehen. Themen, die die Hälfte der Bevölkerung betreffen, müssen auf den Tisch kommen. Das ist auch für die Zahnarztpraxen wichtig. Um welche Themen handelt es sich? Können Sie Beispiele nennen? Zum einen geht es um spezifische Themen, die freiberuflich tätige Zahnärztinnen betreffen. Generell muss es einfacher werden, Familie und Beruf zu vereinbaren. Beispielsweise wäre es wichtig, dass niedergelassene Zahnärztinnen die Kosten für die Kinderbetreuung steuerlich absetzen können. Zahnärztinnen, die gerade entbunden haben, sollten die Befreiung vom zahnärztlichen Notdienst beantragen können. Wir als Dentista setzen uns auch dafür ein, dass das Stillbeschäftigungsverbot von zwölf auf sechs Monate reduziert wird. Zum anderen geht es um eine genderbezogene Versorgung. Beispielsweise wird ein Herzinfarkt bei Frauen oft schlechter erkannt als bei Männern. Gesundheitsversorgung sollte aber für alle Geschlechter gleich gut sein. Frauengesundheit betrifft 50 Prozent der Bevölkerung, daher sollte diese gleichwertig im Fokus stehen. Müssen Frauen besser sein als Männer, um es in eine Führungsposition zu schaffen? Es ist ja meist gar nicht definiert, welche Qualifikation jemand in einer Spitzenposition haben muss. Frauen in Führung müssen die gleiche Qualifikation haben wie Männer. Wichtig ist nur, das Spiel, also die Strukturen zu verstehen. Das Problem ist eher, dass Frauen von anderen selten als Führungskraft gesehen werden. Männern wird es einfach zugeschrieben. Dabei können viele gar nicht führen. Was muss sich ändern, damit mehr Frauen in Führungspositionen kommen? Es braucht weibliche Vorbilder, eine familienfreundlichere Kultur und Netzwerke. Frauen sind nicht weniger ambitioniert als Männer, aber sie kennen die ungeschriebenen UMFRAGE DER APOBANK GENDER PAY GAP IST ZUM BERUFSSTART AM GRÖẞTEN Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat im vergangenen Jahr mehr als 300 angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte nach ihrem Gehalt und ihrer Arbeitszeit befragt. Dabei zeigte sich, dass mehr als zwei Drittel in der ambulanten zahnärztlichen Versorgung inzwischen am Umsatz beteiligt werden. Bei Angestellten mit Umsatzbeteiligung liegt laut der Erhebung zwar das Grundgehalt mit durchschnittlich 52.000 Euro pro Jahr unter dem durchschnittlichen Festgehalt in Höhe von 64.800 Euro. Inklusive der Beteiligung beläuft sich das Durchschnittsjahresbrutto dieser Gruppe aber auf 91.300 Euro – und fällt damit etwa 40 Prozent höher aus. Bei Angestellten, die ein Festgehalt beziehen, verdienen angestellte Zahnärztinnen noch immer weniger als ihre männlichen Kollegen, allerdings hat sich die Vergütung angenähert: In dieser Gruppe verringerte sich die Lohnlücke von 33 Prozent im Jahr 2021 auf neun Prozent im vergangenen Jahr. So erhalten angestellte Zahnärztinnen ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 62.600 Euro, während ihre Kollegen im Schnitt 68.200 Euro verdienen. Bei einer variablen Vergütung und gleichzeitig geringer Berufserfahrung hat sich die geschlechtsspezifische Lohnlücke seit der letzten Befragung dagegen leicht vergrößert. Bei Zahnärztinnen und Zahnärzten, die umsatzabhängig bezahlt werden, liegt der durchschnittliche Gehaltsunterschied demnach bei 20 Prozent – ein Prozentpunkt mehr als 2021. Dafür gibt es laut apoBank mehrere Gründe: Männer vereinbaren häufiger einen höheren Anteil der Umsatzbeteiligung an der Gesamtvergütung (30 Prozent) und sind seltener an Umsatzschwellen gebunden. Zudem sind sie im Schnitt öfter operativ tätig – was zeitintensiver ist und besser vergütet wird. Die Befragung ergab außerdem, dass der Gender Pay Gap zum Karrierestart mit rund 30 Prozent am ausgeprägtesten ist. Mit mehr als 14 Jahren Berufserfahrung schrumpft die Lohnlücke laut der Erhebung demnach deutlich auf noch vier Prozent. Befragt wurden 324 Zahnärztinnen und Zahnärzte – darunter Vorbereitungsassistenten, Zahnärzte und Fachzahnärzte – in Form einer zufallsbasierten Online-Umfrage im 1. Halbjahr 2025. Die Befragung wurde von DocCheck Research (Köln) durchgeführt, die Stichprobe dafür aus dem DocCheck Panel sowie dem Panel der apoBank und mit Unterstützung des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte gewonnen. Die Stichprobe erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität.

zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (303) POLITIK | 21 Strukturen nicht. Sie brauchen Mentoren, die sie unterstützen und begleiten. Was raten Sie Frauen, die eine Führungsposition in der Standespolitik anstreben oder sich in einer solchen behaupten müssen? Sie sollten sich mit Standes- und Gesundheitspolitik beschäftigen. Viel lernen kann man auch in Seminaren der AS-Akademie. Netzwerke sind sehr wichtig. Es lohnt sich, klein anzufangen. Es gibt die Möglichkeit, sich in einem Ausschuss einzubringen, um die Strukturen und Prozesse kennenzulernen. Aber man sollte das nicht 20 Jahre machen. Es empfiehlt sich außerdem, ältere Kolleginnen oder Kollegen anzusprechen und ihre Erfahrung zu nutzen. Auch ein Mann kann ein guter Mentor sein. Die Spitzenfrauen Gesundheit und andere Initiativen setzen sich für mehr Frauen in Führungspositionen ein. Was wurde bisher erreicht? Wir haben schon einiges geschafft, es findet bereits ein Kulturwandel statt. Die Spitzenfrauen Gesundheit sprechen gezielt Frauen an und unterstützen sie auf dem Weg an die Spitze. Bei den Krankenkassen sieht man schon eine große Veränderung. In den Vorständen der zehn größten Kassen sitzen mittlerweile immerhin acht Frauen. Im neuen Vorstand der Bundeszahnärztekammer sind seit Ende letzten Jahres sogar zwei Frauen an der Spitze – sie haben es auch ohne Quote geschafft. Das hat eine große Signalwirkung, sie haben Vorbildfunktion. Alle drei neuen Vorstandsmitglieder sind qualifiziert und haben in ihren Ländern bereits viel bewegt. Mit Nina Warken ist eine Frau Gesundheitsministerin, sie hat eine andere Perspektive als ein Mann. Frauenspezifische Themen finden mittlerweile mehr Gehör. Im Medizinregistergesetz kann beispielsweise auch das Geschlecht angegeben werden, und es wird ein Budget geben für die Endometrioseforschung. Zudem ist der Gender-Data-Gap inzwischen wenigstens verringert worden. Sind Sie zufrieden mit dem Erreichten? Nein, es ist trotzdem nicht einfach. Unsere Themen werden oft abgetan. Dann heißt es, ihr schon wieder mit euren Themen wie Wechseljahre etc. … Die Kultur muss sich verändern. Es knirscht gerade gewaltig in der Gesundheitspolitik. Es ist notwendig, angesichts riesiger Probleme dicke Bretter zu bohren. Wir müssen dranbleiben, es ist ein langer Atem nötig. Das Gespräch führte Anne Orth. „Frauen sind nicht weniger ambitioniert, aber sie kennen die ungeschriebenen Strukturen nicht. Sie brauchen Mentoren, die sie unterstützen und begleiten.“ Medizinische Doku. Intuitiv und sicher. KI-gestützte Dokumentation in der Zahnarztpraxis. one.cgm.com LDM-910_DEN_0126_NME Jetzt Beratungstermin anfordern! Weitere Information finden Sie auf one.cgm.com/doku-assistent Jetzt 1 Monat kostenfrei testen

zm116 Nr. 05, 01.03.2026, (304) 22 | POLITIK DR. JULIANE VON HOYNINGEN-HUENE GIBT ZAHNÄRZTINNEN TIPPS FÜR DIE GEHALTSVERHANDLUNG „Wer den eigenen Umsatz kennt, kann den Wert seiner Arbeit besser beurteilen!“ Zwar ist die Lohnlücke zwischen angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten im Durchschnitt von 33 Prozent im Jahr 2021 auf neun Prozent 2025 geschrumpft. Ist eine Umsatzbeteiligung im Spiel, verdienen Männer dennoch 20 Prozent mehr als Frauen. Wie kommt das und was können angestellte Zahnärztinnen tun, um ein höheres Gehalt zu erzielen? Tipps dazu gibt Dr. Juliane von Hoyningen-Huene, angestellte Zahnärztin in Berlin und Vizepräsidentin von Dentista. Viele Männer sind stärker von sich überzeugt und fordern in Gehaltsverhandlungen oft mehr als Frauen“, sagt Hoyningen-Huene. Frauen hätten häufig eine größere Scheu, das Thema Geld anzusprechen. Gerade beim Berufseinstieg stehe das Einkommen bei ihnen weniger im Vordergrund. Die Arbeitszufriedenheit hänge bei ihnen nicht nur vom Gehalt ab, sondern ihnen sei es meist genauso wichtig, in einem guten Team zu arbeiten und die Patientinnen und Patienten zufriedenzustellen. Manche verließen sich auch darauf, dass ihr Mann gut verdiene. Wichtig ist, sich nicht unter Wert zu verkaufen! Doch in welche Fallen tappen Frauen beim Thema Geld? „Sie unterschätzen oft die eigenen Fähigkeiten, geben sich mit einem Festgehalt oder schlechteren Prozenten zufrieden und haben nicht genügend Informationen parat, welche Gehaltshöhe angemessen wäre“, beobachtet von Hoyningen-Huene. Männer verhandelten dagegen häufig schon zum Berufsstart besser, wenn sie frisch von der Uni kommen. Und sie spezialisierten sich schneller, was sich in der Folge im Gehalt niederschlägt. Angestellten Zahnärztinnen rät von Hoyningen-Huene ebenfalls, sich fortzubilden, um spezialisiertere Behandlungen anbieten zu können. Grundsätzlich sei es sinnvoll, sich direkt nach dem Studienabschluss zu spezialisieren; in der Familienphase bleibe dafür meist keine Zeit mehr. Um gut vorbereitet in Gehaltsverhandlungen zu gehen, sei es außerdem ratsam, sich vorab mit Kolleginnen zu besprechen und sich von deren Erfahrungen berichten zu lassen beziehungsweise die gängigen Gehälter im örtlichen Umfeld herauszufinden. „Dafür sind Netzwerke hilfreich. Beispielsweise können Sie bei Stammtischen, wie sie auch Dentista anbietet, solche Themen ansprechen“, empfiehlt von Hoyningen-Huene. Weiterhin sei es entscheidend, die eigenen Umsätze, die Kostenstruktur der Praxis und die Praxisstrukturen zu kennen. Es sei sinnvoll, bereits in einem Bewerbungsgespräch zu fragen, ob eine Umsatzbeteiligung möglich sei und inwieweit man in einer Praxis die Umsätze einsehen könne. „Wer den eigenen Umsatz kennt, kann den Wert seiner Arbeit besser beurteilen und hat in der Folge in einer Gehaltsverhandlung gute Argumente parat“, sagt von Hoyningen-Huene. Wer eine bestimmte Leistung – zum Beispiel Wurzelbehandlungen – gut beherrscht, könne der Chefin oder dem Chef vorschlagen, diese Leistung in der Honorierung höher zu bewerten. Denn sobald der Umsatz der Praxis steige, erhöhe sich auch der eigene Anteil. Und man sollte wissen, wohin manwill „Beschäftigen Sie sich damit, wie Ihr Gehalt fair gestaltet werden kann – und zwar für alle Seiten“, rät von Hoyningen-Huene. Macht eine Umsatzbeteiligung Sinn? Wie kann das Grundgehalt gestaltet sein? Diese Fragen sollte man sich stellen. Ist eine Gehaltserhöhung nicht drin, könnten Angestellte fragen, welche anderen Leistungen die Praxis bieten kann – etwa die Teilnahme an einem Mastercurriculum. „Wichtig ist, an sich zu glauben“, sagt von Hoyningen-Huene, und fügt hinzu: „Zudem ist es gut, einen Plan zu haben. Man sollte wissen, wohin man will!" ao Dr. Juliane von Hoyningen-Huene ist angestellte Zahnärztin in Berlin und Vizepräsidentin von Dentista. Foto: Lu Glez 16% verdienten Frauen 2025 im Schnitt pro Stunde weniger als Männer (Statistisches Bundesamt).

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Foto: utaem2022 – stock.adobe.com KI FÜR DIE ZAHNMEDIZIN TEIL 5 24 | ZAHNMEDIZIN KI IN DER ZAHNMEDIZIN – TEIL 5 Künstliche Intelligenz in der Ausbildung Falk Schwendicke, Fabian Langenbach, Tabea Flügge Besonders dort, wo Künstliche Intelligenz (KI) genuin ärztliche Tätigkeiten übernimmt wie in der Diagnostik, erweitert sich das Verständnis von ärztlicher Kompetenz: Mit dem neuen Werkzeug muss ein adäquater, kritischer Umgang gefunden werden und das hat Folgen für die zahnmedizinische Lehre. Prüfungen, Curricula und Weiterbildungen müssen darum neu gedacht werden. KI hält zunehmend Einzug in den zahnmedizinischen Alltag. Während der Fokus der Debatte häufig auf konkreten klinischen Anwendungen liegt, bleibt eine zentrale Frage oft unbeantwortet: Welche Konsequenzen hat KI für die zahnmedizinische Aus-, Fort- und Weiterbildung? Gerade hier entscheidet sich, ob KI langfristig als Werkzeug zur Stärkung professioneller Kompetenz genutzt wird oder ob sie unbeabsichtigt zentrale Fähigkeiten der Profession untergräbt. Denn KI stellt nicht nur technische, sondern vor allem strukturelle und normative Fragen an die Ausbildung und die Prüfungssysteme. Die zahnmedizinische Ausbildung ist historisch darauf ausgerichtet, individuelle diagnostische Kompetenz zu vermitteln und zu überprüfen. Prüfungen testen, ob Studierende Befunde korrekt erheben, pathologische Muster erkennen und leitliniengerechte Entscheidungen treffen können. Dieses Modell setzt implizit voraus, dass diese Leistungen primär vom Menschen erbracht werden. Die klinische Realität entwickelt sich jedoch in eine andere Richtung. KI-Systeme unterstützen bereits bei der Befundinterpretation, strukturieren komplexe Informationen und liefern Entscheidungsoptionen. Damit entsteht eine wachsende Diskrepanz zwischen dem, was im klinischen Alltag zunehmend üblich wird, und dem, was Ausbildung und Staatsexamina abbilden. Dieses Missverhältnis ist mehr als ein didaktisches Detail. Es wirft die grundsätzliche Frage auf, welche Kompetenzen in Zukunft überhaupt geprüft werden sollen. Wenn Prüfungen weiterhin vor allem isolierte Informationsableitungen testen, besteht die Gefahr, an der zukünftigen Versorgungsrealität vorbei auszubilden. Gleichzeitig wäre es ein Irrweg, die diagnostische Kompetenz zugunsten einer technischen Abhängigkeit aufzugeben. Wir haben in der zm 3/2026 bereits die assoziierten Risiken – unter anderem ein „Deskilling“ – beschrieben. Ein zukunftsfähiger Ansatz liegt daher in einer Verschiebung des Prüfungsfokus. Nicht die Konkurrenz zwischen Mensch und Maschine sollte im Zentrum stehen, sondern die Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch einzuordnen, deren Plausibilität zu bewerten und sie in einen individuellen klinischen Kontext zu integrieren. Prüfungen könnten künftig abbilden, wie Zahnärztinnen und Zahnärzte mit KI-gestützten Befunden umgehen, wie sie Unsicherheiten erkennen, Alternativen abwägen und begründete Entscheidungen treffen – auch dann, wenn dies bedeutet, einem algorithmischen Vorschlag bewusst nicht zu folgen. Mit der Integration von KI in diagnostische und therapeutische Prozesse verschiebt sich das Verständnis professioneller Verantwortung. Auch wenn KI-Systeme Entscheidungen vorbereiten oder Empfehlungen aussprechen, bleibt die Verantwortung für die Bezm116 Nr. 05, 01.03.2026, (306) ZM-SERIE „KI FÜR DIE ZAHNMEDIZIN“ Mitglieder des Arbeitskreises „Artificial Intelligence in Dental Medicine“ (AIDM) beleuchten die Chancen und Limitationen von KI in der zahnärztlichen Praxis. „ Teil 1: „Automatisierungs-Bias – Wie KI unseren klinischen Blick verzerren kann“ (zm 17/2025) „ Teil 2: „Mundschleimhautveränderungen – Mundschleimhautdiagnostik mit künstlicher Intelligenz“ (zm 20/2025) „ Teil 3: „Sprachdokumentationswerkzeuge – KI-basierte Sprachdokumentation“ (zm 22/2025) „ Teil 4: „Wie KI die Evidenz in der Wissenschaft untergräbt“ (zm 3/2026)

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