26 | PRAXIS QUERSCHNITTSSTUDIE AUS DEN NIEDERLANDEN Kinder von Helikopter-Eltern sind während der Behandlung weniger kooperativ Ein Forschungsteam aus den Niederlanden hat den Zusammenhang zwischen überfürsorglicher Erziehung und dem Verhalten von Kindern während der Zahnarztbehandlung sowie ihrem Zahnputzverhalten und ihrer Karieserfahrung untersucht. Die Querschnittsstudie aus Amsterdam zeigt: Kinder von übermäßig fürsorglichen Eltern laufen eher Gefahr, Karies zu bekommen. Sie putzen ihre Zähne nicht so oft und ihre Eltern putzen weniger konsequent nach. Dies kann sich in einer höheren Karieserfahrung im Milchzahngebiss niederschlagen. Auch beim Zahnarztbesuch protestieren diese Kinder häufiger gegen Behandlungen. Für ihre Untersuchung luden die Forscherinnen Eltern von fünf- bis sechsjährigen Kindern ein, die in allgemeinen Zahnarztpraxen oder in Kinderzahnarztpraxen in Behandlung waren. Das Verhalten der Kinder während der zahnärztlichen Behandlung wurde auf Video aufgezeichnet und später mithilfe der Venham-Skala beurteilt. Ein Fragebogen an die Eltern erfasste deren Erziehungstil sowie das Zahnputzverhalten der Kinder. Die Anzahl der kariösen, fehlenden und gefüllten Milchzähne (dmft) wurde anhand der Zahnarztunterlagen ermittelt. An der Studie nahmen 120 Kinder teil. Die 65 Mädchen und 55 Jungen hatten im Durchschnitt einen dmft von 2,9 ± 1,4. Über die Hälfte der Eltern war hochgebildet (56,7 Prozent) und etwa zwei Drittel der Kinder hatten Erziehungsberechtigte niederländischer Herkunft (65,8 Prozent). Insgesamt wurden 64 Versiegelungen, 50 Edelstahlkronen, 101 Restaurationen sowie neun Extraktionen durchgeführt. In 46 Fällen waren Betreuungspersonen im Behandlungsraum anwesend. Etwa die Hälfte der Kinder wurde zum ersten Mal von der jeweiligen Zahnärztin oder dem jeweiligen Zahnarzt behandelt, ein Viertel zum zweiten Mal, die übrigen mehrmals. Es wurden keine signifikanten Unterschiede im Verhalten der Kinder während der Zahnbehandlung festgestellt, unabhängig von der Art der Behandlung, der Anwesenheit oder Abwesenheit der Eltern während der Behandlung und der Anzahl der Behandlungen durch denselben behandelnden Zahnarzt. Überhütung ist signifikant mit störendem Verhalten assoziiert Folgende Zusammenhänge ließen sich demnach aus den Fragebögen und Beobachtungen ablesen: Eine überfürsorgliche Erziehung war signifikant mit störendem Verhalten der Kinder während der Zahnbehandlung verbunden. Dabei nahmen die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder mit zunehmend stärker ausgeprägtem fürsorglichem Verhalten der Eltern zu (r = 0,510, p < 0,001). Regressionsanalysen ergaben auch nach Berücksichtigung von Störfaktoren eine Foto: Alex Shared/peopleimages.com-stock.adobe.com zm116 Nr. 06, 16.03.2026, (404)
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