EDITORIAL | 3 Wenn Kunst zum festen Bestandteil in der Praxis wird geschichte überraschen, was in Praxisräumen alles an hochwertiger Kunst zu finden ist. In unserem Patientenfall mit CME-Fortbildung geht es diesmal um eine odontogene Sinusitis. Er zeigt die diagnostischen und therapeutischen Tücken beim Vorliegen einer Sinusitis maxillaris. Im Mittelpunkt stehen dabei die sichere Abgrenzung der odontogenen zur rhinogenen Sinusitis und der sinnvolle Umgang mit einer dokumentierten Penicillinallergie. Und in zm-Starter befassen wir uns diesmal intensiv mit dem Thema Famulatur. Worauf es bei der Auswahl der passenden Famulatur ankommt und wie man diese organisiert, darüber sprachen wir mit Prof. Dr. Diana Wolff vonder Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Außerdem zeigen wir ein spannendes Beispiel einer Auslandsfamulatur – mit wichtigen Tipps zur praktischen Umsetzung. Viel Spaß bei der Lektüre Sascha Rudat Chefredakteur Manche Dinge sind mit dem gesunden Menschenverstand nur sehr begrenzt zu verstehen. Kurzer Rückblick: Ende 2024 tauchte in Nordrhein-Westfalen ein Referentenentwurf zum Hochschulstärkungsgesetz auf, der für die Studiengänge Medizin, Pharmazie und Zahnmedizin im Fall des Nichtbestehens (!) der letzten Prüfungsabschnitte einen Bachelor vorsah. Studierende sollten also einen akademischen Grad als Belohnung fürs Scheitern erhalten. Selbst mit viel Fantasie ist es nicht zu erklären, wie Ministerialbeamte auf diese absurde Idee, die den universitären Prüfungsbetrieb auf den Kopf gestellt hätte, kommen konnten. Vor allem stellten sich alle, die sich nur halbwegs mit dem Gesundheitswesen auskennen, die entscheidende Frage: Wozu? Wo hätten Absolventen mit diesem hinterhergeschmissenen Abschluss arbeiten sollen? Am Patientenhoffentlich nicht. Kommen wir zur guten Nachricht: Das Ganze ist dank eines geschlossenen Protests der Heilberufskammern in NRW mit Unterstützung von BZÄK und KZBV sowie der Universitäten vom Tisch. Ende gut, alles gut, könnte man jetzt sagen. Gleichwohl bleibt der fade Nachgeschmack, dass solch ein weltfremder Entwurf – ohne eine Rückkopplung mit den Fachleuten – überhaupt in die Welt gesetzt wurde. Und dann nur durch einen massiven Einsatz von Zeit und Energie der Standesvertretungen gestoppt werden konnte. Liebe Ministerialbeamte in NRW: Wenn ohne Not ein Paradigmenwechsel durchgeführt werden soll, wäre es vielleicht sinnvoll, vorab mit den Expertinnen und Experten über die Sinnhaftigkeit zu sprechen. Nur mal so als Idee. Solch ein Vorgehen stärkt das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik nur sehr bedingt. Kommen wir zu etwas Erfreulichem: Wir alle verbringen an unserem Arbeitsplatz viel Zeit. Praxisinhaberinnen und -inhaber haben allerdings das Glück und die Möglichkeit, sich ihren Arbeitsplatz so einzurichten, wie sie es mögen und dass sie sich wohlfühlen. Zwar müssen Praxisräume natürlich zunächst einmal den zahnmedizinischen Anforderungen genügen. Aber die damit verbundene technische Kühle lässt sich wunderbar durch Kunst in der Praxis abmildern oder kontrastieren. Wir hatten Sie, lieber Leserinnen und Leser, gefragt, wie Sie Ihre Praxen durch Kunstwerke aufwerten – für Ihre Patientinnen und Patienten, Ihre Angestellten und natürlich für sich selbst. Wir haben uns sehr gefreut, wie viele Praxen sich auf unseren Aufruf hin gemeldet haben. Spannend ist vor allem die große Bandbreite. Einige der Kunstwerke stammen von regionalen Künstlerinnen und Künstlern, manche sogar aus eigener Hand. Sie alle zeigen, wie individuell die Räumlichkeiten gestaltet sein können und wie Kunst dazu beiträgt, eine persönliche Atmosphäre zu schaffen. Lassen Sie sich in unserer TitelFoto: Lopata/axentis
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