Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 6

lastbare Trendlinien, die strukturelle Veränderungen frühzeitig sichtbar machen. Steigende Kosten in der Verwaltung können auf ineffiziente Abläufe oder wachsende Bürokratie hindeuten, während Veränderungen im Assistenzbereich häufig mit Behandlungsstrukturen, Personalschlüsseln oder Vergütungsmodellen zusammenhängen. Auch ein Eigenlabor beeinflusst die Personalkostenquote erheblich und sollte stets separat analysiert werden. Das KZBV-Jahrbuch liefert hierfür eine wichtige Orientierung, ersetzt jedoch kein praxisnahes Benchmarking. Für belastbare Vergleiche sollten möglichst strukturell vergleichbare Praxen herangezogen werden – etwa nach Praxisform, Umsatzgröße, Leistungsstruktur oder Standort. 2. Material- und Praxisbedarfsquote Neben dem Personal stellen die laufenden Verbrauchsmaterialien einen weiteren relevanten Kostenfaktor dar. Das Jahrbuch der KZBV weist für „Material für Praxis und Labor“ im Durchschnitt rund 8 Prozent der Betriebsausgaben aus. In der BWA wird dieser Bereich häufig weiter differenziert, etwa in Praxisbedarf, Verbrauchsmaterialien oder Laboraufwand. Für die Steuerung empfiehlt es sich, diese Kosten nach Einsatzbereichen zu analysieren, beispielsweise: n Behandlung n Prophylaxe n Eigenlabor Über mehrere Jahre betrachtet kann man auch hier Verbrauchstrends erkennen. Steigende Materialquoten können auf einen ineffizienten Einsatz, veränderte Behandlungsschwerpunkte oder ungünstige Einkaufskonditionen hindeuten. Zwar lassen sich in diesem Bereich kurzfristig meist keine großen Einsparungen erzielen, dennoch gilt: Auch kleine Optimierungen – etwa durch strukturierte Einkaufsprozesse, Lieferantenvergleiche oder automatisierte Bestellsysteme – wirken sich langfristig positiv auf das Praxisergebnis aus. 3. Gewinnquote Die Gewinnquote beschreibt das Verhältnis des steuerlichen Gewinns zum Umsatz und ist eine der zentralen Vergleichskennzahlen zwischen Praxen. Für das Jahr 2023 lag laut KZBV-Jahrbuch der durchschnittliche Einnahmen-Überschuss je Praxisinhaber bei rund 215.000 Euro bei einem Umsatz von knapp 678.000 Euro, was rechnerisch einer Gewinnquote von etwa 32 Prozent entspricht. Hier ist es erneut wichtig, welcher Umsatz die Ausgangsgröße ist. Der oben genannte Umsatz ist der Gesamtumsatz inklusive Fremdlaborumsatz. Zieht man als Vergleich den reinen Honorarumsatz von 569.000 Euro heran, dann liegt die Quote bei rund 38 Prozent. zm116 Nr. 06, 16.03.2026, (421) SERIE „BETRIEBSWIRTSCHAFT IN DER PRAXIS“ n Teil 1 (zm 1-2/2026): Warum Zahnärzte Unternehmer sind und wie sie die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) richtig lesen und verstehen. n Teil 2 (zm 4/2026): Frühwarnsystem Praxissoftware: Warum eine BWA nur bedingt aussagekräftig ist und um Informationen aus der Praxissoftware ergänzt werden muss. n Teil 3: Diese fünf Kennzahlen sollte jeder Zahnarzt kennen: Um den Überblick nicht zu verlieren, reicht es oft, sich auf wenige Kennzahlen zu fokussieren. n Teil 4: Profitcenter-Rechnungen: Ist das Eigenlabor rentabel? Welche Umsätze muss die ProphylaxeAbteilung pro Stunde erbringen, um die laufenden Kosten zu decken? Diese Informationen kann man durch AbteilungsRechnungen sichtbar machen. n Teil 5: Liquiditätsmanagement: Jede BWA hat eine Seite 2 – die Liquiditätsrechnung. Aber nur die wenigsten Inhaberinnen und Inhaber schauen sich diese Information an, dabei ist sie oft wichtiger als die erste Seite der Gewinnermittlung. busch-dentalshop.de Eine Klasse für sich... Überlegene Schleifleistung und optimierter Kühlmittelfluss. PRAXIS | 43

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