48 | ZAHNMEDIZIN DER BESONDERE FALL MIT CME Odontogene Sinusitis erkennen und richtig behandeln Helena Albrecht, Daniel Groisman Dieser Patientenfall zeigt die diagnostischen und therapeutischen Tücken beim Vorliegen einer Sinusitis maxillaris. Im Mittelpunkt stehen die sichere Abgrenzung der odontogenen zur rhinogenen Sinusitis und der sinnvolle Umgang mit einer dokumentierten Penicillinallergie. Im Februar 2022 stellte sich die 46jährige Patientin nach Überweisung durch die Hauszahnärztin mit seit zwei Wochen bestehenden Schmerzen im linken Oberkiefer in einer MKGchirurgischen Praxis vor. Klinisch und radiologisch zeigten sich eine tiefe Karies an Zahn 26 mit apikaler Ostitis und enger Beziehung zur Kieferhöhle (Abbildung 1) sowie der devitale Zahn 27. Zwischen März und Oktober 2022 erfolgten dort eine Wurzelkanalbehandlung und später eine Revision an Zahn 26 sowie eine Trepanation von Zahn 27 mit Abfluss von putridem Sekret. Trotz dieser Maßnahmen blieben die Beschwerden bestehen. Ein DVT im Mai 2023 zeigte eine zystische Läsion in regio 27 mit Verdacht auf Kieferhöhlenperforation und bereits vollständiger Verschattung der linken Kieferhöhle (Abbildung 2). Zahn 27 wurde daraufhin extrahiert. In der Folge wurde leider die weiterhin bestehende Symptomatik als rhinogen fehlinterpretiert, da die odontogenen Foki als behandelt galten. Ab August 2023 entwickelte die Patientin eine einseitige, linksbetonte Pansinusitis Abb. 1: April 2022 – Zahnfilm regio 24 bis 27: Zahn 26 wurde aufbereitet und abgefüllt, die Wurzelfüllung erscheint suffizient und bis zum Apex. Die Wurzelspitzen projizieren sich in eine enge Lagebeziehung zur Kieferhöhle. Zahn 27 zeigt ebenfalls eine apikale Aufhellung, wurde allerdings vom Kollegen alio loco nicht behandelt. zm116 Nr. 06, 16.03.2026, (426) Abb. 2: Mai 2023 – DVT-Aufnahme des II. Quadranten, axialer Schnitt auf Höhe der Bifurkation des 27: Es zeigt sich eine Osteolyse zirkulär die palatinale Wurzel umgebend, idem zur Zahnfilmaufnahme aus dem Vorjahr. ZM-LESERSERVICE Die Literaturliste kann auf www.zm-online.de abgerufen oder in der Redaktion angefordert werden.
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