Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 6

Haben Sie eine Idee für ein Side-Hustle? Vorschau Zahnärztinnen und Zahnärzte sind – da hilft kein Drumherumgerede – eher Menschen der umtriebigen Art. Immer wieder trudeln Mails in der Redaktion ein oder zeigen Recherchen, dass sie einiges wuppen, so „Abseits der Praxis“. Weshalb wir unregelmäßig, aber verlässlich Kolleginnen und Kollegen vorstellen (auch in dieser Ausgabe Seite 54–56), die bis dahin unbekannte Kometen oder Menschenaffen entdeckt oder sich als Schlagersänger, Stewardessen und Fischzüchter einen Nebenerwerb aufgebaut haben. Ein solches „Side Hustle“ hatte wohl auch der US-Zahnarzt John G. Fischer aus Irving, Texas, im Sinn. Schmuck aus Milchzähnen wollte er stolzen Eltern verkaufen und reichte darum am 4. März 2014 unter der Nummer US 8,661,849 B2 das 21-seitige Patent „ECIDUOUS TEETH MATRIX JEWELRY AND METHOD OF MANUFACTURE“ ein. Die Idee ist simpel (siehe schematische Darstellung): Zähne werden in zwei oder mehr Teile zerteilt, in eine Form gegeben, mittels Bindemittel zu einer Zahnmatrix verbunden und in einem Schmuckrahmen platziert. Und siehe da: Zwölf Jahre später ist der Markt für Schmuck aus Körperbestandteilen der Lieb(st)en geradezu explodiert. Es gibt Muttermilch-Perlen, wahlweise verfeinert durch Haare und/oder Nabelschnur (z.B. https:// milidu.de), Medaillon-Halsketten, gefüllt mit der Asche des liebsten Haustiers, etwa das Modell „Circle of Life“ (Werbeslogan: „Für immer – für die Ewigkeit – fürs Herz“ (z.B. https:// www.milkies.de) oder Armreif-Charms, wahlweise mit eingearbeiteten Schnurrhaaren des verstorbenen Katers oder zu Kunststein verarbeiteten Blutstropfen (z.B. https://treeofopals.com). Wer einschlägige Foren durchsucht, kann sich sicher Mosaike aus abgeknipsten Fußnägeln online bestellen. Klar, dass klingt alles nach lauen Neuinterpretationen des ab den 1850er-Jahren vor allem in England angesagten Trauerschmucks aus den Haaren Verstorbener – aber hey! Eine Praxis-Website von Dr. Fischer ist nicht mehr zu finden. Der Kollege hat es mittlerweile scheinbar nicht mehr nötig, für seinen Lebensunterhalt zu bohren. mg THEMEN IM NÄCHSTEN HEFT – zm 7 ERSCHEINT AM 1. APRIL 2026 PRAXIS Corporate Design Wie Sie Ihre persönliche Handschrift finden! ZAHNMEDIZIN Retainer Ohne Retention kein stabiles Ergebnis? Fotos: ChatGPT/https://www.freepatentsonline.com/8661849.pdf, Jacek Wesolowski, Kranert zm116 Nr. 06, 16.03.2026, (476) 98 | ZU GUTER LETZT

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