Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

46 | GESELLSCHAFT CT-SCANS VON 37 ÄGYPTISCHEN MUMIEN ANALYSIERT Korrelation zwischen Mund- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist über 4.000 Jahre alt! Wenn es um unsere Zähne und unser Herz geht, können uns ägyptische Mumien viel erzählen: CT-Scans von 37 Mumien zeigen eine starke Korrelation zwischen oralen Erkrankungen und Arteriosklerose. Die Risikogruppe hat sich im Lauf der Jahrtausende jedoch gewandelt. Während früher Frauen stärker von Arteriosklerose und Parodontitis betroffen waren, sind es heute die Männer. Aus einer Gruppe von 137 Mumien wählten Forschende von Vanderbilt Health in Tennessee (USA) eine Untergruppe aus, die folgende Kriterien erfüllte: Verfügbarkeit eines digitalen CT-Scans, Alter über 18 Jahre, eindeutiges Geschlecht und eindeutige Konsensdiagnose einer atherosklerotischen Gefäßerkrankung. Die ausgewählten 37 Mumien wurden auf Karies oder periapikale Aufhellungen untersucht. Zusätzlich wurde in der dreidimensionalen Rekonstruktion des CT-Bildes der Abstand zwischen Schmelz-Zement-Grenze und Alveolarkamm gemessen. Methode Zu den Zähnen mit Karies zählten sowohl solche, die vermutlich aufgrund von Karies abgebrochen waren, als auch solche, die nach dem Bruch Karies entwickelten. Bei intakten Zähnen wurde das Vorhandensein von Karies anhand unregelmäßiger Aufhellungen im Schmelz und im Dentin festgestellt. Aufgrund des verwendeten Bildgebungsverfahrens war die Erkennung von beginnender und früher Karies jedoch unwahrscheinlich. Periapikale Aufhellungen wurden als gut abgegrenzte Aufhellungen an den Wurzelspitzen mit oder ohne offensichtlichen Knochenverlust definiert. Schließlich wurde die Messung des Abstands zwischen Schmelz-ZementGrenze (cement-enamel junction, CEJ) und Alveolarkamm (alveolar crest, AC) als maximal messbarer Wert pro Zahn verwendet, da Ablagerungen und postmortale Veränderungen mehrere Messungen pro Zahn erschwerten. Ergebnisse Die Kohorte umfasste 14 als weiblich und 23 als männlich identifizierte Mumien. Das geschätzte Sterbealter lag zwischen 19 und 60 Jahren. Die Anzahl periapikaler Aufhellungen und die Anzahl kariöser Zähne korrelierten in unbereinigten Modellen jeweils positiv mit der Anzahl kalzifizierter Gefäßbetten (periapikale Aufhellungen: geschätzt [SE] 0,066 [0,022], p < 0,010; Karies: geschätzt [SE] 0,065 [0,017], p < 0,010). Nach Adjustierung für Alter und Geschlecht waren diese Zusammenhänge jedoch nicht mehr CT-Aufnahmen von Hatiay, einer Mumie mit Anzeichen von Karotisverkalkungen (blauer Pfeil) und schlechter Zahngesundheit (rote Pfeile) zm116 Nr. 07, 01.04.2026, (520)

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