GESELLSCHAFT | 47 statistisch signifikant (periapikale Aufhellungen: geschätzt [SE] 0,044 [0,028], p = 0,113; Karies: geschätzt [SE] 0,021 [0,020], p = 0,304). In den adjustierten Modellen war ein höheres Alter signifikant mit einer höheren Anzahl verkalkter Gefäßbetten assoziiert (periapikale Aufhellungen: geschätzt [SE] 0,446 [0,134], p < 0,010; Karies: geschätzt [SE] 0,472 [0,140], p < 0,010). Das männliche Geschlecht war dagegen mit einer geringeren Anzahl assoziiert (periapikale Aufhellungen: geschätzt [SE] -0,695 [0,273], p = 0,011; Karies: geschätzt [SE] -0,558 [0,263], p=0,034). Ebenso war die mittlere CEJ/AC-Messung pro Mumie im unbereinigten Modell positiv mit der Anzahl kalzifizierter Gefäßbetten assoziiert (Schätzwert [SE] = 0,297 [0,139]; p = 0,040), jedoch nicht statistisch signifikant nach Adjustierung für Alter und Geschlecht (Schätzwert [SE] = 0,097 [0,158]; p = 0,543). In den adjustierten Modellen zeigte sich, dass ein höheres Alter signifikant mit einer höheren Anzahl kalzifizierter Gefäßbetten assoziiert war (Schätzwert [SE]: 0,816 [0,260]; p < 0,010), während das männliche Geschlecht mit einer geringeren Anzahl assoziiert war (Schätzwert [SE]: –1,20 [0,496]; p = 0,021). Früher zählten Frauen zur Risikogruppe – heute Männer! Mithilfe einer einfachen Poisson-Regression konnte im unbereinigten Modell ein positiver Zusammenhang zwischen dem oralen Entzündungsscore und der Anzahl kalzifizierter Gefäßbetten nachgewiesen werden (Schätzwert [SE]: 0,197 [0,046]; p < 0,010). Nach Adjustierung für Alter und Geschlecht war dieser Zusammenhang jedoch nicht mehr statistisch signifikant (Schätzwert [SE]: 0,137 [0,079]; p = 0,080). Das männliche Geschlecht war mit einer geringeren Anzahl kalzifizierter Gefäßbetten assoziiert (Schätzwert [SE]: −0,642 [0,262]; p = 0,014). Im Ergebnis stellten die Wissenschaftler fest, dass Karies und Parodontitis in dieser alten Kohorte weit verbreitet waren und mit Hinweisen auf verkalkte Blutgefäße – einem dauerhaften Marker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – korrelierten. Dabei wiesen die Männer seltener verkalkte Gefäßbetten auf als die Frauen. Heute beobachtet man genau das Gegenteil: Die Schwere von Arteriosklerose und Parodontitis ist bei Frauen weniger ausgeprägt. „Atherosklerose und Zahnerkrankungen scheinen beides entzündliche Prozesse zu sein, die mit dem chronologischen Alter zusammenhängen, sowohl bei Menschen, die heute leben, als auch bei Menschen, die vor 4.000 Jahren in Ägypten gelebt haben“, so Katherine Van Schaik, Erstautorin der Studie und Assistenzprofessorin für Radiologie bei Vanderbilt Health. „Studien wie diese können dazu beitragen, mechanistisch ausgerichtete Untersuchungen der Biologie des Alterns zu ermöglichen.“ „Historische Überreste bieten eine einzigartige Gelegenheit, die menschliche Biologie abseits moderner Eingriffe zu erforschen. Die Untersuchung der Biologie des menschlichen Alterns und von Krankheitsprozessen zu Zeitpunkten, die 4.000 Jahre auseinanderliegen, kann Aufschluss über die grundlegendsten Aspekte dieser Mechanismen geben.“ Fazit Fazit der Forschenden: „Unsere Arbeit bietet einen detaillierten Einblick in die Mundgesundheit einer kleinen Gruppe von alten Ägyptern. Im Einklang mit den Arbeiten anderer Wissenschaftler zeigen unsere Ergebnisse das wahrscheinlich hohe Alter immunologischer und physiologischer Prozesse und liefern Belege für langjährige Mundkrankheiten, die sich bis in die heutige Bevölkerung erstrecken.“ ck Witt AA, Smith DK, Thompson RC, Thomas GS, Sutherland ML, Sutherland JD, Michalik DE, Rowan CJ, Van Schaik KD. Imaging the past: Dental pathologies and cardiovascular disease in Egyptian mummified remains. J Am Dent Assoc. 2026 Jan 30:S00028177(25)00691-9. doi: 10.1016/j.adaj.2025.11.013. Epub ahead of print. PMID: 41618943. zm116 Nr. 07, 01.04.2026, (521) Periapikale Aufhellungen im Oberkiefer (violette Pfeile) (A) und im Unterkiefer (blaue Pfeile) (B) sowie Karies (grüne Pfeile) (C), gesehen in axialer, sagittaler und koronaler Ebene mittels Computertomografie von drei männlichen Mumien Darstellung des Abstands zwischen der Schmelz-Zement-Übergangsstelle (CEJ) und dem jeweiligen Alveolarkamm (AC) (rote Linie) in menschlichen Skelettresten aus der altägyptischen Stätte Qau (A) und die Messung vom CEJ zum AC (gelbe Linie) auf den dreidimensional rekonstruierten Computertomografie-Scans (B, blauer Kreis) Foto: Witt, Atlee et al.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=