Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

POLITIK | 55 Anstieg von Karies überstanden haben, da sie seit dem Kindergartenalter gut im Zähneputzen geschult waren"1. Bei Kindern aus instabilen häuslichen Verhältnissen, in denen eine verlässliche Mundhygienekultur kaum vorhanden war, sah es anders aus. Für sie hatte der Rückzug ins Private negative Auswirkungen – hier kam es zu Rückschritten und vermehrter Karies. Genau dieses Bild bestätigen uns auch die Rückmeldungen aus den Landesarbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege (LAGen). Es gibt Hinweise darauf, dass es in der Corona-Pandemie bei Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko „zu einer Verschlechterung der Karieserfahrung gekommen ist"2. Wird sich diese Entwicklung an den für das nächste Jahr erwarteten Daten der neuen Epidemiologischen Begleituntersuchung ablesen lassen? Ich denke, das wird sich in der einen oder anderen Form in den Ergebnissen widerspiegeln. Die Daten wurden zwar teilweise schon erhoben, aber noch nicht ausgewertet. Ich kann daher noch nichts dazu sagen. Was werden uns die neuen Epidemiologischen Begleituntersuchungen der DAJ bringen? Auf jeden Fall wird es mehr Daten geben. Die DAJ-Studie betrachtet die frühkindliche Karies bei Dreijährigen und bei Sechs- bis Siebenjährigen. Im Unterschied zur Studie aus dem Jahr 2016 werden Dreijährige nun in fast allen Bundesländern untersucht. Die Untersuchungen werden von über 700 kalibrierten Zahnärztinnen und Zahnärzten durchgeführt – rund 200 mehr als in der vorangegangenen Studie. Im Vergleich zu 2016, als circa 300.000 Kinder untersucht wurden, gehen wir dieses Mal von einer noch höheren Anzahl an Untersuchten aus. Dies kann zur Verbesserung der Datenlage zur Kindergesundheit beitragen. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse, die zur Mitte des Jahres 2027 erwartet werden. Und nicht nur wir, denn Bund und Länder, Gesetzliche Krankenkassen und zahnärztliche Standesorganisationen nutzen die Daten der DAJ-Studie ebenfalls. Wo stehen wir heute in der Gruppenprophylaxe? Was bedeuten die Nachrichten aus Berlin und Thüringen? Für uns sind sie ein wichtiges Signal: Die Gruppenprophylaxe hat gesundheitspolitisch an Gewicht gewonnen – und das nicht zufällig. Die DAJ hat dieses Thema über Jahre konsequent gesetzt, wissenschaftlich unterfüttert und in die politischen Debatten getragen. Dass Berlin nun eine gesetzliche Verankerung schafft und Thüringen öffentlich für das Zähneputzen in Kitas wirbt, zeigt, dass diese Arbeit Wirkung entfaltet. Und nicht nur dort. Auch in vielen anderen Bundesländern wurden Initiativen ergriffen, Kindern durch entsprechende Maßnahmen in ihren Lebenswelten ein zahngesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Gerade weil in den Ländern viele unterschiedliche Akteure eingebunden sind und die Entscheidungswege oft komplex sind, werten wir diese Entwicklungen als echten Erfolg. Sie belegen, dass die Gruppenprophylaxe inzwischen als zentraler Baustein der Kindergesundheit verstanden wird. Das Gespräch führte Benn Roolf. Zitierte Studien: 1. Winter, J.; Hartmann, T.; Schul, C.; Hörschgen, E.; Thöne-Mühling, M.;Wollenberg, B.; Amend, S.; Frankenberger, R.. Impact of Interrupting Oral Prevention on Dental Health of 7- to 8-Year-Old Children Due to COVID-19. Children 2025, 12, 315. https://doi. org/10.3390/children12030315. 2. Schiffner, U (2023) Aktuelle Zahlen zur Karies bei Kindern im Vorschulalter. Zwischen neuen Fluoridempfehlungen, FU-Positionen und der COVID-19-Pandemie. Oralprophylaxe Kinderzahnhelkd.45: 228-233. https://doi.org/10.1007/s44190-023-0688-8. zm116 Nr. 07, 01.04.2026, (529) Die DAJ hat das Thema Gruppenprophylaxe über Jahre konsequent gesetzt, wissenschaftlich unterfüttert und in die politischen Debatten getragen. Diese Arbeit entfaltet jetzt ihre Wirkung. Rocky. Durchdringt Zirkonoxid und knackt die härteste Krone. Eine neue Ära im Kronentrennen beginnt. 04/2025 · 420667V0 www.kometstore.de Jetzt sichern!

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