Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

GESELLSCHAFT | 63 gehend ab. „Damals waren meine Söhne noch klein und ich hatte gerade die Praxis gegründet. Fürs Laufen fehlten Zeit und Energie“, erzählt der zweifache Vater und Großvater. Auf seiner Trainingsstrecke trifft er oft Patienten Nach der Wende war für ihn schnell klar, dass er sich in eigener Praxis niederlassen möchte. „Ich hatte kein Interesse an der Arbeit in einer Poliklinik und die Aufbruchstimmung nach 1989 hat mich in meinen Plänen bestärkt“, erinnert sich Lewerenz, der in SachsenAnhalt zu den ersten 100 niedergelassenen Zahnärzten gehörte. In Schollene, das er nach dem Studium in Rostock und der Fachzahnarztprüfung für Allgemeine Stomatologie 1989 kennenlernte, baute er sich Anfang der 1990erJahre ein Haus mit angeschlossener Praxis. Als Niedergelassener startete er, zunächst in anderen Räumlichkeiten, am 1. Januar 1991. Bis heute ist er der einzige Zahnarzt in der rund 1.400 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Gemeinde – wo alle sein Hobby kennen. Auf seiner bevorzugten Trainingsstrecke, dem Havelradweg, begegnet er häufiger mal Patienten. Bei Terminen biete das Laufen dann immer guten Gesprächsstoff, erzählt er: „Mir haben schon viele Patientinnen und Patienten erzählt, dass sie in der Zeitung nachschauen, ob sie mich bei den Laufwettbewerben in der Region entdecken.“ Wie lange er noch praktizieren will? „Gute Frage! Die stellen mir die Menschen aus Schollene zwei- bis dreimal die Woche“, sagt Lewerenz. „Ich habe mich noch nicht entschieden, aber bis zu meinem 70. nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall weitermachen.“ Der Landzahnarzt, der seit Jahren die Kreisstelle der Landeszahnärztekammer in Havelberg leitet, fühlt sich dabei vor allen Dingen den Menschen aus Schollene und Umgebung verpflichtet. Eine Nachfolge für seine Praxis sei leider nicht in Sicht. Immerhin: „Durch den Sport fühle ich mich so fit, dass die Verlängerung keine körperliche Belastung für mich bedeutet. Ich benötige noch keine Medikamente und habe einen Ruhepuls von deutlich unter 60 Schlägen.“ Dazu trägt sein diszipliniertes Training bei, zu dem KI-unterstützte Laufpläne, eine gesunde Ernährung und regelmäßiges Krafttraining gehören. Der Zahnarzt läuft an drei Tagen pro Woche, vor Wettkämpfen sogar an fünf Tagen – bei Wind und Wetter, wie er betont: „Viele sind im Winter auf dem Laufband, darauf habe ich keine Lust. Ich gehe immer raus. So bekomme ich beim Laufen am besten den Kopf frei.“ Nur im Notfall, wenn es die Witterung wegen Glätte nicht zulässt, steigt er aufs Ergometer. Sein Ruhepuls hat deutlich unter 60 Schläge Das Laufen halte nicht nur den Körper, sondern auch den Geist fit. Das sei seine größte Motivation, verrät Lewerenz. Und, schiebt er nach, das unschlagbare Glücksgefühl am Ende eines Rennens: „Nach einem anstrengenden Wettkampf über die Ziellinie zu laufen – das erhebende Gefühl, es wieder geschafft zu haben, ist unbeschreiblich und mit kaum etwas zu vergleichen.“ sth zm116 Nr. 07, 01.04.2026, (537) Ein echter Goldjunge: Bei den Medigames 2025 in Lloret de Mar gewann Dr. Norbert Lewerenz Gold über die 800, 1.500, 3.000 und 5.000 Meter. Im Crosslauf wurde es die Silbermedaille. Abräumer: viermal Gold und einmal Silber Fotos: Privat

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