Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 7

NACHRICHTEN | 65 zm116 Nr. 07, 01.04.2026, (539) Foto: Deemerwha studio - adobe.stock.com GEGEN VERSORGUNGSENGPÄSSE KZVLB begrüßt Ausweitung des Landärzteprogramms Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Land Brandenburg (KZVLB) hat die geplante Erweiterung des Landärzteprogramms auf Zahnärztinnen und Zahnärzte begrüßt. Die entsprechende Regelung ist im neuen Koalitionsvertrag von SPD und CDU für Brandenburg verankert. Aus Sicht der KZVLB stellt die Maßnahme einen wichtigen Schritt dar, um den zahnärztlichen Nachwuchs für Tätigkeiten im ländlichen Raum zu gewinnen und die flächendeckende Versorgung langfristig zu sichern. „Wir begrüßen sehr, dass die Landesregierung unsere Anregung aufgegriffen und die Erweiterung des Landärzteprogramms auf Zahnärztinnen und Zahnärzte im Koalitionsvertrag verankert hat. Das ist ein wichtiges Signal für die Nachwuchsgewinnung und für die Sicherung der zahnmedizinischen Versorgung im ländlichen Raum“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der KZVLB, Eberhard Steglich. Darüber hinaus sieht die KZVLB weiteren politischen Handlungsbedarf. Analog zur Humanmedizin spricht sich die Standesvertretung für die Einführung einer sogenannten Landzahnarztquote aus. Voraussetzung dafür sei allerdings der Ausbau der Studienkapazitäten in der Zahnmedizin. Derzeit besteht im Land Brandenburg lediglich an der Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane die Möglichkeit, Zahnmedizin zu studieren. Diese Kapazitäten reichten nicht aus, um den langfristigen Bedarf an Zahnärztinnen und Zahnärzten im Land zu decken, so die KZVLB. Die KZVLB kündigte an, den weiteren politischen Prozess konstruktiv zu begleiten und ihre fachliche Expertise einzubringen, um gemeinsam mit der Landespolitik nachhaltige Lösungen für die zahnärztliche Versorgung in Brandenburg zu entwickeln. nb LZK SACHSEN GIBT SICHERHEITSWARNUNG Betrugsmails im Umlauf! Die Landeszahnärztekammer Sachsen (LZKS) gibt eine Sicherheitswarnung heraus: Aktuell kursieren E-Mails, die fälschlicherweise im Namen der Kammer verschickt wurden. Als Absender ist ein gewisser Daniel Schreiber angegeben. Die LZKS hat am späten Vormittag des 5. März per Newsletter eine Sicherheitswarnung an die Kammermitglieder und weitere Abonnenten verschickt. Darin der Hinweis: „Öffnen Sie diese E-Mails nicht und löschen Sie sie sofort. Klicken Sie weder auf Links noch auf Anhänge. Bei Zweifeln kontaktieren Sie bitte direkt die LZKS.“ Welche Betrugsmasche hinter der gefälschten E-Mail steckt, ist derzeit noch nicht bekannt. Die offiziellen Kontaktdaten der Kammer: Telefon: 0351 8066 272 E-Mail: mitgliederverwaltung@lzk-sachsen.de LL KI-ANWENDUNG ZEIGT ERHEBLICHE MÄNGEL ChatGPT Health übersieht die Hälfte an Hochrisikonotfällen Forschende aus New York warnen, dass das KI-Tool „ChatGPT Health“ Hochrisikonotfälle teilweise unterschätzt, da es Gesundheitsfragen unzureichend bewertet. Zum Hintergrund: Seit Anfang des Jahres stellt das US-Unternehmen OpenAI mit „ChatGPT Health“ ein Gesundheits-Tool zur Verfügung. Laut OpenAI wenden sich täglich mehr als 40 Millionen Menschen mit Gesundheitsfragen an die KI. Das Tool ist auch dazu in der Lage, Empfehlungen auszugeben, wie dringend und wie schnell eine Nachuntersuchung bei einem Mediziner erfolgen sollte. Es kann somit als erste Anlaufstelle für die Symptomberatung von Patienten dienen. Tatsächlich weist die KI-Anwendung ChatGPT Health jedoch erhebliche Lücken auf, da sie die Dringlichkeit von Notfällen falsch einschätzt. Zu diesem Ergebnis kam das Forschungsteam um Ashwin Ramaswamy von dem Mount Sinai Health System in New York in seiner kürzlich veröffentlichten Studie. Die Forschenden führten einen strukturierten Stresstest der TriageEmpfehlungen von ChatGPT Health durch. Dazu verwendeten sie 60 von Klinikärzten kurz gefasste Fallbeschreibungen aus 21 klinischen Bereichen unter 16 faktoriellen Bedingungen. Die Basis umfasste somit insgesamt 960 Antworten. Das KI-System stufte 52 Prozent der Fälle als zu wenig dringlich ein, die unter den Goldstandard der Notfall-Detektion fallen. Patienten mit diabetischer Ketoazidose und drohendem Atemversagen empfahl die KI etwa eine Abklärung innerhalb von ein bis zwei Tagen statt den direkten Gang in die Notaufnahme. Typische Notfälle wie Schlaganfall und Anaphylaxie wurden hingegen korrekt triagiert. Die nicht korrekt detektierten Notfälle wirken sich unmittelbar auf die Patientensicherheit aus, warnen die Forschenden. Sie fordern daher unabhängige Sicherheitsprüfungen vor der Markteinführung von KI-Anwendungen. LL Ramaswamy, A., Tyagi, A., Hugo, H. et al. ChatGPT Health performance in a structured test of triage recommendations. NatMed (2026). https://doi.org/10.1038/ s41591-026-04297-7

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