zm116 Nr. 07, 01.04.2026, (552) 78 | PERSÖNLICHES IN GEDENKEN AN DR. WILHELM OSING Mit Dr. Wilhelm Osing verliert die deutsche Zahnärzteschaft einen ihrer profiliertesten Vordenker und einen unermüdlichen Streiter für die Belange unseres Berufsstandes. Über Jahrzehnte hinweg prägte er die standespolitische Landschaft in Deutschland in besonderer Weise. Unser geschätzter Kollege ist am 2. März 2026 im Alter von 93 Jahren verstorben. Sein langjähriges, vielfältiges Engagement galt neben der Versorgung von Patientinnen und Patienten in seiner Praxis insbesondere der zahnärztlichen Standespolitik. Dr. Osing war ein hoch geschätzter Kollege und über viele Jahre ein wertvoller Mitstreiter, der innerhalb der KZBV wie auch in der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein aufgrund seines fachlichen Wissens, seines außerordentlichen Engagements und seiner persönlichen Integrität ein hohes Ansehen genoss. Dr. Osing wurde am 13. Juli 1932 in Badberg geboren. Er studierte Zahnmedizin in Kiel und Düsseldorf. In Düsseldorf legte er 1955 auch sein Staatsexamen ab, wo er bereits ein Jahr später promovierte. Bis 1964 war er Assistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Karl Häupl an der Westdeutschen Kieferklinik, Medizinische Akademie Düsseldorf, der späteren HeinrichHeine-Universität, und hatte dort später weitere 14 Jahre einen Lehrauftrag für Berufskunde und Berufsrecht inne. 1965 ließ Dr. Osing sich in Düsseldorf-Benrath nieder. Sein Wirkungskreis als Zahnarzt reichte weit – bis nach Moskau, wo er Mitte der 1970er-Jahre den damaligen Generalsekretär der KPdSU, Leonid Iljitsch Breschnew, zahnmedizinisch betreute. Schon 1965 begann er sich für die berufspolitischen Belange der Kollegenschaft einzusetzen. Die von ihm ausgeübten Ehrenämter sind derart zahlreich, dass sie alle aufzulisten kaum möglich erscheint. So soll hier ausdrücklich betont werden, dass die Ehrenmedaille der KZV Nordrhein aus gutem Grund seinen Namen trägt. Dr. Osing schuf nämlich ab 1969 als Vorstandsmitglied, ab 1979 als Vorstandsvorsitzender das solide Fundament, auf dem die KZV Nordrhein bis heute aufbaut. Besonders hervorzuheben ist seine verdienstvolle Tätigkeit in der Vertreterversammlung der KZBV (1970–1996) sowie als Mitglied des Vorstandes der KZBV (1986–1994). In diesen Funktionen setzte er sich mit großem Einsatz und diplomatischem Geschick für die Interessen der Vertragszahnärzteschaft auf Bundesebene ein. Mit tiefem Sachverstand führte er wegweisende Verhandlungen und engagierte sich leidenschaftlich für die ökonomische Stabilität der Praxen sowie für die Wahrung der freiberuflichen Grundlagen unseres Berufsstandes. Die Bundeszahnärztekammer verlieh Dr. Osing 1997 die Ehrennadel in Gold. Im folgenden Jahr wurde sein gesamtgesellschaftliches Wirken mit der Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. Wir verlieren mit Dr. Wilhelm Osing einen hochgeschätzten Kollegen, klugen Ratgeber und verlässlichen Wegbegleiter, dessen Stimme, Erfahrung und Persönlichkeit uns sehr fehlen werden. Wir werden ihn in dankbarer und ehrenvoller Erinnerung behalten. Martin Hendges Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Dr. Karl-Georg Pochhammer Stellv. Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Meike Gorski-Goebel Stellv. Vorsitzende des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Dr. Wolfgang Eßer Ehrenvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Dr. Wilhelm Osing ist im Alter von 93 Jahren verstorben. Foto: KZV Nordrhein
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