10 | MEINUNG zm116 Nr. 09, 01.05.2026, (676) Absolvent mit mehrjähriger Vollzeittätigkeit im KFO-Schwerpunkt akkumuliert in der Praxis ein Fallvolumen, das die universitäre Weiterbildung bei Weitem übertrifft. Die Übertragung des humanmedizinischen Facharztmodells auf die Zahnmedizin ist daher strukturell nicht gerechtfertigt. Die versorgungspolitischen Folgen wären gravierend – und gehen weit über die Zahnmedizin hinaus. Moderne Kieferorthopädie leistet weit mehr als Zahnstellungskorrekturen. Frühzeitige Behandlung optimiert nachweislich die Atemwegsgeometrie bei Kindern – mit direkter Wirkung auf Mundatmung, Schlafqualität und kognitive Entwicklung. Mundatmende Kinder ohne frühzeitige KFO-Intervention verursachen Mehraufwand in einer Vielzahl angrenzender Fachrichtungen: Logopädie, HNO, Schlafmedizin, Kinderpsychiatrie, Entwicklungspädiatrie, Kieferchirurgie und Physiotherapie. Eine frühzeitige KFO-Intervention ist damit eine der kosteneffizientesten Präventivmaßnahmen im Kindesgesundheitssystem überhaupt. Versorgungsengpässe treffen hier nicht nur die Zahnmedizin, sondern erzeugen mittel- und langfristig erhebliche Folgekosten in mehreren Fachbereichen gleichzeitig. Als warnendes Beispiel dienen die Verhältnisse in Großbritannien: Der NHS verzeichnet bei kieferorthopädischen Leistungen Wartezeiten von mehreren Jahren, weil das Behandlerangebot künstlich auf einen engen Spezialistenkreis beschränkt wurde. Eine analoge Verknappung in Deutschland – bei gleichzeitig steigendem Versorgungsbedarf (laut DMS 6: ca. 40 Prozent der 8-9-Jährigen mit KFO-Indikation) – würde insbesondere Familien mit gesetzlicher Krankenversicherung treffen und die Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche faktisch aushöhlen. Dr. Moritz Göde M.Sc. Kieferorthopädie, München Auch KZBV und BZÄK sehen durch den Referentenentwurf für ein GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz eine massive Gefährdung für die Kieferorthopädie. Lesen Sie dazu den Artikel „Geplante GKV-Regelungen bedrohen zahnärztliche Versorgung“ in dieser Ausgabe auf Seite 14. KUNST IN DER ZAHNARZTPRAXIS Diese Bilder hängen in meiner Praxis Leserbrief zur Titelgeschichte „Von Monet bis Pappmaché“ in zm 6/2026, S. 34-39 Hier sind zwei Fotos von der Kunst in meinen Behandlungszimmern. Meine Idee: Die Werke sind farblich abgestimmt auf die Stuhl-Polster. Dr. Julia Hänseler Aachen Zeigen Sie uns Ihre Praxiskunst! Sie haben auch Kunst an der Praxiswand, zeigen Skulpturen im Wartezimmer oder präsentieren Installationen im Außenbereich? Dann lassen Sie doch Ihre Kolleginnen und Kollegen daran teilhaben und schicken Sie uns Fotos an zm@zm-online.de. Wir stellen Ihre Praxiskunst in den nächsten Ausgaben vor! Fotos: privat
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