Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 10

EIN BILD UND SEINE GESCHICHTE Foto: YouTube – b/60, Dennis – stock.adobe.com zm116 Nr. 10, 16.05.2026, (772) 10 | GESELLSCHAFT Als Najdat Saqr 2024 seine Notpraxis „The Dental Tent“ im Flüchtlingslager Nuseirat Camp in Gaza eröffnete, wurde dies als Akt des Widerstands und Hoffnungsschimmer in den Wirren des Krieges mit Israel gefeiert. Durch ein Bombardement der Israelis hatte der Zahnarzt zuvor so gut wie alles verloren, seine ehemals gut gehende Privatpraxis mit acht Angestellten und drei Behandlungszimmern lag in Trümmern – ebenso wie die Versorgung der Menschen im Kriegsgebiet. Saqr klaubte also alle noch brauchbaren Geräte und Materialien aus den zerstörten Räumen zusammen und richtete in einem der Zelte des Camps eine provisorische Praxis ein. Zwei Jahre später gibt es kein Happy End, denn mittlerweile hat sich die Lage Medienberichten zufolge immer weiter verschlechtert. Es mangelt an Verbrauchsmaterialien wie Acryl, Zirkon, Wachs und Gips, außerdem an Kraftstoff und Strom. Mitte April gingen der Praxis dann die Anästhetika und Füllungsmaterialien aus, berichtet die Zeitung The National aus Abu Dhabi. Gleichzeitig würden nicht nur die Einfuhr des dringend benötigten Nachschubs mit Verweis auf eine mögliche militärische Verwendung gestoppt, sondern auch Antibiotika und sogar Handinstrumente konfisziert. Nach Angaben eines Sprechers des Zahnärzteverbands Gaza wurden Hunderte von Kliniken seit Kriegsbeginn zerstört, während andere aufgrund mangelnder Ausrüstung und Vorräte schließen mussten. „Unsere Arbeit könnte jeden Moment aufhören“, sagte er gegenüber The National. „Wir machen mit großen Schwierigkeiten weiter.“ In der Zwischenzeit sorgten die schlechte Ernährung und die mangelnde Hygiene in den Flüchtlingslagern für einen Anstieg oraler Krankheiten. 

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