Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 10

82 | GESELLSCHAFT IN BURKINA FASO MIT AMPO INTERNATIONAL 32 Zahnärzte für 18 Millionen Menschen Lena Müller-Heupt Mit AMPO, kurz für Association Managré Nooma pour la Protection des Orphelins, versuchen wir die bestehenden Strukturen vor Ort in Burkina Faso zu stärken und somit mehr als nur eine Kurzzeithilfe zu sein. Die begrenzten finanziellen Mittel und der Mangel an Materialien sind die größte Herausforderung. Im Land herrscht obendrein eine äußerst volatile Sicherheitslage. In Burkina Faso kommen auf rund 18 Millionen Einwohner etwa 32 Zahnärzte. Zum Vergleich: In Deutschland wären es bei dieser Bevölkerungsgröße rechnerisch 15.480. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in dem westafrikanischen Land liegt bei unter drei US-Dollar pro Tag. Somit zählt Burkina Faso zu den ärmsten Staaten der Welt, die Mehrheit seiner Einwohner lebt unter der Armutsgrenze. Eine Krankenversicherung gibt es nicht. Für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist zahnmedizinische Versorgung daher weder präventiv noch kurativ selbstverständlich, sondern purer Luxus. Was das bedeutet, zeigt der Fall des neunjährigen Ridouane, einem Waisenkind aus der Hauptstadt Ouagadougou. Ridouane stellte sich uns mit einer ausgeprägten Wangenschwellung und massiven Schmerzen im linken Unterkiefer vor. Klinisch zeigte sich eine weit fortgeschrittene kariöse Zerstörung mit akuter entzündlicher Symptomatik. Der Zahn war nicht erhaltungsfähig, eine sofortige Extraktion indiziert. Der Eingriff verlief komplikationslos. Postoperativ erhielt er Analgetika, eine entzündungshemmende Medikation, Jeder Beitrag erweitert unseren Handlungsspielraum vor Ort unmittelbar. Fotos: AMPO International e.V. zm116 Nr. 10, 16.05.2026, (844) Andrang vor der Krankenstation in Ouagadougou: Die AMPO Krankenstation behandelt jährlich rund 71.300 Patienten.

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