14 | POLITIK 20 und 34 Jahren im gesamten Untersuchungszeitraum zahnärztliche Kontrolluntersuchungen am wenigsten in Anspruch; die Quote lag in dieser Gruppe bei 57 Prozent. Die höchsten Quoten wiesen Menschen zwischen 45 und 64 Jahren (67,1 Prozent) sowie zwischen 65 und 74 Jahren (70,4 Prozent) auf. Bei den Hochaltrigen ab 75 Jahren sank die Quote hingegen wieder ab – sie lag 2024 bei 63,8 Prozent. Höchste Quote in Sachsen, niedrigste im Saarland Auch regional zeigten sich deutliche Unterschiede: So nahmen im gesamten Untersuchungszeitraum mehr Menschen in Ostdeutschland zahnärztliche Kontrolluntersuchungen wahr als in Westdeutschland. Besonders deutlich war 2024 der Unterschied zwischen Sachsen mit der höchsten Quote (73,1 Prozent) und dem Saarland mit der niedrigsten Quote (59 Prozent). Die Mundgesundheitsziele für Deutschland 2030, veröffentlicht von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), sehen vor, die Prävention zu stärken. Die Autoren betonen, dass dazu auch eine Erhöhung der Quote der Inanspruchnahme zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen in der Bevölkerung gehöre. Die Erkenntnis, dass regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen sich positiv auf die Mundgesundheit auswirken und das Risiko verringern, beispielsweise an Karies und Parodontitis zu erkranken, müsse sich noch weiter verbreiten. Vor diesem Hintergrund plädieren die Autoren für gezielte Maßnahmen, um die Inanspruchnahme von Kontrolluntersuchungen in wichtigen Risikogruppen zu erhöhen. Dazu gehören laut der Untersuchung Männer, Menschen im jungen und im frühen mittleren Lebensalter, Hochaltrige sowie Menschen in Westdeutschland, insbesondere in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, RheinlandPfalz und Saarland. ao Krause, L., Seeling, S. & Reitzle, L.: Inanspruchnahme zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen in Deutschland – Prävalenzen und Trends auf Basis von GKVRoutinedaten. Bundesgesundheitsbl (2026). https:// doi.org/10.1007/s00103-026-04253-3 zm116 Nr. 13-14, 16.07.2026, (1064) Abb. 3: In Ostdeutschland gingen von 2015 bis 2024 zwischen 8,8 und 5,7 Prozent mehr Menschen zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung. Foto: Krause et al. Inanspruchnahme zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen (nach Region) Inanspruchnahme zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen (nach Bundesland) Abb. 4: In Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gehen Erwachsene seltener zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung als in anderen Bundesländern. Foto: Krause et al. 62,5 62,7 65,9 64,1 62,9 67,6 73,1 70,7 61,9 59,0 59,5 61,5 63,8 65,9 66,5 67,2 59–62% 62–65% 65–68% 68–71% 71–74%
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