26 | GESELLSCHAFT SPECIAL OLYMPICS NATIONALE SPIELE 2026 IM SAARLAND „Wir wollen gewinnen!“ Mit den Nationalen Spielen der Special Olympics lief im Juni im Saarland Deutschlands größtes inklusives SportEvent. Für die Athletinnen und Athleten ging es um Teilhabe, Spaß am Sport und die Qualifikation für die Weltspiele 2027 in Chile. Teil der Veranstaltung war wieder das Gesundheitsprogramm „Healthy Athletes“, denn Menschen mit geistiger Beeinträchtigung leben mit höheren Gesundheitsrisiken. Sechs Tage stand das Saarland im Zeichen gelebter Inklusion: Rund 4.300 Athleten traten bei den Nationalen Spielen der Special Olympics in 27 verschiedenen Disziplinen an – die größte Sportveranstaltung, die das kleine Bundesland bis dato je ausgetragen hat. Mit viel Sonnenschein und Temperaturen bis über 30 Grad zog das Großevent rund 110.000 Besucher, Teilnehmer und Helfer an. Dabei machten die 3.100 Volunteers das facettenreiche Rahmenprogramm erst möglich. Erfolg im Sport braucht eine gute Gesundheit Die Veranstaltung mit ihren 23 Austragungsstätten hatte sich auf die Fahne geschrieben, mit ihrer Zugkraft die Aufmerksamkeit für die Menschen zu erhöhen, die im Massensport meist kaum zu sehen sind. Am Ende wurden 6.000 Medaillen überreicht. Ob beim Rudern, beim Beachvolleyball, beim Voltigieren oder auch beim Tennis – erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler brauchen eine gute Gesundheit. Deshalb wurde die Sportveranstaltung wieder von dem Gesundheitsprogramm „Healthy Athletes“ begleitet. Das Programm ist zentraler Bestandteil des Events, da Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko für gesundheitliche Einschränkungen haben. Deren Ursachen sind vielschichtig, sie reichen von direkten medizinischen Verbindungen zu ihrer Grunderkrankung über eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten bis hin zu strukturellen Barrieren im Gesundheitssystem. Die freiwilligen Helfer konnten rund 2.750 Untersuchungen und Beratungen in fünf Disziplinen durchführen. Vorab schilderte SOD-Athletin Tabea Grabe beim Health Talk, wie schwer es sei, Ärzte überhaupt zu verstehen oder einen Termin zu vereinbaren. Sie wünscht sich, dass Mediziner sich mehr Zeit für Menschen mit einer geistigen Behinderung nehmen. Erklärungen und Formulare sollten zudem in Leichter Sprache geschrieben sein. „Es gibt noch viel zu tun“, bestätigte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel: „Deutschland hat vor 17 Jahren die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und damit das Versprechen gegeben, dass alle Menschen einen Zugang zu allen Systemen der Gesellschaft bekommen. Das gilt auch für das medizinische System.“ Special Smiles machte 456 zahnmedizinische Screenings Rund um die Mundgesundheit gibt es dafür das Programm „Special Smiles“, das die Bundeszahnärztekammer seit Jahren unterstützt. Unter den vielen freiwilligen Helfern engagierten sich in diesem Jahr neben Zahnärztinnen und Zahnärzte auch viele Zahnmedizinstudierende der Universität Homburg sowie Dentalhygienikerinnen, Pflegeschülerinnen und Logopädiestudierende. Neben den Athleten nahmen fast 200 Teilnehmende aus Wohnein- „Ich will gewinnen! Und wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben“ – der Eid der Special Olympics beschwört den Wertekern des Sports. zm116 Nr. 13-14, 16.07.2026, (1076)
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