18 | POLITIK STABWECHSEL IM BUNDESGESUNDHEITSMINISTERIUM Der Neue steht vor Herausforderungen Dr. Carsten Linnemann ist neuer Bundesgesundheitsminister. Er folgt auf Nina Warken, die als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik als Chefin ins Kanzleramt wechselt. Linnemann steht vor großen Herausforderungen, denn die Erwartungen an ihn sind hoch. Bei der Amtsübergabe am 29. Juli im Bundesgesundheitsministerium (BMG) kündigte Linnemann an, die von Warken angestoßenen Reformen fortsetzen zu wollen. Konkret nannte er die Pflegereform, die Strukturreform im Gesundheitswesen und das Primärversorgungssystem. Die anstehenden Themen gingen „mitten ins Mark“ der Gesellschaft. „Vor eineinhalb Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich einmal hier stehe“, bekannte Linneman, der zuvor CDU-Generalsekretär war. Das Amt des Bundesgesundheitsministers sei „kein kalter Job, es ist ein warmherziger Job“. Es gehe um Menschen. Er wünsche sich, „Politik zu machen, die die Menschen erreicht“. Zuvor hatte die bisherige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nach gut 14 Monaten im Amt Bilanz gezogen. Seit ihrer Amtsübernahme seien insgesamt neun Gesetze verkündet worden, vier Entwürfe wurden vom Kabinett beschlossen, für zwei weitere Referentenentwürfe erarbeitet. Dazu kämen 20 Verordnungen sowie fünf Referentenentwürfe. „Mit der Verabschiedung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes noch vor der Sommerpause ist uns ein Meilenstein gelungen“, betonte Warken. Ihrem Nachfolger wünschte sie alles Gute und viel Erfolg. Dauerbaustelle Gesundheitswesen Linnemann gehört dem Wirtschaftsflügel der CDU an. In der Gesundheitspolitik fiel er bisher vor allem durch schlagzeilenträchtige Forderungen auf, wie etwa nach einer Reduzierung der Zahl der Krankenkassen. Der 49-Jährige wuchs in einer Buchhändler-Familie in einem kleinen Ort in der Nähe von Paderborn auf. Der promovierte Volkswirt war an der TU Chemnitz und bei Banken tätig. Von 2022 bis 2024 war er stellvertretender Parteivorsitzender der CDU und von Juli 2023 bis Juli 2026 deren Generalsekretär. In seiner Freizeit bekommt er nach eigenen Angaben beim Skat und beim Joggen den Kopf frei. Zudem ist er seit 2018 Vizepräsident des Fußballvereins SC Paderborn 07. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat Linnemann aufgefordert, den begonnenen Reformprozess zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im engen Dialog mit der Selbstverwaltung weiterzuführen. „Die Vertragszahnärzteschaft zeigt seit vielen Jahren: Eigenverantwortung, Prävention und ein effizienter Einsatz der Beitragsmittel gehören zusammen“, sagte KZBVVorstandschef Martin Hendges. Auch die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) möchte den konstruktiven Dialog mit dem neuen Gesundheitsminister über die notwendigen Reformprozesse fortsetzen. „Aus Sicht der Zahnärzteschaft kommt es nun darauf an, die Eigenverantwortung zu stärken, die freiberuflichen Strukturen zu festigen, unnötige Bürokratie konsequent abzubauen und die Prävention als gesundheitspolitisches Leitprinzip weiter aus- „Ich hätte gerne die Vorhaben noch abgeschlossen“, sagte Nina Warken bei der Amtsübergabe am 29. Juli. Aber sie wisse auch, dass die Themen bei ihrem Nachfolger in guten Händen seien. zm116 Nr. 15-16, 16.08.2026, (1164)
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=