68 | POLITIK PODIUMSDISKUSSION ZU DIGITALEN PLATTFORMEN IM GESUNDHEITSWESEN Wie US-Bigtech die Freiberuflichkeit gefährdet Digitale Plattformen, allen voran US-Technologiekonzerne, gewinnen auf dem deutschen Markt zunehmend an Einfluss – insbesondere im Gesundheitswesen. Dies gefährdet die bestehenden freiberuflichen Strukturen. Wie damit umzugehen ist, wurde auf einer gemeinsamen Veranstaltung des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) diskutiert. Digitale Plattformen verändern auch in Deutschland zunehmend den Zugang zu freiberuflichen Leistungen von Anwälten, Steuerberatern, Ärzten und auch Zahnärztinnen und Zahnärzten. Das reicht von der Terminvermittlung über die Sichtbarkeit von Angeboten bis hin zur Steuerung von Daten und Marktbedingungen. Welche Chancen und Risiken diese Entwicklung bietet und welche ordnungspolitischen Herausforderungen daraus entstehen, stand im Mittelpunkt der gemeinsamen Veranstaltung „Monopolbildung im digitalen Raum und ihre Auswirkungen auf freiberufliche Strukturen“, zu der der BFB und die BZÄK am 30. Juni im neuen Konferenzsaal der BZÄK in Berlin eingeladen hatten. Dass diese Plattformen inzwischen weit über reine Vermittlungsdienste hinausgehen, veranschaulichte BZÄKPräsidentin Dr. Romy Ermler: „Sie beeinflussen Suchergebnisse, Terminvergabe, Preiswahrnehmung und den Zugang zur Versorgung. Damit greifen sie in Bereiche ein, die bislang durch Berufsrecht und analoge Leistungserbringung geprägt waren. Dieses Regelungsgefälle muss politisch geschlossen werden“, forderte Ermler. Digitale Plattformen verändern die Spielregeln Die Freien Berufe seien keine gewöhnlichen Marktakteure, und die Selbstverwaltung sei kein Selbstzweck, sondern staatlich übertragene Verantwortung, erläuterte Ermler. „Verantwortung gegenüber den Berufsträgern, den BürDiskutierten über die Rolle der Freien Berufe in einer zunehmend plattformbasierten Wirtschaft: (v.l.n.r.) Honey Deihimi (Abteilungsleiterin beim Bundesbildungsministerium), Björn Borrmann (Legal Director bei GetYourGuide), Moderator Roman Eichinger (Bild-Zeitung), Dr. Clara Herdeanu, (Noxtua), Dr. Albrecht von Sonntag (Co-Founder von Idealo) und Thomas Spaeing (Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands) Foto: zm/sr zm116 Nr. 15-16, 16.08.2026, (1214)
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