Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 15-16

74 | GESELLSCHAFT MEINE MOTIVATION ZUR TEILNAHME AN HILFSPROJEKTEN „Abends steht man im Gästehaus und freut sich, dass man da ist, um zu helfen“ Wolfgang Pfannenstiel Nach über 20 Berufsjahren in eigener Praxis mit dem Schwerpunkt Ästhetik, erinnere ich mich, warum ich mich einst dafür entschieden hatte, Zahnmedizin zu studieren: Ich wollte Menschen helfen. Die Bedürfnisse von ästhetisch anspruchsvollen Patienten zu erfüllen, ist sicherlich auch eine Form von Hilfe. Es wird damit aber eher psychologischem als körperlichem Leid geholfen. Daher habe ich beschlossen, auch wieder wirklich Bedürftigen zu helfen. Doch wohin und mit wem? Eine Internetsuche geht schnell und man findet viele zahnärztliche Hilfsorganisationen. Darunter größere, die nach detaillierter Betrachtung verständlicherweise einen doch recht großen Verwaltungsapparat betreiben; andere, die vor Ort nur halbtags arbeiten, um möglichst attraktiv für Freiwillige zu sein (work-adventure-balance); und ein paar kleinere Organisationen. Im Jahr 2018 fiel meine erste Entscheidung: Es sollte Nepal sein. So stieß ich auf „Global Dental Relief“, eine gemeinnützige Einrichtung mit hervorragendem Ruf in Denver, Colorado. Die kleine Organisation wurde 2001 gegründet und ist hauptsächlich in Nepal, aber auch in anderen Ländern aktiv. Ihre Gründerinnen nehmen bis heute persönlich an den Auslandsprojekten teil. Überzeugt hat mich, dass die Arbeit vor Ort ganztags stattfindet und touristische Unternehmungen nach der Arbeit optional sind. Ich wollte nicht bergsteigen, sondern die Menschen kennenlernen und ihnen helfen. Nach dem Ausfüllen des Bewerbungsformulars auf der Homepage gab es eine angenehme E-Mail-Korrespondenz, in der ich darüber aufgeklärt wurde, was mich erwarten würde. Dann buchte ich den Flug und los ging es. In Kathmandu angekommen werde ich am Flughafen abgeholt und in ein kleines Hotel gebracht. Nachmittags erkunde ich die Gegend und schaue mir ein paar Tempel an. Abends trifft sich die gesamte Projektgruppe (in diesem Fall zwölf Personen) in der Lobby und geht zum Kennenlernen in ein Restaurant. Am nächsten Tag fahren wir mit einem Minibus aufs Land in ein buddhistisches Kloster, in dem die Behandlungstattfinden soll. Mit dabei sind vier Zahnärzte und acht Freiwillige, von denen die meisten noch nie Kontakt zur Zahnmedizin hatten – außer als Patient. Ab und zu rutscht einem ein Mönch auf den Stuhl Ein Schulzimmer in der Klosterschule ist schon geräumt, die kleinen Behandlungseinheiten sind installiert. Verschiedene Instrumente und fast alle Materialien sind vor Ort ausreichend vorhanden, in dieser Hinsicht gibt es keine Einschränkungen. Allerdings muss man sich damit abfinden, dass nur eine Turbine mit Wasserkühlung und ein Winkelstück ohne Wasserkühlung zur Verfügung stehen. Wer keine Seit über sieben Jahren nehme ich ein- bis zweimal pro Jahr an Projekten von Global Dental Relief in verschiedenen Ländern teil. Immer wieder sind auch gute Freunde und Kollegen aus Bremen an meiner Seite. Hier mit Stephan Cimbal (rechts), 2023. zm116 Nr. 15-16, 16.08.2026, (1220) Dr. med. dent. Wolfgang Pfannenstiel Master of Science orale Implantologie und Parodontologie. Niedergelassen in Bremen seit 1996. Regelmäßige Teilnahme an Hilfsprojekten in Nepal, Kambodscha und Kenia. Foto: Pfannenstiel

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