76 | GESELLSCHAFT RUANDA, CHILE UND FIDSCHI Diese Hilfsprojekte unterstützte die FDI 2025 Mit dem „World Dental Development Fund“ fördert der Weltzahnärzteverband jährlich drei bis fünf Projekte, die den Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung und Prävention nachhaltig verbessern. Beispiele aus Ruanda, Chile und Fidschi zeigen, wie die Gelder der Bevölkerung zugutekommen. Und auch Sie können sich mit Ihrem Projekt um eine Förderung bewerben! Ruanda: Das Zahnputzverhalten dauerhaft ändern Im Distrikt Bugesera in Ruanda nahmen mehr als 10.000 Kinder an einem einjährigen Programm zur Förderung der Mundgesundheit teil. Rund 1.600 von ihnen wurden im Rahmen des Projekts untersucht und jedes Kind erhielt eine Zahnbürste, fluoridierte Zahnpasta sowie weitere Informationen zur Mundhygiene. „Der Schwerpunkt des Programms lag nicht nur auf der Behandlung, sondern auch auf einer langfristigen Verhaltensänderung: Den Kindern wurden richtige Zahnputztechniken, die Bedeutung vonfluoridhaltiger Zahnpasta und der Verzicht auf zuckerhaltige Snacks vermittelt“, berichtet die FDI. Die mit Geldern aus dem World Dental Development Fund geförderte Initiative wurde von 46 Zahnmedizinstudierenden der Universität Ruanda, ihren Dozentinnen und Dozenten sowie ehrenamtlich tätigen Absolventen geleitet. In diesem Sinne stellte das Programm sowohl eine Maßnahme im Bereich der öffentlichen Gesundheit als auch eine Ausbildungsmöglichkeit für das zukünftige zahnmedizinische Fachpersonal des Landes dar, so die FDI. Das Projekt wirkte sich laut Weltzahnärzteverband positiv auf die Awareness der Bevölkerung aus: „Die Gemeinden begannen schon bald, regelmäßige Besuche, zusätzliche Hilfsmittel und schulische Mundgesundheitsclubs zu fordern.“ Chile: Mehr Sichtbarkeit von Menschen in Pflegeheimen Erfolgreiche Prävention hängt auch von der Sichtbarkeit einer Patientengruppe ab: Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen eines Projekts in Chile die Bewohnerinnen und Bewohner von elf Pflegeeinrichtungen zahnmedizinisch untersucht. Das Ergebnis: Etwa 42 Prozent der Seniorinnen und Senioren hatten eine unbehandelte Karies, fast ein Drittel war vollständig zahnlos. Mehr als die Hälfte litt zudem unter Mundtrockenheit, was auf die Einnahme mehrerer Medikamente zurückzuführen war. Ein weiteres Problem, das die Projektverantwortlichen vorfanden: Viele der untersuchten Personen hatten Schwierigkeiten beim Kauen und waren auf weiche oder pürierte Kost angewiesen. In den besuchten Pflegeheimen hatten viele alte Menschen unter Schmerzen, Infektionen und einer abnehmenden Lebensqualität gelitten, berichtet die FDI. Die Situation sei dadurch erschwert worden, dass die meisten Pflegekräfte in den Heimen keine formelle Ausbildung in der zahnmedizinischen Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner durchlaufen hatten. Deshalb führten geriatrisch geschulte Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner nicht nur Hunderte von Behandlungen durch, sondern bildeten darüber hinaus das Pflegezm116 Nr. 15-16, 16.08.2026, (1222) In Ruanda nahmen mehr als 10.000 Kinder ein ganzes Jahr lang an einem Programm zur Förderung der Mundgesundheit teil. RUANDA
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