Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 17

zm116 Nr. 17, 01.09.2026, (1254) 12 | POLITIK KZV UND ZAHNÄRZTEKAMMER ZUR LANDTAGSWAHL IN SACHSEN-ANHALT „Die Versorgung steht unter Druck“ Mit Spannung wird die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September erwartet. Mit welchen Problemen sieht sich die Zahnärzteschaft in dem eher ländlich geprägten Land zwischen Altmark und Harz konfrontiert? Was erwartet sie von der Landespolitik? Dr. Jochen Schmidt, Vorstandsvorsitzender der KZV, und Prof. Dr. Christian R. Gernhardt, Präsident der Zahnärztekammer, berichten von den Sorgen ihrer Kolleginnen und Kollegen. Wie ist es um die zahnmedizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt bestellt? Dr. Jochen Schmidt (KZV): Die Versorgung steht unter Druck. Gerade bei uns in Sachsen-Anhalt ist die demografische Herausforderung enorm. Wir verlieren Jahr für Jahr Zahnarztpraxen, weil immer mehr Zahnärztinnen und Zahnärzte altersbedingt aus der Versorgung ausscheiden, aber keine Nachfolge finden. Gleichzeitig bleibt die Zahl der zu versorgenden Patientinnen und Patienten nahezu konstant. Die Versorgung verteilt sich somit auf immer weniger Praxen. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten heute bereits an ihrer Kapazitätsgrenze. Die Menschen im Land spüren das durch längere Wartezeiten und eine erschwerte Praxissuche. Prof. Christian R. Gernhardt (ZÄK): Die zahnmedizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt findet dank der Zahnärztinnen und Zahnärzte bis heute flächendeckend auf einem sehr hohen Qualitätsniveau statt. Allerdings wird die Versorgung aufgrund der bekannten Altersstruktur der Zahnärzteschaft für die existierenden Praxen und Versorgungseinrichtungen zunehmend schwieriger und belastender. Eine Situation, die in unserem Bundesland, aber auch in weiten Teilen Deutschlands präsent ist und nicht nur die Zahnmedizin betrifft. Ein Unterschied für das Flächenland Sachsen-Anhalt ist sicherlich, dass dies nicht allein der Ausbildungssituation, sondern auch der Tatsache geschuldet ist, dass ein ländlich geprägtes Bundesland im Vergleich zu den als sehr attraktiv wahrgenommenen Großstädten – in Kombination mit den aktuellen Unsicherheiten im Hinblick auf die Landtagswahl und den wirtschaftlichen Herausforderungen – jungen Menschen je nach ihrer jeweiligen Lebenssituation nicht erstrebenswert oder konkurrenzfähig erscheint. Dies alles erschwert die zahnmedizinische Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. Welche Themen beschäftigen die Zahnärztinnen und Zahnärzte in SachsenAnhalt? Schmidt: Viele Zahnärztinnen und Zahnärzte sorgen sich um die Zukunft ihrer Praxen und der Versorgung insgesamt. Es geht um Praxisnachfolgen, Fachkräftemangel beim Personal, steigende Betriebskosten, finanzielle Einschränkungen durch die bundespolitische Gesetzgebung und immer mehr Bürokratie. Auch die anstehende Landtagswahl und ihre möglichen Auswirkungen werden mit gemischten Gefühlen betrachtet. Sachsen-Anhalt hat mit der Landzahnarztquote und der Finanzierung von zusätzlichen Studienplätzen im europäischen Ausland wichtige Maßnahmen umgesetzt. Dieser Weg sollte konsequent fortgeführt werden. Die Politik muss aber auch beim Thema Digitalisierung und Infrastruktur Impulse setzen. Gernhardt: Ich bin mir nicht sicher, ob die Themen, die meine Kolleginnen und Kollegen aktuell in SachsenDr. Jochen Schmidt, Vorstandsvorsitzender der KZV Sachsen-Anhalt Foto: KZVSA Prof. Dr. Christian R. Gernhardt, Präsident der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt Foto: Peter Gercke/Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt Foto: pixelplot - stock.adobe.com

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