zm116 Nr. 17, 01.09.2026, (1282) 40 | POLITIK UNTERWEGS FÜR DIE MUNDGESUNDHEIT IN EUROPA Was macht eigentlich ein Chief Dental Officer? Die Abkürzung CECDO steht für „Council of European Chief Dental Officers“ – ein internationales Forum, dessen leitende Zahnärztinnen und Zahnärzte hochrangige Beamte sind. Doch was genau macht ein „CDO“? Wir haben Dr. Sebastian Ziller gefragt, der Deutschland in dieser Funktion vertritt. Der 1992 gegründete Council of European Chief Dental Officers (CECDO) umfasst fast alle Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie einige Länder darüber hinaus, zum Beispiel Großbritannien. Die leitenden Zahnärztinnen und Zahnärzte sind hochrangige Beamte, die ihre Regierungen in Europa in Fragen der Mundgesundheit beraten. Ziel ist, den Zugang zur zahnärztlichen Versorgung für alle Bevölkerungsgruppen in Europa zu verbessern und durch den Austausch bewährter Verfahren (Best Practices) die Weiterentwicklung einer hochwertigen und wirksamen Zahnmedizin zu fördern. Jede Regierung entsendet ihren Chief Dental Officer in den Rat. Dieser berät das jeweilige Gesundheitsministerium in allen Fragen der Mundgesundheit. CDOs gibt es unter anderem in den Niederlanden, in Großbritannien sowie in allen skandinavischen und baltischen Staaten. In Deutschland existiert ein solcher Posten jedoch nicht. Daher hat das Bundesgesundheitsministerium die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) gebeten, einen Vertreter als Beobachter in den CECDO zu entsenden. Diese Aufgabe übernimmt derzeit Dr. Sebastian Ziller, Leiter der Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung derBZÄK. Gespräche als mögliches Frühwarnsystem „Als Ministerialbeamte haben CDOs einen direkten Draht ins Gesundheitsministerium und können unmittelbar auf Themen wie Qualitätssicherung oder Präventions- und Inklusionsstrategien einwirken“, erklärt der Zahnarzt. „Natürlich ist es auch ein Vorteil, wenn an politisch so zentraler Stelle jemand sitzt, der den Beruf aus eigener Erfahrung kennt.“ Dem Ministerium unterstellt zu sein, ginge aber durchaus auch mit Einbußen bei der Gestaltungsfreiheit einher, weiß Ziller aus Gesprächen. Im Gegensatz dazu könne sich die BZÄK als unabhängige Berufsorganisation frei zu gesundheitspolitischen Themen äußern. Die Sitzungen des CECDO finden zweimal jährlich statt – zuletzt Ende Mai auf Zypern. „Die Treffen sind immer informativ, weil zeitgleich die Chief Medical sowie die Chief Nursing Officers –kurz CMOundCNO–zusammenkommen“, sagt Ziller. „Das ermöglicht den fachlichen Austausch weit über den zahnmedizinischen Bereich hinaus und fördert die interdisziplinäre Verzahnung von Gesundheitskonzepten.“ Darüber hinaus dienen die Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa häufig als Frühwarnsystem für gesundheitspolitische Entwicklungen. „Zuletzt machte zum Beispiel die Information die Runde, dass die EUBehörden über eine Neubewertung von Natriumfluorid nachdenken. Natürlich hätte das fatale Folgen für die Zahngesundheit, wenn es nicht mehr in Zahnpflegeprodukten verwendet werden dürfte“, berichtet Ziller. Der Council biete damit zugleich ein wichtiges Forum, um gemeinsam auf politische Pläne und Entwicklungen zu reagieren. sth Fast alle Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums sind im Council of European Chief Dental Officers vertreten. Die zahnmedizinischen Fachkräfte tauschen sich regelmäßig aus, um die Mundgesundheit in Europa zu stärken – zuletzt bei ihrem Treffen in Zypern. Foto: Federal Ministry of Health, Cyprus
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