Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 20

zm116 Nr. 20, 16.10.2026, (1542) 12 | POLITIK UNZULÄSSIGE VERGABE VON BACHELOR- UND MASTERABSCHLÜSSEN Warum ließ Luxemburg die DTMD so lange einfach machen? Auch in Luxemburg ist man besorgt über die ungültigen Abschlüsse, die die „University for Digital Technologies in Medicine and Dentistry (DTMD)“ in Wiltz für teure Weiterbildungskurse vergeben hat. In einem Parlamentsausschuss befassten sich die Abgeordneten nun erneut mit der Causa. Luxemburgs Forschungs- und Hochschulministerin Stéphanie Obertin stellte in der Sitzung am 15. September vor den Mitgliedern der Hochschulkommission (Commission de l’Enseignement supérieur) nochmals klar, dass die 2017 in Wiltz gegründete DTMD nach luxemburgischem Recht nicht zur Vergabe von Bachelor- oder Masterabschlüssen berechtigt ist und auch nicht berechtigt war, da sie nicht als Hochschule akkreditiert ist. Ein entsprechendes Gesetz zum Schutz akademischer Titel war in Luxemburg am 15. September 2023 in Kraft getreten. Obertin berichtete den Abgeordneten, dass ihr Ministerium nach dem Erhalt konkreter Beweise im Frühjahr dieses Jahres – nachdem sich eine Studentin gemeldet hatte – schließlich am 23. April 2026 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattete. Die Ministerin bestätigte auch mehrere Gespräche mit der DTMD zur Anerkennung der Masterabschlüsse. Neun Jahre agierte die DTMD nahezu unbehelligt Einige Abgeordnete zeigten sich irritiert über die Verzögerungen, da der Sachverhalt ja wohl schon 2023 bekannt gewesen sei. Kritisiert wurde insbesondere die Zeitspanne von fast drei Jahren zwischen dem Inkrafttreten des Titelschutzgesetzes im September 2023 und der Weiterleitung des Falles an die Staatsanwaltschaft im April 2026. Von der Aufnahme der Tätigkeit der DTMD im Jahr 2017 bis heute verstrichen sogar neun Jahre. In der Sitzung wollten die Abgeordneten wissen: Gibt es weitere ungültige Diplome, die von Institutionen in Luxemburg ausgestellt wurden? Wie können die Studierenden besser informiert werden? In den Medien äußerten sie zudem erhebliche Zweifel an den Kontrollmechanismen und warfen die Frage auf, ob das Ministerium überhaupt in der Lage sei, die Befolgung von Gesetzen effektiv zu überprüfen, statt sich auf bloße Versprechungen privater Institute zu verlassen. Obertin plädierte dafür, die Kommunikation über gültige Abschlüsse in den Mittelpunkt zu stellen. Eine entsprechende Liste habe ihr Ministerium in einem Dokument veröffentlicht. ck Nach zm-Recherchen hatten sich Hunderte – zumeist deutsche – Zahnärztinnen und Zahnärzte bei der DTMD für ein Masterprogramm eingeschrieben. Über den QR geht's zur ganzen Geschichte um die in Luxemburg – vermeintlich – erworbenen Master-Abschlüsse. Nur Schein statt Sein – die DTMD mit ihrem Sitz im Schloss von Wiltz. Foto: dtmd.eu

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