Zahnaerztliche Mitteilungen Nr. 20

EDITORIAL | 3 Unrühmliches Zucker-Geschachere pleomorphen Adenoms ein extranodales Marginalzonenlymphom verbergen kann und verdeutlicht die zentrale Bedeutung einer umfassenden histopathologischen und molekularpathologischen Aufarbeitung. Bei der Nachfolgeplanung wird von vielen Zahnärztinnen und Zahnärzten die Praxisübergabe oft detailliert vorbereitet. Dabei gerät aber häufig die steuerliche Optimierung der Praxisimmobilie in den Hintergrund. Das kann sich später teuer rächen. Unsere Experten zeigen, wie Sie das komplexe Thema frühzeitig mit der gebotenen Sorgfalt angehen können. Außerdem befassen wir uns in diesem Heft mit dem Thema Reinigungskonzept für die Praxis. Eine Reinigungsspezialist erklärt, wie ein Reinigungsunternehmen und das Praxisteam optimal zusammenarbeiten können. Und weshalb dafür oft nur ein Blatt Papier fehlt. Viel Spaß bei der Lektüre Sascha Rudat Chefredakteur Die Diskussion um die Einführung einer Zuckersteuer geht dieser Tage in eine nächste Runde. Eigentlich könnte es so einfach sein. Eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke hat sich in anderen Ländern belegbar bewährt. Zahlreiche Expertinnen und Experten haben immer die positiven Effekte auf die allgemeine und die dentale Gesundheit betont – nicht zuletzt aus dem zahnärztlichen Bereich. Doch die Widerstände gegen eine solche Abgabe sind immens. Die Zuckerlobby aus Getränkeherstellern und Bauern hat alles gegeben, um politischen Druck auszuüben. Die zm berichtete darüber schon in zahlreichen Artikeln. Es bedurfte schließlich der Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit, damit sich die Große Koalition endlich zu einem Gesetzesvorhaben durchringen konnte. Ab hier hätte es dann wirklich ganz einfach sein können – den Vorschlag der Kommission übernehmen und gut ist. Aber nicht in der aktuellen Bundesregierung, die es wieder schafft, aus einem inhaltlich klaren Sachverhalt ein Geschachere um Zucker-Milligramm-Zahlen in Getränken zu machen. Da kommt das Finanzministerium unter Lars Klingbeil mit einem Entwurf um die Ecke, der nun drei statt der von der Kommission vorgeschlagenen zwei Steuerstufen hat. Statt einem Höchststeuersatz von 32 Cent pro Liter wären es 38 Cent gewesen. Das rief sofort wieder besagte Lobby auf den Plan – und das Kanzleramt stoppte den Vorstoß. Man arbeite an einem Kompromiss, hieß es daraufhin aus der Regierung. Von allen Seiten kursieren seit Monaten wilde Schätzungen über die künftigen Einnahmen aus der Zuckersteuer. Und hier liegt das Problem: Es geht nur noch ums Geld, das in die Staatskassenfließen soll. Das Thema Gesundheit spielt so gut wie keine Rolle mehr. Und genau das bleibt bei den Bürgern hängen. Dass hier etwas für ihre Gesundheit getan werden soll, tritt völlig in den Hintergrund. Gemeinsam für eine gute Sache einstehen und sie entsprechend geschlossen präsentieren – so könnte man sich eine Regierung wünschen. Die Realität sieht leider wieder einmal anders aus. In unserer Titelgeschichte stellen wir diesmal die Interprofessionelle Mundsprechstunde der Universität Witten/ Herdecke vor. Sie richtet sich an Menschen mit komplexen Behinderungen, die mehr brauchen als eine klassische Untersuchung. Das mit mehreren Preisen ausgezeichnete Projekt verbindet auf besondere Weise Zahnmedizin und Logopädie. Unser besonderer Fall mit CME beschäftigt sich in dieser Ausgabe mit der Frage, was sich hinter einer schmerzlosen, langsam progredienten Raumforderung des harten Gaumens verbergen kann. Meist wird dann an einen benignen Speicheldrüsentumor gedacht, tatsächlich ist dahinter aber ein breites Spektrum an Entitäten möglich. Unser Fall zeigt, wie sich hinter der klinischen Verdachtsdiagnose eines Foto: Lopata/axentis

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