Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 04

zm 108, Nr. 4, 16.2.2018, (240) realisieren – übrigens sowohl im Umlage- als auch im Kapitaldeckungsverfahren. Der im politischen Raum verwendete Begriff meint jedoch ausschließlich die Integration der bis- lang privat versicherten Personen in die GKV. Das impliziert gleichzeitig die Abschaffung der bisherigen PKV-Vollversicherung. Daneben wird diskutiert, welche Einkommens- bestandteile der Beitragspflicht unterliegen sollen (prozentualer Beitrag). Die Alternative dazu besteht in einer einkommensunabhän- gigen Prämienfinanzierung. Sie würde – so das Modell des Sachverständigenrats Wirtschaft – um einen sozialen Ausgleich zu- gunsten weniger leistungsfähiger Menschen ergänzt, der jedoch außerhalb der Kranken- versicherung erfolgen soll. Zwar erhält diese Variante derzeit keine politische Fürsprache. Technisch lassen sich aber alle Finanzierungs- alternativen sowohl im Status quo als auch in einem bevölkerungsumfassenden System umsetzen; sie sind folglich nicht wesens- bestimmend für die Bürgerversicherung. Was aber sind die Kernprobleme der GKV heute? Warum die Unterscheidung nach Pflichtversicherung und Finanzierung? Der falsche Ort zur Bildung von Verteilungsgerechtigkeit Die GKV leidet vorrangig unter einem über- proportional starken Ausgabenwachstum. Pro Kopf sind die Ausgaben seit der Wieder- vereinigung deutlich stärker gestiegen als die beitragspflichtigen Einkommen je Ver- sicherten – im Jahresdurchschnitt um mehr als einen Prozentpunkt per anno. Dieser Befund kann auch nicht mit dem Hinweis auf eine mögliche Erosion der Beitrags- bemessungsgrundlage relativiert werden. Denn vergleicht man das Wachstum der beitragspflichtigen Einkommen je Versicher- ten mit der Entwicklung anderer volkswirt- schaftlicher Indikatoren, die die Konsum- möglichkeiten der Gesellschaft beschreiben, dann bleibt die Entwicklung keineswegs hinter der einschlägiger Referenzen zurück. Damit sind einnahmeseitige Probleme in der Zukunft zwar nicht ausgeschlossen. Es wird aber deutlich, dass das Votum für eine Aus- weitung der Beitragspflicht auf weitere Ein- kommensbestandteile vor allem verteilungs- politisch motiviert ist. Doch ist die Gesetzliche Krankenversicherung überhaupt der richtige Ort für die Herstellung von Verteilungs- gerechtigkeit? Sollte eine Korrektur der aus dem Einkommensteuertarif resultierenden Lastverteilung angestrebt werden, wäre die Steuer- und Transferpolitik der systematisch richtige Ort für die Diskussion. Angemahnt wird gleichwohl, dass sich die GKV-Finanzierung zumindest an dem im Steuerrecht definierten Begriff der Leis- tungsfähigkeit orientieren sollte, um den eigenen Zielsetzungen zu genügen. Dann würde die Bemessung des individuellen INNOVATION FÜR DIE OBTURATION Wir wissen, welche Konsequenzen der Misserfolg einer Wurzelkanal- behandlung für Sie und Ihre Patienten hat. BioRoot ™ RCS ist die neue Generation der mineralbasierten Obturation mit einer besonderen Kombination von Produkteigenschaften: • herausragende Versiegelung • antimikrobielle Wirkung • periapikale Heilung • einfache Obturation und Nachkontrolle BioRoot ™ RCS Root Canal Sealer High seal, and much more BioRoot ™ RCS. Für eine erfolgreiche Obturation. Septodont GmbH · www.septodont.de 15

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