Zahnärztliche Mitteilungen Nr. 12

zm 109, Nr. 12, 16.6.2019, (1331) ten für die Aufrechterhaltung einer guten Mundgesundheit am vor- teilhaftesten sind und mit einem verminderten Fortschreiten von Pa- rodontitis und mehr erhaltenen Zähnen einhergehen“, sagt Studienau- tor Dr. Vinay Pitchika. Anwender einer elektrischen Zahnbürste hätten während des elfjährigen Beobachtungszeitraums rund 20 Prozent weniger Zahnverluste gehabt als Benutzer einer Handzahnbürste. Einschränkend merken die Forscher jedoch an, dass die Ergebnisse nur für Probanden mit gesundem Parodont oder milden bis mittel- schweren Formen der Parodontitis gelten. Probanden mit schwerer Parodontitis hätten im Rahmen dieser Studie nicht signifikant von dem Gebrauch einer elektrischen Zahnbürste profitieren können. „Wenn die Teilnehmer nach Schweregrad der Parodontitis eingeteilt wurden, wurden signifikante Zusammenhänge zwischen elektrischem Zähneputzen und weniger Schäden am Zahnfleisch nur bei Personen mit leichter und mäßiger Parodontitis gefunden. Bei Probanden mit schwerer Parodontitis bestand kein Zusammenhang zwischen dem elektrischen Zähneputzen und dem weiteren Zuwachs an Sondierungs- tiefe und Attachmentverlust“, verdeutlicht Pitchika. Auch die Entstehung von Karies könne durch den Gebrauch einer elektrischen Zahnbürste nicht signifikant verringert werden. Pitchika geht davon aus, dass die Rolle der Zahnpasta wichtiger ist als die der Zahnbürste: „Es ist davon auszugehen, dass Fluorid in Zahnputz- cremes eine wichtigere Rolle bei der Vorbeugung von Karies oder der Verringerung der Kariesprogression spielt.“ nl Quelle: Pitchika V, Pink C, Völzke H, Welk A, Kocher T, Holtfreter B: Long-term impact of powered toothbrush on oral health: 11-year cohort study. First published: 22 May 2019 J Clin Periodontol. 2019. doi: 10.1111/jcpe.13126. Zudem geht man auch kritisch auf die kleine Stichprobe von Patienten mit schweren Parodontalerkrankungen ein. Auch hier könnte eine Verzerrung des Ergebnisses erfolgen. Jedoch wurde ge- rade bei dieser Patientengruppe kein Einfluss der PTB (elektrische Zahnbürste) gefunden. Erklärend sei hinzugefügt – wie auch von den Autoren dargestellt –, dass bei älteren Patienten auch sehr viel mehr Faktoren neben der Mundhygiene (zum Beispiel medizinische Erkrankungen) bei der Entstehung einer Parodontitis wirken. Grundsätzlich darf man aus unserer derzeitigen Sicht im Ergebnis der Studie feststellen, dass elektrische Zahnbürsten einen relevanten positiven Einfluss bei der Prävention der Entstehung beziehungs- weise des Fortschreitens einer beginnenden Parodontalerkrankung besitzen. Jedoch sollte man aus unserer Sicht die positiven Verhaltens- änderungen in der Bevölkerung dabei nicht unterbewerten. Ganz offensichtlich ist die Anschaffung einer elektrischen Zahnbürste mit einem stärkeren mundgesundheitsbezogenen Gesundheits- bewusstsein verbunden und zwar in dem Sinne, dass man mehr in orale Prophylaxemittel zu investieren bereit ist und damit die subjektive Erwartung verknüpft, eigene orale Erkrankungsrisiken weiter abzusenken.“ ZZZ '$6 .21=(37FRP =X YLHOH :DUHQN|UEH" %HL $(5$ 2QOLQH ILQGHQ 6LH GLH WDJHVDNWXHOOHQ $QJHERWH YRQ PHKU DOV /LHIHUDQWHQ DQ HLQHP 2UW LP GLUHNWHQ 3UHLVYHUJOHLFK XQG 6LH N|QQHQ EHUDOO VRIRUW EHVWHOOHQ &OHYHUH 2SWLPLHUXQJVPHWKRGHQ KHOIHQ ,KQHQ GDEHL GLH %HVWHOOXQJHQ DXI P|JOLFKVW ZHQLJ :DUHQN|UEH DXI]XWHLOHQ .RVWHQORV XQDEKlQJLJ EHTXHP ZZZ DHUD RQOLQH GH RGHU HLQIDFK

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